Mit seiner Studie über Streichfette widerlegt Ernährungsexperte Sven-David Müller einen hartnäckigen Mythos. Seit Jahrzehnten werfen Kritiker der Margarine vor, dass sie viele gefährliche Transfettsäuren enthielte. "Margarine ist praktisch frei von Transfettsäuren. Butter hingegen enthält einen überraschend hohen Anteil", hält Müller entgegen.

Diesen fünf Mythen über Margarine sind Sie bisher aufgesessen.

Von einem unabhängigen Labor in Kiel ließ der Fachjournalist 19 verschiedene Streichfette auf ihren Transfettgehalt überprüfen. "Ich wollte endlich aufräumen mit verwirrenden Halbwahrheiten und wilden Gerüchten rund um Streichfette", sagt Sven-David Müller. Seine Ergebnisse wird er im Buch "Kühe würden Margarine kaufen - Gesünder leben mit pflanzlichen Fetten und Ölen" veröffentlichen, das Mitte März bei der Schlüterschen Verlagsgesellschaft erscheint.

Die zehn getesteten Margarine-Sorten (Alnatura Margarine Dreiviertelfett, Alsan-S, Becel Classic, Deli Reform für meine Familie, Deli Reform Das Original, Delikata Frühstücks-Margarine, Gut&Günstig, Pflanzenmargarine, Lätta Original, Rama, Vita D'or Pflanzenmargarine) enthielten nur zwischen 0,28 (Alnatura Margarine) und 0,81 Gramm (Deli Reform Das Original) Transfettsäuren pro 100 Gramm. "Das sind Werte, die ernährungsphysiologisch zu vernachlässigen sind. Margarine ist damit praktisch Transfettsäuren-frei", bewertet Müller die Ergebnisse.

Margarine schneidet, was den Gehalt an Transfettsäuren angeht, nicht schlechter ab als Butter - im Gegenteil.

Zusätzliche Vorteile von Margarine

Auch das brachte der Test offenbar ans Tageslicht: Margarine weist einen erheblich höheren Anteil essentieller Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren auf und enthält deutlich weniger gesättigte Fettsäuren und Cholesterin als Butter. In Margarine stecken demnach durchschnittlich bis zu viermal mehr Omega-3-Fettsäuren, die auch als Vitamin F bekannt sind.

Die neun getesteten Butter-Sorten (Arla Kaergården ungesalzen, Butaris Feines Butterschmalz, Hansano Butter, Kerrygold extra ungesalzen, Kerrygold Original Irische Butter, Landliebe Butter, Meggle Alpenbutter, Unser Norden Deutsche Markenbutter, Weihenstephan Frische Butter), schnitten in der Transfettsäuren-Studie schlecht ab. Sie kamen auf 1,74 (Kerrygold extra ungesalzen) bis 3,1 Gramm (Meggle Alpenbutter) Transfettsäuren pro 100 Gramm. Im Durchschnitt lag der Gehalt hier bei stolzen 2,6 g Transfettsäuren.

Transfettsäuren gefährlich für Herz und Kreislauf

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung können Transfettsäuren in Abhängigkeit von der konsumierten Menge das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Sie steigern das gefäßschädigende Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin sowie die Triglyzeride im Blut und senken das gefäßschützende High-Density-Lipoprotein-Cholesterin. Eine erhöhte Gefahr von Herzinfarkten und Schlaganfällen kann die Folge sein.

"Damit ist belegt, was für mich wie andere Ernährungsexperten schon immer klar war: Margarine ist deutlich besser als ihr Ruf", fasst Müller seine Ergebnisse zusammen. (cfl)