Bedrohliche Arten: Niedliche Tierchen werden zur Gefahr

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Sie sehen süß und harmlos aus, aber zerstören bestehende Ökosysteme. Diese Tierchen sind in freier Wildbahn leider unerwünscht.

Die EU-Liste der invasiven Arten verzeichnet 26 Tierarten, darunter auch der Marmorkrebs. Alle bisher bekannten Marmorkrebse sind weiblich. Was im ersten Moment hinderlich für die Fortpflanzung erscheint, ist das genaue Gegenteil. Marmorkrebse brauchen zur Vermehrung keinen Partner, sie klonen sich quasi selbst - hundertfach innerhalb weniger Wochen. Das hat drastische Auswirkungen: Andere Arten werden verdrängt.
Die, wie der Name schon verrät, aus der Nilregion stammende Nilgans ist auch in Deutschland heimisch geworden. Ihre Anpassungsfähigkeit und schnelle Vermehrung sorgen für eine weite Ausbreitung. Selbst im urbanen Raum sind sie häufig anzutreffen.
Waschbären sehen niedlich aus, werden in deutschen Wäldern aber langsam zu Problem-Waschbären. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, vermehren sie sich nun auch hierzulande schnell. Jäger, Förster und Naturschützer sehen sie als Bedrohung für das Ökosystem.
Ebenfalls aus Nordamerika eingewandert ist diese Flusskrebsart. Anders als bei Marmorkrebsen, gibt es auch männliche Signalkrebse. Diese Art ist größer als heimische Krebsarten und hat deshalb Vorteile im harten Konkurrenzkampf. Darüberhinaus ist der Signalkrebs immun gegen die sogenannte Krebspest, die er selbst nach Europa eingeschleppt hat.
Er ist größer als andere Froscharten und frisst einfach alles: der nordamerikanische Ochsenfrosch. Mit allen möglichen Amphibienarten steht er in harter Konkurrenz um Futter, wenn sie nicht gar selbst zum Futter für den Ochsenfrosch werden.
Vom Ochsenfrosch zur Biberratte: Auf diesem Bild zeigt sich das auch Nutria genannte Tierchen nicht von seiner Schokoladenseite. Zwischen 2006 und 2016 haben sich die Bestände in Deutschland verdoppelt. Sie sorgen für Schäden am Lebensraum von Uferbewohnern, haben aber auch einen recht seltsamen positiven Effekt ...
... sie drängen die ebenfalls eingewanderte Bisamratte (hier im Bild) zurück. Sie ist für erhebliche Schäden an Wasserwegen verantwortlich und ihre Population kann nur unter größeren Anstrengungen eingedämmt werden.
Der Blaubandbärbling kommt ursprünglich aus Asien, hat sich nun allerdings so rasant in Europa ausgebreitet, dass er es auf diese Liste schafft. Hohe Reproduktionsraten und gute Anpassungsfähigkeit sind sein Erfolgsrezept.
In Europa wurde der Marderhund eingeführt, um sein Fell wirtschaftlich zu nutzen. Seitdem nimmt die Zahl der Tiere zu. Brütende Vögel sollen unter der wachsenden Population am meisten leiden, weshalb er in weiten Teilen Deutschlands und fast ganz Österreich zum Abschuss freigegeben ist.
Die Chinesische Wollhandkrabbe ist ein echter Überlebenskünstler in deutschen Flüssen. Sie steht auf dem Speiseplan von Aalen, Barschen und anderen Fischen sowie dem Graureiher. Aber selbst ein Krebspestbefall verursachte nur geringe Schäden an ihrer Population. Von Anglern wird sie gar nicht gemocht, da sie mit ihren Scheren Reusen beschädigt und sogar Köder von der Angelschnur schneidet.
Alle bisher vorgestellten Tiere haben sich seit ihrer Einwanderung in Deutschland bereits etabliert. Der aus Afrika kommende Heilige Ibis aber wurde bislang nur vereinzelt gesichtet. Trotzdem wird bereits eine umgehende Bekämpfung gefordert, sollte er sich vermehren. Armer Heiliger Ibis.
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