Es ist ein wundervolles Gefühl, anderen Menschen eine Freude zu machen. Freut sich jemand zum Beispiel über das Geschenk, dass wir mitgebracht haben, wird uns selbst ganz warm ums Herz. Aber warum ist das eigentlich so?

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Die Freude der Menschen daran, Gutes zu tun, ist wissenschaftlich bewiesen. Forscher der US-amerikanischen University of Oregon haben untersucht, was sich im Gehirn von Leuten tut, die Geld spenden.

Die Scans zeigen, dass beim Spenden der Teil des Gehirns aktiv ist, der für das Empfinden von Freude und Belohnung zuständig ist. Die Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Stephan Meier und Alois Stutzer haben herausgefunden, dass auch ehrenamtliche Arbeit glücklich macht. Laut ihrer Studie sind Menschen, die sich sozial engagieren, ohne dafür Geld zu bekommen, zufriedener als diejenigen, die das nicht tun.

Der Mensch ist gerne ein Held

"Jeder Mensch ist gerne Held und hat das Gefühl, er tut etwas Gutes. Er gibt der Menschheit und der Natur etwas zurück für das, was er erfahren hat", sagt Psychotherapeut und Coach Stephan Lermer. Und damit meint er nicht unbedingt Heldentaten im wörtlichen Sinn.

Es können ganz alltägliche, für viele selbstverständliche Handlungen sein, wie jemandem die Tür aufzuhalten oder einer älteren Person über die Straße zu helfen. "Jeder Mensch kommt ja als hilfloses Wesen auf die Welt und hat das Interesse, etwas zurückzugeben. Das ist die ursprüngliche Motivation dafür, etwas zu geben", so Lermer.

Außerdem sind Menschen von Natur aus soziale Wesen, erklärt Karlheinz Ruckriegel, Professor an der Technischen Hochschule Nürnberg. "Sie sind gerne in Gemeinschaft und kooperieren gerne mit anderen. Das setzt voraus, dass sie mit anderen gut auskommen. Und wenn wir anderen eine Freude machen, dann ist das eine Investition in die Gemeinschaft."

Wir sind extrem soziale Wesen

Man tut also etwas Gutes für einen anderen, der freut sich und hilft uns, wenn wir einmal Hilfe brauchen. Das ist die Basis für soziale Gefüge, sagt Glückscoach Lermer.

"Wir wissen aus der soziologischen Forschung, dass zum Beispiel Dorfgemeinschaften überwiegend dadurch entstanden sind, weil es nicht ausreicht, Papa und Mama zu sein, um mehrere Kinder großzuziehen."

Man brauche mehr als ein Elternpaar, um Kinder durchs Leben zu bringen, sagt Lermer weiter. "Da hat sich eben ergeben, dass man sagt: Du, kannst Du auf die Kinder aufpassen, weil ich gehe auf den Markt, was kann ich Dir mitbringen?"

Kooperation ist überlebenswichtig

Diese soziale Ader des Menschen hat sich schon vor vielen tausend Jahren entwickelt. Damals war sie überlebenswichtig. Vor etwa 400.000 Jahren habe der Mensch aufgrund von Änderungen in der Nahrungsgewinnung zwei Möglichkeiten gehabt - Entweder er kooperiert oder er stirbt aus, erklärt Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel.

"Kooperation war notwendig, um an genügend Nahrungsmittel zu kommen. Daraus hat sich dann auch das Soziale in uns entwickelt."

Das bedeutet aber nicht, dass wir anderen nur etwas Gutes tun, um selbst etwas dafür zu bekommen, meint Karlheinz Ruckriegel. Der Mensch handelt völlig selbstlos, wenn er anderen eine Freude macht.

"Das lag zwar ursprünglich dahinter, aber das passiert heute unbewusst. Der Einzelne sagt ja nicht: Ich mache das jetzt, damit ich was von Dir bekomme. Der Einzelne sagt sich: Ich tue das, weil ich gerne anderen etwas Gutes tue und weil mich das auch erfreut."

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