Sie messen nur etwa einen Zentimeter, aber könnten einen großen Einfluss auf das Klima der Arktis haben. Wolfspinnen sind einer Studie zufolge nicht nur vom Klimawandel betroffen, sondern bremsen durch ihr verändertes Fressverhalten vielleicht sogar die Erderwärmung.

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Was bedeuten zwei Grad Erderwärmung für Ökosysteme in der Arktis? Mit dieser Frage machten sich Amanda Koltz und ihr Forscher-Team von der Washington University in St. Louis auf den Weg nach Alaska, um Wolfspinnen zu beobachten.

Die Biologin simulierte in einem Versuchsaufbau die Effekte der Erderwärmung auf die Populationen der Spinnen. Ihre Ergebnisse lassen vermuten, dass der Klimawandel das Fressverhalten der Tiere verändert - und durch diesen Prozess wieder für Abkühlung sorgt.

Die Wolfspinne ist in der Arktis sehr zahlreich vertreten

Die Wolfspinne (Lycosidae) ist eines der häufigsten Raubtiere in arktischen Regionen. In Teilen Alaskas bringen die Spinnen die 80-fache Biomasse von Wölfen im gleichen Gebiet auf die Waage.

Ihre normale Diät besteht aus Springschwänzen (Collembola), winzigen Gliederfüßern, die sich wiederum von Pilzen am Boden ernähren. Diese Pilze zersetzen Pflanzenmasse zu Treibhausgasen und unterstützen somit die Erderwärmung.

Die Springschwänze sorgen also letztlich dafür, dass weniger Pilze vorhanden sind und somit weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass das normale Fressverhalten der Wolfspinnen zur Erderwärmung beiträgt, da die Springschwänze auf ihrem Speiseplan stehen.

Temperaturanstieg sorgt für überraschende Änderung des Fressverhaltens

Wenn nun die Temperaturen steigen, vermehren sich die Wolfspinnen. Zu erwarten wäre also, dass ihnen noch mehr Springschwänze zum Opfer fallen. Die Forscher haben aber das Gegenteil beobachtet: Steigen die Temperaturen, weichen Wolfspinnen von ihrer normalen Diät ab und beginnen, ihre eigenen Artverwandten zu fressen.

Der plötzlich vermehrt auftretende Kannibalismus der Spinnen sorge auch für einen Anstieg der Springschwanz-Populationen und damit indirekt für weniger Pilze. Das wiederum verringere die Zersetzung organischen Materials, wodurch weniger Gase freigesetzt werden, und führe so letztendlich zu einer Abkühlung des arktischen Klimas, vermuten die Forscher.

Wolfspinne als natürlicher Puffer gegen Erwärmung

Somit wirke das veränderte Fressverhalten der Wolfspinnen als eine Art natürlicher Puffer gegen die Erderwärmung. Unklar sei, wie stark sich der Effekt äußere. Auch weshalb die Wolfspinnen zu Kannibalen werden, ist nicht endgültig geklärt.

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