Der 13. August ist alljährlich den Linkshändern gewidmet. Hier kommen fünf wirklich überraschende Fakten über "Lefties".

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Bei rund 10 bis 15 Prozent der Weltbevölkerung, so die Schätzung, ist die linke die dominante Hand. Längst weiß man, dass mit der Händigkeit auch die Aktivität im Gehirn verbunden ist. Bei Linkshändern ist die rechte Gehirnhälfte die dominante, bei Rechtshändern gibt die linke den Ton an. Auch das Wissen, dass man Linkshänder nicht umschulen sollte, ist inzwischen hierzulande zum Glück weitgehend verbreitet. Hier kommen fünf wirklich überraschende Fakten.

1. Linkshänder haben in vielen Sportarten einen Vorteil – außer beim Golf

Linkshänder haben das Überraschungsmoment auf ihrer Seite und profitieren davon besonders in sportlichen Duellen. So können Rechtshänder beispielsweise nur schwer einschätzen, wohin ein Linkshänder einen Tennisball schlagen wird.

In Sportarten wie Tischtennis und Fechten beträgt der Anteil der Linkshänder in der Weltspitze rund 30 Prozent und liegt damit deutlich höher als der Anteil der Linkshänder in der Gesamtbevölkerung. Gibt es allerdings keinen direkten Gegner, wie beispielsweise beim Schwimmen, so verpufft dieser Effekt und Links- und Rechtshänder sind gleich auf.

Ausflüge müssen nicht immer ein Vermögen kosten. Auch für wenig Geld können Paare romantische Stunden verbringen.

In manchen Sportarten sind Linkshänder sogar benachteiligt. Beim Golf zum Beispiel gibt es wenig passendes Equipment für Linkshänder, weil die Schläger für Rechtshänder konzipiert sind.

2. Linkshänder sind bei der Geburt im Durchschnitt leichter

Ganz entschlüsselt ist es noch nicht, warum ein Mensch Links- oder Rechtshänder wird. Gene scheinen dabei jedoch eine wichtige Rolle zu spielen, denn Kinder von Linkshändern sind überdurchschnittlich oft ebenfalls Linkshänder. Allerdings gibt es auch eineiige Zwillinge mit unterschiedlicher Händigkeit.

Der Testosteronspiegel im Mutterleib steht ebenfalls unter Verdacht, die Linkshändigkeit zu beeinflussen. Die umstrittene Vermutung, ein höherer Testosteronspiegel während einer bestimmten Phase der Embryonalentwicklung könne eine Tendenz zur Linkshändigkeit fördern, wird in der Wissenschaft immer wieder kontrovers diskutiert.

Auch zwischen niedrigem Geburtsgewicht und Linkshändigkeit scheint es möglicherweise einen Zusammenhang zu geben. Wie eine Studie der Universität Helsinki nachwies, sind Babys mit geringem Geburtsgewicht überdurchschnittlich oft Linkshänder. Auch bei Zwillingen und Drillingen komme Linkshändigkeit häufiger vor, als bei Einzelschwangerschaften.

3. Katzen sind eher Rechtspfoter, Kater eher Linkspfoter

Nicht nur bei Menschen gibt es Links- und Rechtshänder, sondern im gesamten Tierreich. So sind 100 Prozent der Helmkakadus Linkshänder, Schimpansen überwiegend Rechtshänder und Gorillas benutzen beide Hände.

Forscher der Queen’s University in Belfast haben in einer Studie untersucht, welche Pfote unsere Stubentiger vorziehen. Das Ergebnis: Während Katzen die rechte Pfote bevorzugen, ist bei Katern die linke Pfote oftmals die präferierte, wenn es darum geht, welche Pfote sie zuerst anheben, mit welcher Tatze sie nach Leckerli angeln und mit welcher sie mit einem Gegenstand spielen.

Dieses Phänomen, so die Vermutung der Forscher, könnte hormonell bedingt sein.

4. Linkshänder können stärker auf beide Gehirnhälften zugreifen

Die rechte Gehirnhälfte gilt als die kreative. Da diese bei Linkshändern dominant ist, wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen Linkshändigkeit und ausgeprägter Kreativität besteht.

Eine australische Studie kommt zu dem Schluss, dass bei Linkshändern die Verbindung zwischen der linken und der rechten Gehirnhälfte schneller geschieht, so dass sie beide Hälften effektiver nutzen können und Informationen schneller verarbeitet werden.

5. Linkshänder sind nicht intelligenter – aber es gibt größere Schwankungen

Doch sind Linkshänder auch klüger, wie es berühmte Beispiele wie Albert Einstein, Johann Wolfgang von Goethe und Marie Curie nahelegen?

Am University College London wurden, unter der Leitung von Händigkeitsforscher Chris McManus 11.000 Kinder auf den Zusammenhang zwischen Händigkeit und Intelligenzquotient hin untersucht.

Das Ergebnis: Per se intelligenter sind Linkshänder nicht. Der IQ von Links- und Rechtshändern war durchschnittlich gleich hoch. Allerdings war die Verteilung ungleichmäßig. So gab es sowohl unter den hochbegabten Kindern als auch bei Kindern, die stark zurückgeblieben waren, mehr Linkshänder, als unter den Normalbegabten.

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