Nicht nur US-Präsident Donald Trump glaubt nicht an den Klimawandel. Viele Menschen halten die Berichte der Wissenschaftler für bloße Panikmache. Nun können sie mit eigenen Augen sehen, welche verheerende Wirkung die steigenden Temperaturen auf Eisbären haben.

Fotograf Paul Nicklen bereiste im vergangenen August die Baffininsel im Kanadisch-Arktischen Archipel. Als er einen schmutzigen weißen Fleck entdeckte, dachte er zunächst, dass es sich um eine Decke handelte.

Bei näherer Betrachtung stellte sich allerdings heraus, dass es ein halb verhungerter Eisbär war. Die bewegenden Bilder sind ein drastischer Beweis für die Auswirkungen des Klimawandels.

Eisbär kämpft mit letzter Kraft ums Überleben

Nach seiner ersten Begegnung mit dem abgemagerten Tier, bei der er ein Foto schoss, beschloss Nicklen wiederzukommen. Nur zwei Tage später suchte er den Eisbären zusammen mit einer Filmcrew. Das dabei entstandene Videomaterial wurde kürzlich von "National Geographic" unter anderem auf Twitter veröffentlicht.

Unter dem Post wird Nicklen zitiert. Er verrät seine Motivation hinter dem Video: "Wenn Wissenschaftler erklären, dass die Bären aussterben, dann möchte ich, dass die Leute sich bewusst machen, wie das aussieht."

Beim Dreh hätte das gesamte Team geweint, verrät der Fotograf im Interview mit der "New York Times". Auch die Reaktionen auf den Post sind überwältigend und emotional. Viele fragen sich, was sie tun können, um zu helfen.

We did not want to get too close to him. I did not want him using his last ounce of energy in trying to avoid us. It took him a long time and a lot of effort to be able to stand up only to collapse again. We let him be. It was one of the hardest decisions I have faced in a long time. I want the images to be able to tell his story. I want to be able to tell the story of his species. He was once a huge male polar bear and now he is a bag of bones, reduced to skin hanging loosely off of his once massive frame. He will be dead soon and I want him to go in peace after living a life as a great polar nomad. We cannot prove that he is in this condition because of a lack of sea ice but is it a glimpse into the future as ice reaches its lowest extent in recorded history? I hear a lot of suggestions from people like “let’s take polar bears to Antarctica so they can eat penguins” or “let’s put out styrofoam platforms so they can be on the ocean”. These suggestions are irrational but it does mean that people do care. The only way polar bears can be saved is by reducing our global carbon footprint and finding renewable energy. It breaks my heart to see this but our team at @sea_legacy is shifting into high gear to continue connecting the world to our ailing marine ecosystems. #MPA #keepoilexplorationoutofthearctic #climatechangeisreal #bethechange #riseup #hedoesnotspeakforme #love #beauty #hungry

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Klimawandel nimmt Lebensraum

Ein Schritt in die richtige Richtung wäre, den Klimawandel endlich als echte Bedrohung anzuerkennen und alles daran zu setzen, seine katastrophalen Auswirkungen – nicht nur auf die Eisbären – abzuschwächen.

Der verursachte Schaden ist bereits groß, wie das Video beweist. Der arktische Lebensraum der Bären verkleinert sich mit den steigenden Temperaturen immer weiter, sie finden keine Nahrung mehr.

Seit 2008 stehen Eisbären auf der Liste der gefährdeten Tierarten. Experten sagen voraus, dass die Population bis zum Jahr 2050 um 30 Prozent schrumpfen wird, wenn sich nichts grundlegend ändert. Die dramatischen Bilder von Nicklen könnten ein letzter Weckruf für Klimawandel-Leugner sein. (cf / jwo)© 1&1 Mail & Media / CF

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Teaserbild: © National Geographic/Paul Nicklen