Der Asteroid "Florence" wird am 1. September, also kommenden Freitag, die Erde passieren. Der rund vier Kilometer lange Brocken ist der größte je von der NASA beobachtete Asteroid, der so nah an der Erde vorbeifliegt.

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Sieben Millionen Kilometer, etwa 18-mal so weit weg wie der Mond - in dieser Entfernung wird am Freitag der Asteroid "Florence" an der Erde vorbeirauschen. Die Distanz hört sich groß an.

Tatsächlich ist es aber äußerst ungewöhnlich, dass uns ein so großer Brocken wie Asteroid "Florence" so nah kommt. Im Verhältnis zu den Ausmaßen, die unser Sonnensystem annimmt, ist es, als schramme er nur knapp vorbei.

Laut NASA kommen andere Brocken der Erde zwar näher, sind aber auch deutlich kleiner. Der Asteroid gehört mit 4,4 Kilometern Länge zu den größten Asteroiden, die so nah an der Erde vorbeifliegen.

Glücklicherweise hält er Sicherheitsabstand. Würde "Florence" auf die Erde treffen, hätte das katastrophale Folgen.

"Florence ist der größte Asteroid, der an unserem Planeten vorbeifährt, seit das NASA-Programm Erdasteroiden beobachtet und verfolgt", erklärt Paul Chodas, Leiter des NASA-Zentrums für Erdnahe Objekte (CNEOS).

Vor etwa 66 Millionen Jahren starben nach dem Einschlag eines Asteroiden die Dinosaurier und ein Großteil aller anderen Tierarten aus. Eine aktuelle Studie gibt neue Einblicke in das Geschehen nach der Katastrophe.

Sogar mit dem Fernglas sichtbar

In den kommenden Nächten zieht "Florence" von Süd nach Nord über den Himmel. Er durchquert unter anderem die Sternzeichen Steinbock, Wassermann, Delfin und den Schwan. Ab Freitag steht der Asteroid so, dass er auch in Mitteleuropa zu sehen ist.

Eine Woche lang ist er so hell, dass er sich sogar mit Amateurteleskopen oder Ferngläsern beobachten lässt.

Während Hobbyastronomen also begeistert zum Himmel blicken können, freuen sich die Wissenschaftler über den Vorbeiflug wohl noch ein klein wenig mehr. Sie haben die Möglichkeit den Asteroiden aus nächster Nähe zu untersuchen.

Dimensionen im Weltraum sind schwer vorstellbar. Wir machen sie sichtbar.

Mit den Radioteleskopen in Kalifornien und Puerto Rico schicken die Astronomen der NASA Radarpulse zum Asteroiden und empfangen das Echo.

Die daraus entstandenen Radarbilder zeigen die tatsächliche Größe von Florenz und lassen Details bis auf etwa zehn Meter Größe sichtbar werden.

Der Asteroid "Florence" wurde vom Astronomen Schelte "Bobby" Bus im März 1981 entdeckt. Er wurde zu Ehren von Florence Nightingale (1820-1910), der Gründerin der modernen Pflege, benannt.

Das nächste Mal, dass der Asteroid der Erde so nahekommt, wird wohl erst um das Jahr 2500 sein. Wie nah er dann vorbeifliegt oder ob er sogar mit der Erde zusammenstößt, ist bis dato nicht vorhersagbar.