Mc Donald's laufen die Kunden weg: Junge Menschen essen lieber im hippen Burger-Laden um die Ecke. McDonald's hat deshalb seine Strategie überarbeitet. Das Ziel: wieder cool werden.

McDonald's hat ein Problem: Zu wenig junge Menschen wollen im bekannten Schnellrestaurant noch essen. Das Unternehmen hat nun nach und nach durchblicken lassen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellt: cooler, futuristischer und frischer. "Big Mac TV" nannte sich die Live-Veranstaltung, bei der McDonald's insgesamt zwölf Stunden auf verschiedene Internetplattformen gesendet hat.

In der Sendung wurde auch das neue Konzept erklärt. Das braucht McDonald's, um langfristig noch profitabel zu bleiben. In den vergangenen Jahren gingen die Besucherzahlen und der Erlös weltweit immer weiter zurück.

Ein Fluss in Peru wird von 10.000 toten Amphibien verstopft.

2011 war noch ein absolutes Rekordjahr: Über eine Milliarde Kunden besuchten die Filialen in Deutschland. Seitdem geht es jedoch rapide nach unten. Der Grund: Immer mehr Menschen unter 30 wenden sich vom Fastfood-Restaurant ab.

Bei dieser Gruppe steigt das Bewusstsein für gesunde und biologisch hergestellt Nahrungsmittel. Nicht gerade Faktoren, mit denen McDonald's punkten kann. Zudem laufen lokale Burger-Läden dem Unternehmen den Rang ab - mit neuen Burger-Kreationen, einem hippen Ambiente und biologisch angebauten, frischen Zutaten.

Frische Eier und Kaffee aus dem Thermosbecher

Um wieder mehr junge Menschen anzulocken, hat sich das Unternehmen bereits verändert: Das McCafé wurde eingeführt und neben Pommes und Kartoffelspalten kann man mittlerweile auch Salat zum Menü bestellen. Bisher haben diese Umstellungen jedoch noch nicht so richtig gezogen.

Deswegen werden jetzt weitere Maßnahmen und Qualitätsoffensiven gestartet:

  • Saucen und Dips sollen jetzt mit Eier aus Freilandhaltung hergestellt werden. Für den McMuffin Egg und das Rührei werden diese bereits seit 1999 verwendet.
  • Im McCafé sollen Gäste ihre mitgebrachten Thermosbecher befüllen können. Für den eigenen Becher gibt es zehn Cent Rabatt.
  • Der digitale "Zutaten-Check" soll Gästen über einen QR-Code die Möglichkeit geben, alles über das Produkt und die Herkunft der Zutaten zu erfahren.

Viele werden eine weitere Neueinführung besonders sehnsüchtig erwarten: den Lieferservice. In Osnabrück wurde er schon getestet, jetzt soll er auch nach Köln und München kommen.

Mehr Luxus für alle

Die Sonde Schiaparelli hat eine mehr als siebenmonatige Reise hinter sich.

Wem Big Mac und Co. zu gewöhnlich sind, der kann in ausgewählten Filialen einen Burger aus der "Signature Collection" essen. Größere Fleischportionen, mit Rind- oder Hühnerfleisch und alle Zutaten sollen aus Deutschland kommen.

Auch diese Burger sollen den jungen, hippen Kunden ansprechen: Wer keine Lust auf Essen aus der Pappschachtel hat, kann sich das Menü auf einem Holzbrett servieren lassen.

Wer Interesse an dieser Luxusvariante hat, muss sich dafür jedoch ein "Restaurant der Zukunft" suchen. So werden die bereits umgestalteten Filialen genannt. Seit Juli baut das Unternehmen bis 2019 den Großteil in Deutschland um - für schlappe 500 Millionen Euro.

"Zu dem Konzept gehören neben einem modernen Design, zusätzlichen Spielmöglichkeiten für Kinder und digitaler Angebote auch ein überarbeitetes Küchen- und Bestellsystem", heißt es vollmundig seitens McDonald's.

In den neuen Filialen kann man mittlerweile nicht mehr nur am Schalter bestellen. Sind die Schlangen zu lang, kann der Kunde einfach das digitale Bestellterminal nutzen und seine Bestellung später in Empfang nehmen.

Ganz ungewohnt für Fastfood-Restaurants: Mitarbeiter sollen zu den Kunden an den Tisch kommen. Alle Produkte werden erst nach Bestellungseingang zubereitet. Ob das das "Fast" aus dem Konzept "Fastfood" nimmt, bleibt abzuwarten.

Wem das alles noch nicht reicht, der kann sich auf die App zur Bestellung freuen. Laut Unternehmen soll diese bald auf den Markt kommen.

Neue Kaffeeautomaten für besseren Kaffee

Aber nicht nur beim Essen soll sich alles ändern: Wie Deutschland-Geschäftsführer Holger Beeck der Zeitung "Welt" erklärt, werden die bisher verwendeten Halbautomaten gegen Siebträgermaschinen ausgetauscht.

Diese mahlen die Bohnen frisch - das soll die Kaffeequalität verbessern. Auch die Filialen ohne McCafé sollen die neuen Automaten erhalten.

So können Kunden alles aus einer Hand erhalten: den frischen Bio-Kaffee für den Weg zur Arbeit und den exklusiven Burger mit Zutaten aus Deutschland nach Feierabend. Ob das alles den massiven Kundenrückgang aufhalten kann? Die weltweit über 400.000 Mitarbeiter von Mc Donald's hoffen darauf.