Freitag, der 13., zerbrochener Spiegel, schwarze Katze: Woher kommt der Aberglaube?

Ist Freitag der 13. wirklich ein Unglückstag? Warum sollte die schwarze Nachbarskatze, wenn sie von links kommt, Unglück bringen? Wir verraten Ihnen, was hinter gängigen Aberglauben steckt.

Die Medizin hat sogar ein Wort für die Angst vor einem Freitag, dem 13.: Paraskavedekatriaphobie. Es gibt Menschen, die vor diesem vermeintlichen Unglückstag so viel Angst haben, dass sie sich nicht aus dem Haus wagen. Doch ist es wirklich gefährlicher an einem Freitag, dem 13.?
Laut ADAC gibt es an Freitagen, die auf einen 13. fallen, nur geringfügig mehr Unfälle als an anderen Freitagen. Das ergaben Auswertungen von Zahlen zwischen 2004 und 2016.
Doch wieso fürchten sich so viele Menschen vor diesem Tag? Freitage und die Zahl 13 werden schon lange, vor allem von Katholiken, mit Unglück in Verbindung gebracht. Jesus wurde an einem Freitag - Karfreitag - gekreuzigt. Adam und Eva sollen an einem Freitag aus dem Garten Eden vertrieben worden sein. Früher wurden Kinder, die an Freitagen geboren wurden, daher "Unglückskinder" genannt.
Die Zahl 13 wird auch das Dutzend des Teufels genannt: 12 + 1. Im Gegensatz zur heiligen 12, die in vielen Kulturen Ordnung und Vollkommenheit symbolisiert, gilt die 13 als chaotisch, unberechenbar und überschreitet die gängige Ordnung. Beim letzten Abendmahl etwa saß Jesus mit seinen zwölf Jüngern zusammen, die 13. Person soll der Verräter Judas gewesen sein.
Die Zahl 13 hat einen solch schlechten Ruf, dass manche Fluggesellschaften, etwa die Lufthansa, auf die 13. Reihe verzichten. Aber auch keine 17.: Bei Italienern und Brasilianern ist es die 17, die Pech und Unglück bringen soll.
Auch im Sport herrscht Aberglaube: Viele Jahre lang startete in der Formel 1 kein Rennfahrer mit der Startnummer 13, bis 2015 Pastor Maldonado (Bild) es wieder wagte. Auch im offiziellen Triathlon wird keine Startnummer 13 vergeben.
Börsenmakler, Millionär und Buchautor Thomas William Lawson gilt als "Erfinder" des Unglückstags: Er schrieb 1907 das Buch "Freitag der 13." über einen Wall-Street-Makler, der an dem besagten Tag einen Kursrutsch auslöst, um eine Firma in den Ruin zu treiben.
1916 kam der Krimi "Freitag, der 13." in die deutschen Kinos, in dem die Mitglieder einer Familie immer an Freitagen sterben, die auf einen 13. fallen. Auch die gleichnamige Kriminalkomödie von 1944 (Bild) sowie die US-Horrorfilmreihe um Serienkiller Jason Voorhees nährten den Aberglauben.
Wenn Sie ein abergläubischer Mensch sind, dann finden Sie schwarze Katzen, die von links kommen, bestimmt nicht niedlich. Doch warum? Katzen galten im Mittelalter als die Verkörperung des Bösen und man glaubte, sie seien die Gehilfen von Hexen. In der Kombination mit der dämonischen Farbe schwarz und der "schlechten" Seite links verhießen diese Katzen echtes Unheil.
Es soll auch Unglück bringen, unter einer Leiter durchzugehen. Angeblich zerstört man so nämlich das heilige Dreieck, das diese Leiter bildet. Das Dreieck steht für die Dreifaltigkeit im Christentum, die nicht beschädigt werden sollte.
Wenn Sie Ihre Zigarette an einer Kerze anzünden, könnten Sie böse Blicke ernten: Abergläubische Menschen denken, dass ein Seemann stirbt, wenn Sie das tun. Der Hintergrund: Früher verkauften arme Seeleute nebenher Streichhölzer. Wer also keine Streichhölzer nutzte, brachte die Matrosen um ihren Verdienst.
Scherben bringen Glück - aber nicht, wenn sie von einem Spiegel stammen. Ein zerbrochener Spiegel soll sogar sieben Jahre Pech bringen! Früher wurde angenommen, dass ein Teil der Seele im Spiegel gefangen ist. Zerbricht der Spiegel, dauert es sieben Jahre, bis die Seele wieder geheilt ist.
Wieso verschenkt man eigentlich keine Messer? Laut Aberglaube zerschneidet ein Messer das Band der Freundschaft. Es gibt allerdings eine Schutzmaßnahme gegen diese "Zerstörung": Die beschenkte Person gibt dem Schenker ein Geldstück und kauft ihm so das Messer symbolisch ab. Ein Cent reicht also, um die Freundschaft zu retten.