An heißen Sommertagen ist man selten alleine zu Hause. Ameisen laufen auf ihrer Schnellstraße über die Terrasse, Wespen machen sich über den Kuchen her, Fliegen summen um die Obstschale, Stechmücken suchen nach Blut. Wie hält man die Plagegeister auf Abstand?

Wer kennt das nicht? Die ganze Nacht nervt eine Stechmücke im Schlafzimmer. Ihr fieses Summen raubt im besten Fall nur den Schlaf. Wenn sie aber auch noch sticht, kommt böses Jucken hinzu. Am Morgen wird die Mücke abgelöst von der Stubenfliege, einem dicken, schwarzen Brummer, der ständig an die Fensterscheibe fliegt. Ganz klar: Der Sommer ist die Hochzeit für viele Insekten, die uns tierisch auf die Nerven gehen. Zeit für ein paar Tipps, wie man sie ohne Einsatz von Chemie richtig auf Abstand hält:

Wespen

Der größte Fehler bei ihnen ist, sie zu verjagen. Denn fühlen sich die Tiere angegriffen, greifen sie selbst an. Falsch ist es daher auch, sie anzuhauchen, sich in ihre Flugbahn zu stellen oder hektische Bewegungen zu machen. Und natürlich sollte man die Nester des Wespen in Ruhe lassen, rät die Initiative Faire Wespe des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbands (DSV) und des Vereins zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung.

Falls der Sommer endlich mal kommen sollte, wird ihn eine Plage begleiten.

Und wie wird man sie dann los? "Am besten gar nicht erst anlocken", nennt Julian Heiermann, Zoologe beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), den banal klingenden, aber tatsächlich effektivsten Rat. "Das heißt nicht, dass das Kaffeekränzchen nicht draußen stattfinden darf." Doch sollte man süße Düfte, die Wespen anlocken, so gering wie möglich halten - also zum Beispiel Kuchen stückchenweise rausbringen oder alles gut abdecken.

Und für Kinder rät Heiermann: Bierdeckel auf die Limo-Gläser, ein Loch stechen und einen Strohhalm durchstecken. Aber der darf nicht zu dick sein, sonst kriechen die Tiere hinein.

Heiermann hat noch einen Tipp: "In Studien wurde festgestellt, dass Wespen total scharf auf grüne Weintrauben sind." Das kann man sich zunutze machen. "Aber erst, wenn schon sehr viele Wespen da sind." Dann einen Teller mit Trauben in etwas Entfernung zum Tisch aufstellen - das lockt die Tiere weg. Reife Früchte sind am besten, denn ihr höherer Zuckergehalt lockt besonders. Die Fachverbände der Schädlingsbekämpfer raten auch, nahe bei Terrassen und Balkonen auf Wespen-Futterquellen wie Fallobst und Mülltonen zu verzichten.

Fruchtfliegen

Tauchen sie auf, ist das Obst in der Schale überreif. Aber auch gärende Fruchtsäfte, Wein, Essig oder Bier locken die winzigen Tiere an, der Kompost und Biomülltonnen sind eine Oase für sie. Was tun? Hundertprozentig kann man sich vor Fruchtfliegen nicht schützen, erklärt der DSV. Aber ihrer explosionsartigen Vermehrung lässt sich vorbeugen - etwa indem im Sommer Obstabfälle nicht mehr auf dem Kompost landen, sondern in der Biomülltonne, deren Deckel immer gut geschlossen ist. Die Reste werden außerdem am besten vorher in Zeitungspapier eingewickelt. Im Haus lagert Obst im Kühlschrank.

"Wenn sich dann doch noch ein Fliegenstaat etabliert hat, sind sie lästig. Aber es gibt einen Trick", verrät Nabu-Experte Heiermann. Er schneidet einer PET-Flasche den Kopf ab und steckt diesen verkehrt herum in die Öffnung der Flasche, "das sieht in etwa aus wie eine Reuse." Zuvor gibt Heiermann noch etwas reifes Obst in die Flasche. Das lockt die Tiere durch den Flaschenhals - und man kann sie besonders gut darin weg- und ins Freie transportieren und aussetzen. "Das ist supereffektiv und kostet nicht viel", erklärt Heiermann.

Stubenfliegen

Sie sind schwieriger zu fangen, denn ins Haus kommen eigentlich nur erwachsene, besonders flinke Exemplare. Auch hier rät Heiermann zum Abhalten statt zum Vertreiben.

Also: ein Fliegennetz an Terrassen- und Balkontür sowie den Fenstern installieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zuschneidbare Gitter aus Kunststoff bringen Klettbänder für den Rahmen mit. Diese Variante hat eine geringe Haltbarkeit, und die Fenster lassen sich damit schwieriger reinigen, erklärt der Verband Fenster + Fassade.

Spannrahmen mit Fiberglasgewebe und Halterung sind dafür etwas teurer. Für Balkon- oder Terrassentüren gibt es Drehrahmen, die sich wie die Tür selbst öffnen und schließen lassen. Auch für Haus- und Nebeneingänge gibt es spezielle Pendel- oder Schwingrahmen, die sich sogar in beide Richtungen bewegen lassen. Für Fenster eignen sich Insektenschutz-Rollos, die flexibel heruntergelassen werden.

Stechmücken

Auch sie werden am besten mit Netzen vor Fenstern und Türen abgehalten. Außerdem hilft laut Heiermann das Tragen heller Kleidung. Diese sollte nicht eng anliegen, denn dadurch stechen die Tiere schon mal.

Ameisen

Sie lassen sich umleiten. Ein Strich Kreide blockiert ihre Straße zum Haus, erklärt das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN). Den Verkehr auf Ameisenstraßen stören auch Farnkraut, Wachholderblätter, Kerbel, Lavendelöl oder -blüten. All dies beeinflusst den Orientierungssinn der Ameisen. Weitere Alternativen sind Zitronenschalen oder Zimtpulver etwa vor der Terrassentür. Um Ameisen den Zugang zum Haus aber ganz zu verwehren, müssen Schlupflöcher mit Silikon oder Leim versiegelt werden.   © dpa