Bei Liebeskummer heilt die Zeit alle Wunden – sagt der Volksmund. Doch wenn es nach Psychologie-Professor Walter Mischel von der Columbia University geht, dürfte diese Weisheit bald der Vergangenheit angehören. Sein Ansatz: Täglich zwei Aspirin können ein gebrochenes Herz schnell heilen.

Gibt es ein Wundermittel gegen akuten Herzschmerz? Glaubt man dem Psychologen Walter Mischel, dann lässt sich Liebeskummer relativ leicht loswerden. Im "New York Magazine" erläutert der Psychologie-Professor von der Columbia University, wie sich quälender Liebeskummer behandeln lässt: mit Schmerzmitteln.

Schmerzen ähnlich intensiv wie bei Verletzungen

Seinen Ausführungen zufolge kann das Ende einer Liebe ähnliche Schmerzen auslösen wie eine Verletzung. Liebeskummer schmerzt. Das sei nicht nur eine Metapher. "Emotionaler Schmerz tut wirklich körperlich weh", schreibt Mischel.

Untersuchungen hätten gezeigt, dass Personen mit Liebeskummer den gleichen intensiven körperlichen Schmerz erleiden können wie bei der einer Verbrennung des Unterarm. Probanden wurden Bilder des Ex-Partners gezeigt. Dabei wurden ihre Gehirne gescannt.

Symptome gibt es viele - nicht immer werden sie als solche erkannt.

Es zeigte sich, so der Psychologe, dass die gleichen Regionen im Gehirn aktiviert wurden wie im Falle von physischem Schmerz. Demnach müsse Liebeskummer genauso behandelt werden.

Nach neun Tagen Besserung

Wissenschaftler der University of California verabreichten Mischel zufolge Freiwilligen im Test entweder ein Schmerzmittel oder ein Placebo. Es habe sich gezeigt, dass Aspirin oder Ibuprofen helfen kann, die erfahrene Ablehnung durch den Ex-Partner besser zu verarbeiten. Im Schnitt traten erste Besserungen am neunten Tag der Einnahme auf, schreibt der Psychologe.

Sollten die Schmerzmittel nicht helfen, gebe es noch andere Mittel. Eines sei, an liebe Menschen zu denken, mit denen man dauerhaft verbunden ist. Das könne helfen, den Schmerz zu überwinden.

Nicht über den Kummer sprechen

Wie der britische "The Guardian" berichtet, empfiehlt Mischel auch, sich nicht ständig auf die Trennung zu konzentrieren. Betroffene sollten nicht dauernd mit Freunden über die gescheiterte Beziehung oder die Ablehnung sprechen. Das könne in einer Abwärtsspirale enden und die Situation verschärfen.

Wer Liebeskummer hat, sollte die ganze Situation lieber aus der Ferne betrachten, rät der Psychologe. Menschen, die das so gemacht haben und von sich in der dritten Person sprachen, sei es besser ergangen.

Eine Betroffene offenbart intime Einblicke in ihr Innenleben.

Sich von dem schmerzhaften Ereignis zu distanzieren und darüber nachzudenken, wäre weniger selbstzerstörerisch. "Neue Untersuchungen zeigen, dass es Menschen schlechter geht, wenn sie ständig über das Vergangene brüten", so der Psychologe. "Mit jedem Mal, mit dem sie mit Freunden oder dem Therapeuten darüber reden, werden sie nur noch deprimierter."