Ein Update für Ihr Geografie-Wissen: Es gibt nicht mehr vier Ozeane, sondern fünf. Die National Geographic Society hat das Südpolarmeer, das die Antarktis umgibt, offiziell als Ozean anerkannt.

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Atlantischer Ozean, Pazifischer Ozean, Indischer Ozean und Arktischer Ozean: macht vier. Doch in dieser Reihe fehlt einer – zumindest, wenn es nach der National Geographic Society geht.

Die Gesellschaft, die nicht nur ein Magazin veröffentlicht, sondern auch Landkarten herstellt, hat das antarktische Meer offiziell als fünften Ozean anerkannt, als den "Südlichen Ozean". So soll das Gewässer künftig auf Karten und in Atlanten beschrieben werden.

An der südlichen Kuppe unseres Planeten liegt die Antarktis, nach Australien/Ozeanien und Europa ist sie der drittkleinste Kontinent der Welt. Um die antarktische Landmasse herum treffen die drei großen Ozeane zusammen: der gewaltige Pazifik zwischen Südamerika und Australien, der Atlantik zwischen Südamerika und Afrika und der Indische Ozean, der an Afrika und Australien/Ozeanien grenzt.

Südlicher Ozean ist eigenständiger Wasserkörper

Verbunden sind sie durch eine starke Meeresströmung, den Antarktischen Zirkumpolarstrom (ACC). Der ACC umschließt den gesamten antarktischen Kontinent und transportiert mehr Wasser als jede andere Meeresströmung der Welt. Innerhalb des ACC ist das Wasser kälter und weniger salzig.

Nach Einschätzung der National Geographic Society ist das Gewässer, in dem Pazifik, Atlantik und Indischer Ozean so zusammentreffen, deshalb auch mehr als ein kalter Randbereich der übrigen Ozeane. Der Südliche Ozean sei ein eigenständiger Wasserkörper. Als Grenze soll der 60. südliche Breitengrad gelten.

Blickt man auf das andere Ende der Welt, erscheint das logisch, denn auch das Meer in der nördlichen Polregion gilt als Arktischer Ozean.

Forscherinnen und Forscher sprechen seit Jahrzehnten vom "Südlichen Ozean"

Und völlig neu ist der Ansatz, das Südpolarmeer als Ozean zu definieren, auch nicht. "Das Südpolarmeer wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern schon lange erkannt, aber weil es nie eine internationale Vereinbarung gab, haben wir es nie offiziell anerkannt", sagte dazu Alex Tait, ein Geograf der National Geographic Society.

Die Umbenennung des Gewässers verfolgt vor allem einen Bildungszweck: Als Ozean, so erhoffen es sich die Verantwortlichen der National Geographic Society, konnte dem Südpolarmeer und seinem einzigartigen Ökosystem mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden. Und auf mehr Aufmerksamkeit folgen im besten Fall Bestrebungen, die Region zu schützen und zu bewahren.  © DER SPIEGEL

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