Viele Skigebiete in den Alpen erhöhen wieder die Preise für Skipässe. Im Durchschnitt müssen Wintersportler diese Saison zwei bis fünf Prozent mehr ausgeben als im Vorjahr. Doch es gibt auch Sparmöglichkeiten.

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Skifahren ist ein teures Vergnügen und auch in der aktuellen Saison ziehen vielerorts die Preise wieder an. So steigen die Kosten für ein Tagesticket in der Hauptsaison in Saalbach-Hinterglem (Salzburg) um zwei Euro auf 55 Euro, in Kitzbühel (Tirol) von 55 auf 57 Euro. Der Skipass auf der Zugspitze (Bayern) ist jetzt für 46,50 statt für 45 Euro zu haben.

Auch für Mehrtageskarten müssen Skiurlauber tiefer in die Tasche greifen. So liegt der Verbundskipass Alpen Plus mit den Skigebieten Spitzingsee-Tegernsee, Sudelfeld und Wallberg (Bayern) für sechs Tage jetzt bei 195 statt 180 Euro im Vorjahr. In der SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental stieg der Preis um fast zehn Euro auf 249 Euro für einen 6-Tages-Pass.

Besonders teuer ist Skifahren in der Schweiz. So müssen Wintersportler für den Tagespass in Zermatt 79 Franken (ca. 69 Euro) berappen. In Arosa-Lenzerheide kostet die Tageskarte 75 Franken (ca. 66 Euro).

Sparen abseits des großen Skicircus

Sparfüchse steuern in diesem Winter kleinere Skigebiete an. Bei der Buchung sollte man jedoch auf die Anzahl der Pistenkilometer achten und sich über die Schneesicherheit informieren. Denn kleinere Gebiete investieren oftmals weniger in Beschneiung als die großen Regionen.

Als Geheimtipp gilt das österreichische Kühtai (Tirol). Mit seiner Lage auf über 2.000 Metern sind seine 41 Pistenkilometer relativ schneesicher und die Tageskarte für 40 Euro ist preiswert.

Bezahlbar sind auch die Skipässe in Hochkössen im Tiroler Kaiserwinkel (40,50 Euro), im Skigebiet Dreiländereck bei Villach (Kärnten, 36,50 Euro) oder im Arbergebiet im Bayerischen Wald (35 Euro).

Mehrtageskarten in der Nebensaison besonders günstig

Viele Skigebiete rufen für die Skipässe je nach Reisedatum unterschiedliche Preise auf. Wer zeitlich flexibel ist, sollte daher in der Nebensaison fahren.

Unabhängig von der Reisezeit kommt man in der Regel mit Mehrtagestickets günstiger weg als beim Kauf von Tagespässen. Einige Skigebiete bieten Extras bei Mehrtageskarten. So ist beispielsweise bei Skipässen ab vier Tagen auf der Gerlitzen Alpe der tägliche Eintritt ab 17:00 Uhr in die Kärnten-Therme bereits enthalten.

Eine ganz neue Richtung schlagen einige Schweizer Skigebiete ein: Sie haben dynamische Modelle eingeführt. Die Preise variieren je nach Buchungs- und Urlaubszeitraum, ähnlich wie bei Flugreisen. Für St. Moritz beispielsweise gilt: Wer früh bucht, profitiert. Bei der Online-Buchung variieren die Tagespreise zwischen 45 und 72 Franken – je nach angebotenem "Snow Deal".

Günstig wedeln an ausgewählten Tagen

Insbesondere die großen Skigebiete locken mit speziellen Ski-Angbeoten. So gibt es in den fünf Ski-amadé-Regionen das "4=3 Package", mit dem Wintersportler vier Tage Skifahren, aber nur für drei Tage zahlen. Freundinnen bekommen in der "Ski amadé Ladies Week" vom 23. bis 30. März 2019 beim Kauf eines Skipasses einen zweiten geschenkt. Praktisch: Die Ladies Week gilt jetzt auch für Gentlemen.

