Am 21. Juli 1969 betraten die beiden US-amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond. Viele Kritiker behaupten allerdings, dass die USA das historische Geschehen nur inszeniert hätten. Wir beleuchten die bekanntesten und skurrilsten Verschwörungs-Standpunkte zur Mondlandung.

"Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit." Diese Worte von Neil Armstrong sind bis heute unvergessen. Ebenso die Bilder, wie der Kommandant von Apollo 11 als erster Mensch vor 45 Jahren den Mond betritt. Die Nasa vollbrachte eine technische Meisterleistung, die Raumfahrer sicher auf die Oberfläche des Erdtrabanten und wieder zurück zur Erde zu bringen. Mitten im Kalten Krieg übermittelten die USA auch ein Signal an die ehemalige UdSSR: Die US-Amerikaner stellten ihre technische Überlegenheit unter Beweis.

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Mond-Souvenirs für die Ewigkeit

Diese "Andenken" ließen Neil Armstrong und Buzz Aldrin bei der ersten Mondlandung auf dem Erdtrabanten zurück.

Etwa 600 Millionen Menschen folgten 1969 gebannt der Liveübertragung der Mondlandung vor dem Fernseher. Doch schnell meldeten sich Skeptiker zu Wort und behaupteten, dass die Bilder gefälscht seien und die Raumfahrtmission Apollo 11 unter der Leitung der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA nie stattgefunden habe. Mit Bill Kaysings Buch "We Never Went To The Moon: America's Thirty Billion Dollar Swindle" nahm 1974 die erste Verschwöhrungstheorie Formen an. Er wollte beweisen, dass die Nasa die Mondlandung in einem Filmset nachgespielt habe. Diese These fand zunächst nur wenige Anhänger, bis sie sich ab den 1990ern über das Internet verbreitete. Anhand von kleinen Details versuchen die Skeptiker bis heute, die Inszenierung der Apollo-11-Mission zu beweisen. Allerdings lassen sich diese Behauptungen widerlegen.

Warum weht die US-Flagge im Wind?

Der Mond hat keine Atmosphäre. Wie konnte die Fahne wehen, die die Astronauten in den Boden steckten? Verschwörungstheoretiker glauben, dass die USA die Allmission auf der Erde aufgenommen hat. Angeblich stand die Kulisse in der Area 51, einem militärischen Sperrgebiet in der Wüste von Nevada. Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach Stanley Kubrick Regie geführt hat und Walt Disney als Berater mitwirkte.

Die Erklärung: Indem die Astronauten die Fahne in den Mondboden rammten, kam das Tuch in Bewegung. Ein Stab an der Oberseite hielt das Nationalitäten-Symbol, an dem sie gleichsam pendelte. Ohne Luft kommt das Schwingen der Fahne nicht zum Stillstand. Um diesen Effekt im Filmstudio zu erzielen, hätte man einen Ventilator verwenden müssen – dadurch wäre allerdings der sandige Boden aufgewirbelt worden.

Warum konnten die Astronauten nicht höher springen?

Die Schwerkraft auf dem Mond ist nur etwa ein Sechstel so hoch wie auf der Erde. Die Astronauten bewegen sich trotzdem sehr träge und können nicht besonders hoch hüpfen, nur etwa 30 bis 40 Zentimeter.

Die Erklärung: Die Astronauten trugen bei den Mondmissionen Anzüge mit einem Gewicht bis zu 90 Kilogramm – mussten also noch mal so viel Masse in Bewegung setzen, wie sie selbst wiegen. Auf der Erde könnten sie sich mit der Ausrüstung nur wenige Zentimeter in die Höhe bewegen.

Kann man auf dem Mond überhaupt fotografieren?

Verschwörungstheoretiker zweifeln daran, dass Fotos auf dem Mond mit der damaligen Technik überhaupt möglich waren. Die Temperaturen auf der Mondoberfläche schwanken nämlich zwischen minus 160 Grad Celsius und plus 130 Grad Celsius. Das Filmmaterial hätte entweder gefrieren oder schmelzen müssen.

Die Erklärung: Minus 160 Grad Celsius herrschen in der Mondnacht, bis zu 130 Grad Celsius am Mondmittag. Die Nasa plante die Landung der Mission zeitlich so ein, dass sie nicht bei den extremen Temperaturen stattfand. Während sich die Astronauten auf der Oberfläche befanden, waren es dort 20 bis 25 Grad Celsius.

Warum sind auf den Fotos keine Sterne zu sehen?

Dass der Himmel auf den Aufnahmen vollkommen schwarz ist, werten Kritiker als Beweis dafür, dass die vermeintlichen Astronauten die Bilder in einer Studiohalle geschossen hätten.

Die Erklärung: Die Filme besitzen keinen sehr hohen Kontrastumfang. Um die Sterne auf den Bildern sichtbar zu machen, wären sehr lange Belichtungszeiten nötig gewesen. Dadurch hätten die Mond-Fotografen die hellen Objekte – also die Astronauten und Raumfahrzeuge – völlig überbelichtet.

Warum sind die Schatten nicht parallel?

Auf einigen Fotos sind mehrere Objekte gleichzeitig zu sehen, deren Schatten aber nicht parallel verlaufen. Da die Sonne aber die einzige Lichtquelle ist, handelt es sich dabei um einen Widerspruch, so die Meinung der Verschwörungstheoretiker. Sie erklären es damit, das Studioscheinwerfer zum Einsatz kamen, um die Szenen auszuleuchten.

Die Erklärung: Der Verlauf des Schattens hat mit der Beschaffenheit des Bodens zu tun. Ist er abschüssig oder ansteigend, hat das Einfluss auf den Verlauf der Schatten. Sie können dadurch kürzer oder länger erscheinen. Gäbe es mehrere Lichtquellen, würde ein und das selbe Objekt mehrere Schatten werfen, was nicht der Fall ist.

Eine Verschwörung immensen Ausmaßes

Skeptiker haben ihre Zweifel an der Wirklichkeit der Mondmission – doch es gibt ebenfalls gute Gründe, an der Verschwörung zu zweifeln. Wie hätte die NASA beziehungsweise die USA es zum Beispiel schaffen sollen, über Jahrzehnte die künstliche Inszenierung der Mondlandung zu verschweigen? Hunderte Mitarbeiter waren in die Mission involviert. Früher oder später hätte sicherlich einer der Apllo-11-Experten das Schweigen gebrochen.

Und selbst wenn die erste Mondlandung inszeniert war, warum folgten dann noch sechs weitere bemannte Reisen zum Mond? Die USA hatten 1969 bereits ihren technischen Fortschritt unter Beweis gestellt, da wären Wiederholungen überflüssig gewesen. Auch von den politischen Gegnern der USA zu dieser Zeit, allen voran der Sowjetunion, gab es keine Bemühungen, die Fälschung der Mission aufzudecken - ein weiterer Beweis für die Echtheit der Apollo-11-Mission.Ganz im Gegenteil: Einige wissenschaftliche Erkenntnisse, die die UdSSR bei ihrem eigenen Raumfahrtprogramm machte, decken sich mit denen der USA.  © Glutamat