"Pandas": Bildband zeigt die Arbeit in Panda-Aufzuchtstation

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Die amerikanische Fotografin Ami Vitale schlüpfte in ein Panda-Kostüm, um die Arbeit in Chinas bekanntester Aufzuchtstation abzulichten.

Sie gelten als sexfaul, essen vermeintlich nur Bambus und sind wahrscheinlich die berühmtesten "Botschafter" Chinas. Pandas, die schwarz-weißen Schwergewichte mit den Kulleraugen haben aber noch viele unbekannte Seiten. Die kann man jetzt im Bildband "Pandas" bestaunen.
Drei Jahre lang hat die Fotografin Ami Vitale die Tiere in einem chinesischen Naturreservat und der bekannten Aufzuchtstation Chengdu fotografiert. Um nicht aufzufallen, schlüpfte sie in ein Pandakostüm.
Ihre letzte Station war die vielleicht skurrilste. In der Panda-Zuchtstation tragen Forscher wie Pfleger Panda-Kostüme.
Die Kostüme werden zudem mit Panda-Urin besprüht. Diese Tarnung hilft dabei, dass sich die Tiere nicht an den Menschen gewöhnen und weiterhin wild bleiben.
Etwa die Hälfte der Panda-Geburten in Gefangenschaft sind Zwillingsgeburten. Die meisten Mütter kümmern sich aber nur um ein Baby, sodass Pfleger die ergänzende Mutterrolle übernehmen müssen.
So wie bei diesem zwei Monate alten Panda. Er muss vom Pfleger großgezogen werden. In freier Wildbahn entwöhnen sich die Bären erst nach acht bis neun Monaten von ihrer Mutter. Insgesamt bleiben sie zwei Jahre bei ihr.
Als Fotografin Ami Vitale 2015 die Station besuchte, konnten besonders viele Neugeborene bestaunt werden. 18 Baby-Pandas versammelte sie auf ihrem Portrait. Die Kleinen riechen übrigens wie nasse Hundewelpen.
Montagmorgen-Stress in der Station. Bevor es raus zur "Arbeit" geht, wird das Panda-Baby gewogen. Pandas gehören zu den am schnellsten wachsenden Säugetieren: Im ersten Lebensmonat wächst ihr Gewicht um mehr als das Dreifache.
Auch außerhalb der Station, im Naturreservat, werden die Baby-Pandas alle zwei Monate gewogen. Sobald die Mutter außer Reichweite ist, nutzen die Pfleger die Gelegenheit, um einen kurzen Check durchzuführen. Zu viel Kontakt vermeiden die Pfleger, damit die Tiere später besser ausgewildert werden können.
Mit ihrem Bildband will die Fotografin die Menschen für Natur- und Artenschutz sensibilisieren: "In einer Welt mit sieben Milliarden Menschen müssen wir uns als Teil der Umwelt sehen. Unser Schicksal ist mit dem der Tiere verbunden. Die Natur zu schützen bedeutet, uns selbst zu schützen."
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