Langweiler, Faulenzer, Erbsenzähler ... diese Stichworte fallen häufig, wenn von Beamten die Rede ist. Dabei üben Menschen mit Beamtenstatus nicht nur langweilige und eintönige Büroarbeiten aus, sondern sind teilweise als Polizisten und Feuerwehrmänner auch in brenzligen Jobs tätig.

Doch die Vorurteile halten sich hartnäckig. So glauben viele immer noch, dass es Lehrern besonders gut geht … haben sie doch angeblich längeren Ferien als alle anderen und obendrein schon mittags Feierabend.

Natürlich bekommen nicht nur die Beamten in Sachen Jobklischees ihr Fett weg: Viele Zeitgenossen haben ein ganz genaues Bild davon, welchen Charakter ein Kreativer oder ein IT-ler hat. So haben Kreative im Allgemeinen und Künstler im Besonderen den Ruf, exzentrisch zu sein. Sie gelten aber auch als selbstverliebt, oberflächlich und sprunghaft. IT-ler hingegen sind als menschscheu, realitätsfern und nicht selten auch als Fachidioten verschrien. Einen ähnlichen Ruf haben auch Wissenschaftler der verschiedensten Fakultäten. Besonders Geisteswissenschaftlern geht der Ruf voraus, Sonderlinge und Bücherwürmer zu sein. Die Sekretärin gilt dagegen als kaffeekochendes Seelchen vom Vorzimmer, die intellektuell nur gering belastbar ist. Dieses Image teilt sie mit Friseurinnen.

Dass all dies Vorurteile und Klischees sind, kann jeder erkennen, der Vertreter dieser Berufe näher kennt. Nicht alle Wissenschaftler sind weltabgehoben und schusselig und unter den Kreativen gibt es auch den weniger exzentrischen Typ. Sekretärinnen sind oft hoch qualifizierte Office-Managerinnen. Wer Ärzte kennt, wird wahrscheinlich weniger mit Leuten zu tun haben, für die Patienten nur ein Hindernis auf dem Weg zum Golfplatz sind oder die gerne mal Krankenschwestern vernaschen. Vielmehr wird er von langen Dienstzeiten und schlechter Bezahlung für Nachwuchsmediziner erfahren.

Dennoch sind einige Klischees nicht nur aus der Luft gegriffen. Denn schließlich suchen sich viele Menschen einen Job aus, in dem ihre Fähigkeiten und Kompetenzen gebraucht werden. Dazu raten auch Karrierecoachs. Wer etwa mit Zahlen und Daten nicht umgehen kann und in Mathematik nur schlechten Noten hatte, wird kaum auf die Idee kommen, Controller zu werden. Würde er diesen waghalsigen Versuch unternehmen, hätte er auf dem Arbeitsmarkt vermutlich schlechte Chancen. Eine gewisse Genauigkeit ist in diesem Job einfach vonnöten und in diesem Fall kein Klischee. Auch gehört bei Künstlern eine gewisse exzentrische Art und ein Hang zur Selbstdarstellung fast schon zu den geforderten Skills. Denn sonst wird er es als Maler oder Schauspieler bei der Selbstvermarktung nicht besonders leicht haben.

Deshalb suchen sich viele Berufseinsteiger Jobs und berufliche Umfelder aus, die zu ihren charakterlichen Eigenschaften passen. Denn Menschen erbringen dort die besten Leistungen, wo sie sich zu Hause fühlen und nicht dort, wo sie gegen den Strich gebürstet werden.

Umgekehrt färbt aber auch der Job auf die Beschäftigten ab, insbesondere, wenn sie schon lange dabei sind. So geht den Lehrern der Ruf voraus, dass sie alle Welt wie Schüler behandeln. Erzieherinnen müssen mit dem Klischee leben, ihr Gegenüber gern als Kind zu anzusehen - auch wenn es die Volljährigkeit deutlich überschritten hat.

Aber letztendlich bleibt jeder ein Individuum. Ein Investmentbanker ist nicht notwendigerweise ein verantwortungsloser und gewissenloser Egoist und nicht jede Nonne erfüllt das Klischee der süßlich lächelnden weltfremden Ordensfrau. Gott sei Dank!

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