Farbe auf Finger- und Zehennägeln sieht toll und gepflegt aus. Aber ist die Daueranwendung von Nagellack auch gesundheitlich unbedenklich?

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Lackierte Nägel sind ein Hingucker. Umfragen zufolge lackieren sich 12,6 Millionen Frauen in Deutsch­land mindestens einmal in der Woche die Nägel.

Dabei soll der Nagellack schön glänzen, schnell trocknen und nicht schon am ersten Tag splittern. Hier werden hohe Anforderungen gestellt, die ganz ohne chemische Substanzen nur sehr schwer oder gar nicht zu erfüllen wären.

Jedoch enthalten herkömmliche Produkte in der Regel einige Stoffe, die als gesundheitsschädlich gelten.

Nagellack wirkt oft krebserregend

Die meisten Nagellacke enthalten schädliche Nitrosamine. Diese chemischen Substanzen stehen unter dem Verdacht, stark krebserregend zu sein.

Allerdings landen diese Stoffe nicht bewusst im Nagellack: Sie sind lediglich ein Nebenprodukt der Produktion, das die Hersteller bisher nicht zu vermeiden wissen. Wie sie in den kleinen Fläschchen landen, ist bisher unklar.

Eine Möglichkeit wäre, dass es im Lack zu unbeabsichtigten Reaktionen verschiedener Inhaltsstoffe kommt und dabei Nitrosamine entstehen. Insbesondere das in vielen Nagellacken verwendete Bindemittel Nitrocellulose könnte für die Entstehung der Nitrosamine verantwortlich sein.

Fakt ist jedoch: Die Stoffe können über die Nägel in den Körper gelangen.

„Vegan sein“ bedeutet mehr als den Verzicht auf tierische Produkte in der Ernährung. Denn auch für Kleidung, Medikamente, Pflege- und Kosmetikprodukte müssen Tiere oft leiden.

Hautunreinheiten und Ekzeme im Gesicht

Der Reizstoff Formaldehyd wird von Fachleuten als Hauptverursacher der Nagellack-Allergien bewertet. Im Nagellack findet Formaldehyd Verwendung als Konservierungsstoff.

Bei lackierten Nägeln kann der Stoff nach außen abgegeben werden und durch Berührung mit der Haut an anderen Körperstellen aufgenommen werden. Ausschlag im Gesicht, auf den Wangen oder Augenlidern und Hautreizungen können die Folge sein.

UV-Filter wirken sich auf Hormonhaushalt aus

Damit der Lack in den kleinen Fläschchen nicht vom Sonnenlicht angegriffen wird, setzen viele Hersteller äußerst bedenkliche UV-Filter ein, wie Öko-Test bestätigt.

In 16 der 25 getesteten Nagellacke befanden sich UV-Filter, die den Körper hormonell belasten können.

Einer der Stoffe ist Benzophenon, vor dem auch die EU-Kommission und der BUND warnen. Die hormonelle Beeinträchtigung wurde bereits nachgewiesen – Störungen wie Veränderungen der Geschlechtsorgane wurden bei Tieren dokumentiert.

Weichmacher: Risikofaktor für die Fruchtbarkeit

Viele Nagellacke enthalten den Weichmacher Triphenylphosphat, kurz TPHP. Dieser Stoff wird in der Industrie vielseitig eingesetzt und sorgt beim Nagellack für einen geschmeidigen Glanz.

Sobald Weichmacher wie TPHP vom Körper aufgenommen werden, können sie Einflüsse auf die Fruchtbarkeit haben.

Denn TPHP beeinflusst das Gleichgewicht des Hormonsystems. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt, dass TPHP wie auch bestimmte UV-Filter als "endokriner Disruptoren" den Hormonhaushalt verändern und somit die Gesundheit schädigen kann.

"Endokrine Disruptoren" sind Stoffe, die bereits in geringsten Mengen durch Veränderung des Hormonsystems die Gesundheit schädigen können.

Verträglichere Lacke erkennen

Inzwischen gibt es jedoch immer mehr Nagellacke im Handel, die verträglicher sein sollen. Die entsprechenden Produkte sind als sogenannte 3-Free-, 4-Free- oder 5-Free-Lacke gekennzeichnet. Dabei verzichten die Firmen freiwillig auf besonders umstrittene Lösungsmittel und Weichmacher. 7-Free-Produkte sind zusätzlich vegan hergestellt.

Stiftung Warentest rät, Lacke ohne Bindemittel wie Nitrocellulose zu verwenden und Utopia empfiehlt ausdrücklich zertifizierte Naturkosmetik. Die Hersteller verwenden statt krebserregender Nitrosamine Schellack. Diese Substanz wird aus den Ausscheidungen von Schildläusen gewonnen und ist unbedenklich – allerdings nicht vegan. (dag)

Verwendete Quellen:

  • Stiftung Warentest: FAQ Nagellack
  • Öko-Test: Nagellack ist oft ein krebserregender Hormoncocktail
  • Utopia.de: Essie, Maybelline & Co: Weichmacher im Nagellack kann unfruchtbar und dick machen
  • Allianz.de: Nitrosamine
  • Apotheken Umschau: Kann Nagellack schaden?

Duschgel, Shampoo, Gesichtscreme: In unseren Badezimmern finden sich viele verschiedene Kosmetikartikel. Doch haben Sie schon mal darauf geachtet, welche Stoffe in den einzelnen Produkten enthalten sind? Bei den folgenden Inhaltsstoffen sollten Sie besser vorsichtig sein - Ihrer Gesundheit zuliebe.