Ziehen Sie als Frau im Job immer den Kürzeren? Werden eher ihre männlichen Kollegen gelobt und gefördert als Sie? Wenn das der Fall ist, dann könnte es daran liegen, dass Sie den Männer-Code nicht verstehen. In ihrem aktuellen Ratgeber "Spielregeln im Job durchschauen" hat die Journalistin und Trainerin Isabel Nitzsche aus München diese "Geheim"-Sprache geknackt.

Hierarchische Systeme verstehen"Für die meisten Männer ist es wichtig, einen Platz möglichst weit oben in der Hierarchie einzunehmen, um etwas zu sagen zu haben", betont Nitzsche. Frauen ist Macht dagegen eher suspekt, so gern sie auch gestalten wollen. Sie denken viel weniger in Hierarchie- und Machtkategorien, sondern streben Beliebtheit und Anerkennung an. Diese Art des Denkens wird aber oft zum Problem: "Frauen verstehen zum Beispiel nicht, warum ein größeres Büro oder ein Dienstwagen für die Karriere wichtig sind." Anders die Männer: Sie wissen, wie wichtig die Insignien der Macht für ihren weiteren Aufstieg sind! Frauen, die Karriere machen wollen, müssen also das hierarchische System verstehen, akzeptieren ... und mitspielen oder sich Verbündete suchen, um die Spielregeln zu ändern.

Vorsicht vor PlatzhirschenDas bei den meisten Frauen schwach ausgeprägte Bewusstsein für Hierarchie und Macht gefährdet ihre Position noch in einer ganz anderen Weise: Während Männer wissen, dass man sich nicht blindlings mit Platzhirschen anlegt, ist das Frauen oft gar nicht so klar. Sie sind stark inhaltlich orientiert und merken vielleicht gar nicht, dass sie in der Hitze einer Diskussion der "Nummer Eins" auf die Füße treten. Aber so können sie es sich leicht mit dem Vorgesetzten verscherzen. Nitzsches Tipp: Treten Sie nur dann in einen Kampf mit Platzhirschen, wenn Sie sich das vorher genau überlegt haben. Ansonsten sollten Sie die Dinge lieber unter vier Augen klären. Bewahren Sie dabei Ihr Gegenüber vor einem Gesichtsverlust!Kommunikationsfreude als FallstrickFrauen teilen sich oft gerne mit: Sie erzählen über ihr Privatleben, ihre Sorgen und Probleme. Sie zeigen, wenn sie sich etwas zu Herzen nehmen. Doch gerade diese Kommunikationsfreude verbessert das Standing im Job keineswegs. Schließlich lässt sich bei erfolgreichen Männern ein ganz anderes Verhalten beobachten: "Sie setzen ein Pokerface auf und wirken so cool, souverän und unangreifbar", berichtet Nitzsche. Und das gibt ihnen eine Aura von Wichtigkeit und steigert ihr Ansehen. Wollen Frauen Ähnliches erreichen, dürfen sie diese Erkenntnis nicht außer Acht lassen.

Kritik aushalten

Männer wissen: Am Ende zählt das Ergebnis. Natürlich wissen Frauen das auch. Doch sie fühlen sich erst dann mit einem Resultat richtig wohl, wenn auch alle Anderen zufrieden sind. "Männer können damit leben, wenn nicht alle einverstanden sind und Kritik laut wird, Frauen fällt das viel schwerer", erklärt Nitzsche. Wer aber erfolgreich Ziele umsetzen will, muss die Kritik Anderer aushalten können!

Fleiß nicht überschätzenFrauen überschätzen oft die Wichtigkeit der Leistung. Was zählt, ist aber nicht allein der Fleiß. Es ist zum Beispiel viel erfolgversprechender, an den wirklich wichtigen Projekten im Unternehmen beteiligt zu sein statt mit Bienenfleiß jede Routinearbeit zu übernehmen. Nitzsche bringt es so auf den Punkt: "Übermäßig fleißige Mitarbeiter sind leichter Burnout-gefährdet. Und Fleiß ist kein Alleinstellungsmerkmal." Doch genau dieses Merkmal ist notwendig, um sichtbar zu werden! Männer scheinen das schon instinktiv zu wissen.Verbündete suchen"Jungs spielen lieber mit Jungs", stellt Nitzsche fest. Wer in einer Männerdomäne vorankommen will, sollte das wissen. Deswegen empfiehlt die Buchautorin, mit Männern gemeinsame Themen zu finden und sich auf Unterhaltungen mit ihnen über Politik, Sport und Autos einzulassen. "Suchen Sie sich Verbündete und Unterstützer!"Literaturtipp:Isabel Nitzsche: Spielregeln im Job durchschauen. Frauen knacken den Männer-Code, 2011, Kösel, 191 Seiten, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-466-30941-