Frisch lackierte Felgen können das Styling eines Autos stark aufwerten. In einer Fachwerkstatt kostet das allerdings einen dreistelligen Betrag. Geübte Heimwerker können die Lackierarbeiten selbst durchführen.

Streusalz und Bordsteinkanten hinterlassen über die Jahre oft unschöne Spuren an den Felgen. Mit einer neuen Lackschicht sehen diese aber schnell wieder wie neu aus. Andere Autofahrer möchten ihre Räder gerne in Wagenfarbe lackiert haben. Mit der richtigen Vorgehensweise ist die Lackierung von Alu- und Stahlfelgen nicht allzu schwer durchzuführen, etwas Zeit und Geduld vorausgesetzt. Denn es sind immer mehrere Arbeitsgänge durchzuführen, damit ein ansehnliches und haltbares Ergebnis herauskommt.

1. Schritt: Reinigung von Staub und Öl

Zu Beginn ist eine gründliche Reinigung erforderlich. Die Felge muss für die Lackierarbeiten komplett frei von Schmutz und Staub sowie Fett und Öl sein. Falls es sich um eine Stahlfelge handelt, ist eventueller Rost restlos zu entfernen. Bei der Reinigung hilft ein spezieller Felgenreiniger, der auch Rückstände von Bremsstaub gut löst. Schwer zu entfernende Verschmutzungen lassen sich meist mit Hilfe von Reinigungsknete abziehen.

Am einfachsten fallen die weiteren Arbeiten, wenn die Reifen zuvor von den Felgen abmontiert wurden. Alternativ ist es möglich, die Reifen abzukleben. Damit die Abdeckung an den Felgenrändern wirklich dicht ist, werden Karten aus einem harten Material zwischen Felge und Reifen geklemmt. Bei Bedarf kann man dafür Luft ablassen. Am besten lassen sich die Arbeiten auf einem Felgenbaum, einem Felgen-Lackierassistenten oder einer anderen drehbaren Vorrichtung durchführen.

2. Schritt: Schleifen mit Nassschleifpapier

Zur Vorbereitung der Oberfläche ist gründliches Schleifen erforderlich. Dafür hat sich Nassschleifpapier bewährt. Kleinere Kratzer und Schäden werden mit gröberem Papier einer Korngröße um 200 entfernt. Für das weitere Schleifen kommen feinere Körnungen zwischen 400 und 600 zum Einsatz. Dieser Prozess muss bis in die letzten Winkel erfolgen, da sonst der neue Lack nicht richtig haftet. Anschließend wird die Felge mit Silikonentferner oder Nitroverdünner gereinigt.

3. Schritt: Grundierung auftragen

Jetzt wird die Grundierung aufgetragen. Alufelgen benötigen hierfür eine spezielle Alu-Grundierung. Ziel ist, dass eine gleichmäßige und glatte Fläche für den anschließenden Lackauftrag entsteht. Die Grundierung wirkt gleichzeitig als Haftvermittler und als Füller für kleinere Schäden. Bei Bedarf können Sie die Grundierung nachschleifen.

4. Schritt: Auftrag von Felgenlack und Klarlack

Das Lackieren mit der Sprühdose oder Sprühpistole erfolgt durch gleichmäßige, ausholende Bewegungen. Diese Arbeit erfordert etwas Übung. Wird zu viel Lack auf eine Stelle gesprüht, bildet sich schnell eine „Nase“. Jetzt hilft es, mit einer drehbaren Plattform zu arbeiten. Durch mehrfaches Drehen der Felge um 90° lässt sie sich leicht ringsum von allen Seiten besprühen.

Wenn der Felgenlack schließlich sitzt und glänzt, folgt der Schutzlack – idealerweise in zwei Schichten. Er sorgt dafür, dass die lackierte Felge jahrelang schön bleibt.

Wer sich seiner Fähigkeiten als Felgenlackierer nicht sicher ist, kann die Prozedur zum Beispiel bei einer Fahrradfelge ausprobieren.

Pulverbeschichtung als Alternative

Eine interessante Alternative zum Felgenlack ist das Pulverbeschichten. Dieses Verfahren können Heimwerker allerdings kaum selbst anwenden, weil dafür ein Brennofen benötigt wird. Spezialwerkstatten bieten das Pulverbeschichten als Service an. Hierbei werden die Felgen zuerst sandgestrahlt und dann mehrfach in Tauchbädern beschichtet. Jede Schicht wird bei etwa 200 °C eingebrannt. Das sorgt für sehr feste Haftung der Schichten.

Großer Vorteil ist die Robustheit der Pulverbeschichtung. Sie ist leicht zu reinigen und neigt kaum zum Verkratzen. Die Lackierung zeigt sich jedoch gleichmäßiger und ermöglicht Hochglanzeffekte.  © 1&1 Mail & Media / CF