Schwerelosigkeit im All, Gewächshäuser auf dem Mond und Raumfahrt für den kleinen Mann - das sind nur einige Prophezeiungen des russischen Visionärs Konstantin Ziolkowsky. Doch welche Vorhersagen von ihm wurden wahr? Welche noch nicht? Und welche werden von der heutigen Technik sogar noch übertroffen?

Vor rund 100 Jahren schrieb der russische Wissenschaftler und Visionär Konstantin Ziolkowsky eine Fabel, in der er die Zukunft der Raumfahrt teilweise verblüffend genau voraussagte.

In seinem Buch, das man heute wohl als Science-Fiction-Roman bezeichnen würde, malte sich Ziolkowsky die Zukunft der Raumfahrt aus. Für seine Geschichte "Außerhalb der Erde" stellte er ein fiktives Dreamteam zusammen, das aus Galileo Galilei (1564-1642), Isaac Newton (1642-1727) und ihm selbst (unter dem Pseudonym Ivanov) bestand. In der Geschichte baut das Trio die erste Rakete, die in der Lage ist, das Weltall zu erreichen.

Einige seiner Fiktionen sind heute Realität

Dieses Gedankenspiel ist - ob des damaligen technischen Standards - schon erstaunlich. Wirklich verblüffend sind jedoch die Details, die Ziolkowsky in seinem Buch beschreibt und die Weltraumforscherin Alice Gorman in einem aktuellen Beitrag für "The Conversation" beleuchtet.

So versuchte sich Ziolkowsky auszumalen, welche Emotionen das Leben im Weltall beim Menschen hervorrufen würde und prophezeite ein Phänomen, das seit den 1960er Jahren als Overview-Effekt bekannt ist. Hierbei handelt es sich um eine kognitive Bewusstseinsveränderung, die bei der Betrachtung der Erde aus dem Weltraum eintritt. Weltraumreisende empfinden oft eine große Überwältigung, wenn sie das erste Mal die Schönheit und Fragilität der Erde aus dem All wahrnehmen.

Konstantin Ziolkowsky zu Lebzeiten.

Kühne Prophezeiungen im Bereich der Technik

Außerdem sagte er voraus, wie es ist, sich in Schwerelosigkeit zu bewegen. In der Fabel sind die Menschen in der Lage, schwere Lasten von einem Ort zum anderen zu bewegen. Die Gleichheit im Weltraum hat in Ziolkowskys Buch auch gesellschaftliche Relevanz.

Er stellte sich vor, dass es 2018 keine nationalen Grenzen mehr geben und die Erde von einer Art Weltregierung verwaltet würde. Dies bedeutete für ihn weltweiten Frieden und Einigkeit, sowie die Möglichkeit für Menschen - unabhängig von gesellschaftlichem Stand oder Einkommen - in den Weltraum emigrieren zu können. Dort würden in Gewächshäusern Pflanzen gedeihen, ohne von Pestiziden belastet zu sein und von Jahreszeiten eingeschränkt zu werden. Der Bergbau auf anderen Planeten sollte für ein Ende des Rohstoffmangels auf der Erde sorgen. Eine romantische Vorstellung, von der wir nach heutigem Stand noch weit entfernt sind.

Zukunftsvorstellungen regen zum Nachdenken an

Doch obwohl einige seiner Gedanken heute noch Utopien sind, regt vor allem sein Blickwinkel auf eine gerechtere Gesellschaft der Zukunft zum Nachdenken an.

Und es gibt doch etwas, was sich Konstantin Ziolkowsky selbst in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen konnte. Nämlich, dass es ein von der Erde stammendes Flugobjekt - die Raumsonde Voyager 1 - bereits bis außerhalb des Sonnensystems geschafft hat.

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