Mein Name ist Daniel Timme. Ich bin einer der Mitarbeiter, die wegen der Notlage in die Zentralafrikanische Republik gerufen worden sind. Ich bin in Aachen geboren, und aktuell ist mein Arbeitsplatz eigentlich bei UNICEF in Madagaskar. Doch weil ich schon bei verschiedenen Krisen im Einsatz war – unter anderem in der Demokratischen Republik Kongo und nach dem Tsunami in Indonesien – hat UNICEF mich gebeten, als Verstärkung in die Zentralafrikanische Republik zu gehen.

Ich bin hier als Kommunikationsbeauftragter – das heißt, ich soll dabei helfen, diese völlig vergessene Krise bei möglichst vielen Menschen ins Bewusstsein zu rufen. Und das ist dringend notwendig, wie mir schon am ersten Tag klar wird.

Straßen gesäumt von Panzern

Direkt nach meiner Ankunft geht es auf dem Weg von Bangui Airport in die Innenstadt von Check-Point zu Check-Point, schwere Panzerwagen der Afrikanischen Union, französische Soldaten und grimmig blickende Milizen säumen die Strecke. Im Büro angekommen dann hektisches Treiben: jeder kleinste Fleck, sogar die Abstellkammer, wird von neuen Mitarbeitern aus der ganzen Welt zum Arbeitsplatz umfunktioniert: Nothilfe-Manager, Mediziner, Fachleute für Kinderschutz und provisorische Schulen, sowie Wasser und Hygiene Experten.

Ich bekomme ein ausführliches Sicherheits-Briefing, erhalte ein Funkgerät und eine Erkennungsmarke mit Namen und Blutgruppe – ein mulmiges Gefühl begleitet meinen Abend und meine erste Nacht.

Schon ab 10 Euro monatlich helfen Sie Kindern in Not. Als UNICEF-Pate unterstützen Sie Jungen und Mädchen nachhaltig.

Flaggen sollen unsere Neutralität zeigen

Am frühen nächsten Morgen geht es dann mit einem kleinen UN-Flugzeug nach Bossangoa, ein Ort im Nord-Westen des Landes. Von dort geht es per Auto weiter. Wir verlassen das Zentrum und fahren über den Fluss, einige Kilometer aus der Stadt hinaus. Auf den Geländewagen unseres Konvois wehen große Flaggen, die unsere Neutralität in diesem Konflikt signalisieren sollen. Vorsicht ist geboten.

Übergriffe auf humanitäres Personal haben in den letzten Wochen zugenommen: Zum Beispiel wurde Ende April ein abgelegenes Krankenhaus der Kollegen von ‚Ärzte ohne Grenzen‘ von Milizen überfallen, 22 Besucher und Mitarbeiter erschossen. Doch damit nicht genug. Ein Kollege des UN Flüchtlingskommissariats UNHCR wurde in Bangui entführt und geköpft. Drei Mitarbeiter unserer Partnerorganisation sind ermordet worden. Auch unsere UNICEF-Autos werden nun gelegentlich angegriffen. Noch lange nicht können wir uns frei bewegen und alle notleidenden Menschen erreichen. So viel Gewalt macht fassungslos.

Wenn auch Sie helfen wollen:

Die Stiftung United Internet for UNICEF bittet um Ihre Unterstützung.

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