Mit einem halben Jahr Verzögerung hat Tesla sein selbst gestecktes Produktionsziel von 5.000 Fahrzeugen pro Woche für das Model 3 erreicht. Nun rätselt die Branche: Kann Tesla das neue Fertigungstempo wirklich durchhalten?

Tesla hat offenbar sein Ziel erreicht, 5.000 Exemplare des Model 3 pro Woche vom Band laufen zu lassen. Anvisiert hatte das Unternehmen dieses Vorhaben schon für Ende 2017. Doch die Tücken der "Production Hell" (O-Ton Elon Musk) verhinderten zunächst einen reibungslosen Produktionsablauf. Tesla feiert das Ereignis werksintern mit einer großen Tafel, auf der sich die beteiligten Arbeiter mit ihrer Unterschrift verewigen konnten.

Model 3 Montage wird in Zelt weitergeführt

Einiger Aufwand war allerdings nötig, um das Produktionsziel doch noch zu erreichen. Denn Tesla hatte sich zunächst mit einer hochautomatisierten Produktion übernommen. So sollten Fließbänder die benötigten Teile im Werk automatisch verteilen, was jedoch nicht richtig funktionierte. Dazu kamen Engpässe bei den benötigten Batteriepacks. Um mehr Platz für die Produktion zu schaffen, hatte Tesla zuletzt ein Zelt vor dem Werk aufgebaut, wo eine zusätzliche Montagelinie untergebracht wurde.

Insgesamt 7.000 Fahrzeuge hergestellt

Nun gelang es Tesla, an sieben aufeinanderfolgenden Tagen 5.000 Model 3 zu montieren. Im gleichen Zeitraum wurden noch 2.000 Limousinen Model S sowie SUVs vom Typ Model X hergestellt. Damit konnte Elon Musk seine Ankündigung einhalten, die Produktionsrate von 5.000 pro Woche bis Ende Juni 2018 zu schaffen. Der Tesla-Chef twitter stolz "7000 cars, 7 days" - 7.000 Fahrzeuge, 7 Tage. Unklar ist momentan, ob Tesla diesen Produktionsausstoß dauerhaft halten kann, oder ob er das Ergebnis einer einmaligen Kraftanstrengung ist.

Stornierungen der Anzahlung nehmen anscheinend zu

Bei Tesla waren ab April 2016 für das Model 3 etwa 500.000 Vorbestellungen eingegangen. Diese Anzahl beeindruckt umso mehr, als sie mit 1.000 Dollar Anzahlung verbunden war. Laut einem Bericht des Analyseunternehmens Second Measure aus den USA habe inzwischen aber ein nicht unerheblicher Anteil der Anzahler das Interesse verloren.

Anfang Juni 2018 meldete die Analyseplattform in einem Blogbeitrag, dass Tesla in zunehmendem Umfang mit Rückforderungen der Anzahlung konfrontiert sein. Schon 23 Prozent der angehenden Tesla-Kunden hätten ihre Bestellung storniert. Die Angabe beruht auf anonymisierter Auswertung von Kreditkartendaten.  © 1&1 Mail & Media / CF