Jeder von uns verursacht im Jahr durchschnittlich rund 550 Kilogramm Hausmüll. In den letzten Jahren sind Bewegungen wie "Zero Waste" entstanden, deren Anhänger deutlich machen, wie man seine persönliche Abfallbilanz verbessern oder Müll ganz vermeiden kann. Wir zeigen Ihnen hier ein paar Möglichkeiten, wie Sie Müll reduzieren und dabei auch noch Geld sparen und gesund leben.

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Ein Großteil des vermeintlichen Abfalls, der beim Kochen anfällt, kann im Haushalt weiterverwendet werden. Aus Kartoffelschalen können Sie beispielsweise Spülmittel herstellen, denn das in den Schalen enthaltene Solanin hat seifenähnliche Eigenschaften.

Geben Sie die Schalen von etwa acht Kartoffeln - gerne schon grün verfärbte Schalen mit Trieben - in ein großes Einmachglas, übergießen Sie sie mit 750 ml kochendem Wasser, verschließen Sie es und lassen es abkühlen. Schütteln Sie das Glas dabei immer wieder und stellen es in den Kühlschrank, sobald die Flüssigkeit ganz abgekühlt ist.

Nachhaltig leben kann jeder, denn es fängt schon im Kleinen an.

Lassen Sie es dort zwölf Stunden lang ziehen und gießen Sie das Kartoffelwasser anschließend durch ein Sieb ab. Zum Abwaschen benötigen Sie etwa eine Tasse Kartoffel-Spülmittel und einen Spüllappen, da es an Spülbürsten nicht gut haftet. Spülen Sie das Geschirr nach dem Waschen mit warmem Wasser ab.

Sie können mit Kartoffelschalen auch Edelstahltöpfe aufpolieren und Armaturen zum Glänzen bringen. Reiben Sie das Gerät oder die Fläche mit der Innenseite der Schale ein, lassen Sie es kurz einwirken und spülen Sie mit Wasser nach.

Mit Zwiebelschalen färben

Zwiebelschalen werden schon seit Generationen zum Färben benutzt, zum Beispiel von Ostereiern. Dazu einfach reichlich Schalen in das Wasser geben, in dem die Eier gekocht werden. Möchten Sie die Eier verzieren, legen Sie vor dem Kochen eine Blüte, ein Blatt oder Ähnliches auf das Ei, ziehen ein Stück Nylonstrumpf darüber und binden Sie diesen mit Garn zusammen, bevor Sie die Eier im Schalensud kochen.

Sie können die Schalen auch in Suppen mitkochen, da sie wertvolle Inhaltsstoffe enthalten. Nehmen Sie sie nach dem Kochen aber wieder aus dem Topf, denn gut schmecken sie nicht.

Die Blätter von Rhabarberstängeln eignen sich gut als natürliches Mittel gegen Blattläuse. Hacken Sie die Rhabarberblätter dafür und lassen Sie sie 24 Stunden lang im Wasser ziehen. Bringen Sie das Rhabarberwasser anschließend zum Kochen und köcheln es für etwa 30 Minuten.

Lassen Sie die Brühe abkühlen, gießen Sie sie durch ein Sieb ab und füllen sie in eine Sprühflasche. Besprühen Sie die befallenen Pflanzen täglich, bis die Läuse verschwunden sind. Auch die Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen sowie Kaffeesatz finden in Haus und Garten vielseitige Verwendung.

Nachhaltig zu leben ist gar nicht so schwer. Schon kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen.

Viele vermeintliche "Abfälle" kann man essen

Viele Küchenabfälle, die oft in den Biomüll oder auf den Komposthaufen wandern, sind bekömmlich und sehr gesund. Bei manchen Gemüse- und Obstsorten sind die Blätter reicher an wertvollen Nährstoffen als das Gemüse oder die Früchte selbst.

Die Blätter von Brokkoli, Kohlrabi, Blumenkohl und Fenchel sind reich an Antioxidantien. Schneiden Sie sie also nicht weg, sondern kochen Sie sie mit oder rösten Sie sie im Backofen zusammen mit Öl, Salz und Kräutern.

Auch Möhrengrün können Sie essen. Benutzen Sie es beispielsweise zum Würzen in Suppen und Salaten, in einem grünen Smoothie oder als Pesto, zusammen mit Olivenöl, Nüssen und Parmesan.

Seit einigen Jahren ist die - vor allem vegane - Internetgemeinde begeistert von folgender Resteverwertung: Bohnenwasser wird zu Eischnee. Die Flüssigkeit, in der Kichererbsen, Kidneybohnen und andere Hülsenfrüchte in der Dose schwimmen und die auch Aquafaba genannt wird, lässt sich tatsächlich aufschlagen und wie Eischnee verwenden. Das liegt an dem hohen Proteingehalt des Bohnensuds.

Wenn Sie die Bohnen selbst kochen, müssen Sie das Kochwasser nach dem Abgießen weiter kochen, bis es dickflüssig wird. Für den veganen Eischnee ersetzen Sie jedes Ei mit sechs Esslöffeln Aquafaba sowie einem Esslöffel Zitronensaft oder Apfelessig.

Außerdem müssen Sie für Süßspeisen eventuell etwas mehr Zucker zugeben als im Rezept angegeben ist. Beim Schlagen brauchen Sie Geduld, denn das Bohnenwasser braucht ungefähr zehn Minuten, um steif zu werden.

Gemüse züchten aus Küchenabfällen

Aus manchen Küchenresten können Sie neue Pflanzen ziehen. Aus den Wurzelenden von Frühlingszwiebeln und Lauch sprießen schnell neue grüne Triebe. Legen Sie die Zwiebel-Enden in eine Schale mit Wasser und stellen Sie sie auf die Fensterbank. Wechseln Sie das Wasser regelmäßig, ernten Sie die grünen Sprosse und lassen Sie immer neue nachwachsen.

Ingwer beginnt oft nach längerer Lagerzeit, Triebe zu entwickeln - zunächst sichtbar als kleine runde Auswüchse am Ende der Knolle. Statt den Spross abzuschneiden und wegzuwerfen, züchten Sie daraus eine neue Knolle.

Schneiden Sie ein etwa 3 Zentimeter großes Stück um den Trieb herum ab, legen Sie es über Nacht in eine Schale mit Wasser, setzen Sie es am nächsten Tag mit dem Trieb nach oben in einen Blumentopf und bedecken es vorsichtig mit Erde. Der Trieb darf gerne etwas aus der Erde ragen. Stellen Sie den Topf an einen hellen, warmen Ort und halten Sie die Erde feucht.

Sobald ein dünner, grüner Trieb aus der Erde wächst, stellen Sie den Topf an einen sonnigen Ort. Topfen Sie die Pflanze eventuell in einen größeren Blumentopf um. Es dauert rund acht Monate, bis Sie den Ingwer ernten können.


Verwendete Quellen:

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