Einige Regionen haben sogar feste Ladies- und Mens Days. In der SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental fahren Herren immer dienstags zum Jugendtarif, das Gleiche gilt mittwochs für Damen. Bei den Alpenbahnen Spitzingsee ist ebenfalls mittwochs Ladies Day, es gilt ein Sonderpreis von 18 Euro. Täglich ab 14:30 Uhr fahren hier alle mit dem Happy-Hour-Skipass für 14 Euro.

Frauen erhalten diesen Winter beim montäglichen Ladies Day in Kitzbühel 20 Prozent Ermäßigung auf die Tageskarte. Das gleiche gilt für Männer am Mens Day, der jeden Freitag stattfindet. Dienstags und Donnerstags profitieren Senioren über 60 von der Ermäßigung.

Ein Tipp für alle, die früh anreisen: In Saalbach sind Skipässe ab einer Gültigkeit von einem Tag bereits ab 15 Uhr des Vortages gültig, Flutlichtpisten und Nachtrodeln inklusive.

Gute Konditionen für Familien

Ob Montafon (Vorarlberg), Gastein (Salzburg) oder Alpbachtal (Tirol) - in vielen Skigebieten fahren Kinder ab dem Geburtsjahrgang 2013 in diesem Winter gratis. Auch das dritte Kind erhält oftmals kostenlos einen Skipass. Für Kids ab sechs Jahren gelten hingegen Kinderpreise, nur wenige Skigebiete haben auch für die Größeren noch spezielle Angebote.

In der Gletscherwelt Weißsee (Salzburg) beispielsweise können Kids bis zwölf Jahre gratis Skifahren, Kinder bis neun Jahre haben freie Fahrt in Zermatt (Wallis). Am Stubaier Gletscher (Tirol) brauchen alle unter zehn Jahren keinen Skipass bezahlen. Ähnliche Angebote gibt es am Großglockner oder im Pitztal. Achtung: Gratis Skipässe gelten meist nur bei zahlenden Eltern.

In anderen Regionen gibt es interessante Ermäßigungen für die Kleinen. Ein Beispiel: Kinder bis zehn Jahre fahren in Hochkössen im Kaiserwinkl in Begleitung eines erwachsenen Vollzahlers mit der Schneemannkarte für nur drei Euro pro Tag.

Familien mit ganz kleinen Kindern können sich in einigen Skigebieten gegen Aufpreis eine Liftkarte teilen. Während ein Elternteil auf den Nachwuchs aufpasst, fährt der andere auf den Berg.

Steigende Kosten im Skigebiet

Grund für die Preiserhöhung im Winter sind die Ausgaben. "Zur Steigerung der Skipasspreise kann gesagt werden, dass sämtliche Kosten gedeckt sein müssen", erklärt Christoph Eisinger, Geschäftsführer von Ski amadé. "Dazu zählen unter anderem Kosten für die Beschneiung und den Ausbau der Schneesicherheit, aber auch Investitionen in Seilbahnen und Liftanlagen, Energiekosten, Personalkosten und vieles mehr. Diese Positionen steigen von Jahr zu Jahr."

Viele Skigebiete investieren, um attraktiv zu bleiben. So nimmt das Gasteinertal im Winter die neue Schlossalmbahn in Betrieb und investiert rund 85 Millionen Euro in die Modernisierung des Skigebiets. Gleich drei Liftneuheiten sorgen im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn dank einer Investition von 42,2 Millionen Euro für mehr Komfort. Die neue Sesselbahn Gampen E4 in Ischgl schlug mit rund 16,5 Millionen Euro zu Buche.

Neben den Investitionen fallen laufende Kosten für jedes Skigebiet an. Die Technik muss gewartet und repariert werden, zudem wird viel Energie für die Erzeugung von Schnee und den Betrieb der Bergbahnen benötigt. In der Saison präparieren Schneeraupen jede Nacht die Pisten, das kostet Treibstoff und Arbeitsstunden.

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