Stürme in Indien, Überschwemmungen in Afrika und Hitzerekorde in Pakistan: Der vergangene Monat hat weltweit extremes Wetter gebracht. Auch Deutschland erlebte den wärmsten April seit Messbeginn - und extreme Wetterlagen werden noch zunehmen.

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In Nordindien kamen bei Sand- und Staubstürmen nach Angaben der Sprecherin der Weltwetterorganisation (WMO) Clare Nullis in den vergangenen Tagen mehr als 100 Menschen ums Leben. Stürme seien vor der Monsunsaison zwar normal, aber die Heftigkeit sei in diesem Jahr ungewöhnlich.

In Pakistan wurden am 30. April an zwei Orten 50 Grad Celsius gemessen. Die WMO kenne keinen anderen Ort, an dem im April jemals so hohe Temperaturen gemessen wurden.

Die Hitzewelle in Pakistan halte schon seit März an. An 30 Orten wurden demnach neue Höchstwerte gemessen. In Ostafrika wurden Zehntausende Menschen durch überdurchschnittliche Regenfälle in die Flucht getrieben.

Auch Deutschland verzeichnet Wärmerekord

Wie Argentinien hat auch Deutschland einen Wärmerekord im April verzeichnet. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war es mit hochgerechnet 12,4 Grad Temperaturdurchschnitt der wärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen 1881.

Das Umweltbundesamt sprach bereits Ende 2015 davon, dass Deutschland den Klimawandel in den kommenden Jahren deutlich zu spüren bekommen wird.

Die Eisfläche in der Arktis sei im April ebenfalls deutlich kleiner gewesen als üblich, so die WMO. Das Beringmeer zwischen Nordamerika und dem Nordosten Asiens habe im April normalerweise eine halbe Million Quadratmeter Eis, sei in diesem Jahr aber praktisch eisfrei gewesen.

Extreme Wetterlagen werden zunehmen

Für die WMO in Genf ist klar: "Extreme Wetterlagen wie Hitzewellen und heftige Regenfälle werden häufiger und intensiver, und das ist die Folge des Klimawandels", sagte Nullis in Genf.

Auch Thomas Deutschländer, Klimaexperte beim Deutschen Wetterdienst, erklärte in einem Interview mit unserem Portal: "Wir werden in Deutschland zunehmend heiße Sommer bekommen. Damit verbunden könnte es auch deutlich heftigere Gewitter, Sturmböen, Sturzfluten und Hagel geben. Aber es wird nicht in jedem Jahr gleich sein."

Ein Weltuntergang müsse aber nicht prophezeit werden. Das Klima sei variabel.

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(dpa/ff)