Gastronomiefachkräfte und andere Dienstleister erhalten in Deutschland üblicherweise ein Trinkgeld. Doch darf der Chef verlangen, dass Mitarbeiter ihr Trinkgeld abgeben? Wer darf das Geld behalten? Die Antworten finden Sie hier.

Mehr Themen zu Job & Gehalt finden Sie hier

Ob im Hotel, Restaurant oder Taxi: Meist gehört ein Trinkgeld zum guten Ton. Aber wer darf es eigentlich behalten? Die Mitarbeiter? Oder kann der Arbeitgeber die Zusatzgroschen einsacken?

"Das darf der Arbeitgeber natürlich nicht behalten", stellt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Nürnberg, klar. Das Trinkgeld stehe den Mitarbeitern zu. "Das ist ein Geldbetrag, den ein Dritter dem Arbeitnehmer gibt, ohne dass dafür eine bestimmte Leistung erbracht wird."

Mitarbeiter haben Auskunftsanspruch

Diese Regelung sei auch in der Gewerbeordnung verankert, erklärt der Fachanwalt. "Wenn es eine Kasse gibt, dann ist der Arbeitgeber verpflichtet, das an die Mitarbeiter zu verteilen." Arbeitnehmer hätten sogar einen Auskunftsanspruch und dürfen erfahren, wie viel in der Kasse ist.

Zugleich könne der Arbeitgeber aber nicht verlangen, dass Arbeitnehmer Trinkgeld, das sie bekommen haben, in eine Gemeinschaftskasse einzahlen.

Lesen Sie auch: Namen nicht verstanden? So meistern Sie die Situation charmant

(dpa/tmn/tae)

Zur Person: Jürgen Markowski ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) tätig.

Urlaub im Ausland: Wo wird mit Trinkgeld gerechnet?

Im Urlaub sollte man stets auf die Gepflogenheiten im jeweiligen Land achten. Speziell beim Thema Trinkgeld kann es schnell zu beleidigten Servicekräften kommen, wenn man den Obolus im falschen Land anbietet.