Neukauf kurz nach dem Diesel-Gipfel wohl nicht die beste Option: In einer aktuellen Stellungnahme empfiehlt der ACE verunsicherten Diesel-Besitzern, nicht vorschnell auf die viel diskutierten Umweltprämien der Autohersteller beim Neuwagenkauf anzuspringen.

Viele Fahrer alter Dieselfahrzeuge sind ob der aktuellen Debatte um die Verträglichkeit und die Zukunft der Selbstzünder verunsichert. Die Konzerne haben dies erkannt und versuchen nun Verbrauchern den Umtausch ihrer vermeintlichen Dreckschleudern mit verlockenden Prämien zumindest ein wenig zu versüßen – alles im Sinne der Umwelt, versteht sich. Doch der zweitgrößte Autoclub Deutschlands rät potenziellen Autokäufern zunächst von Aktionismus ab.

Software-Update und Euro 6d abwarten

Mindestens bis in den September dieses Jahres hinein sollten sich die Verbraucher laut dem Vorsitzendem des ACE Stefan Heimlich noch mit dem Eintausch des alten Euro 1- bis Euro 4-Selbstzünders Zeit lassen. Das Stichwort lautet hierbei Euro 6d. Erste Fahrzeuge mit der aktualisierten Norm rollen ab besagtem Monat in die Verkaufsräume der Hersteller. Besitzer von Dieselfahrzeugen, die die Euro 5- oder gar die Euro 6-Norm erfüllen, sollten ohnehin erst das kürzlich beschlossene Software-Update in Anspruch nehmen.

In diesem Zusammenhang ruft Heimlich zudem in Erinnerung, dass es nach wie vor dazu kommen kann, dass Gerichte generelle Fahrverbote für Diesel verhängen. In einem solchen Fall würde auch kein neuer Diesel helfen. Verbraucher sollten deshalb gerade jetzt nach Alternativen Ausschau halten, statt sich ohne Prüfung anderer Optionen direkt den nächsten Diesel in die Auffahrt zu stellen.

Kritik an den "Umweltprämien"

Generell hat der ACE eine klare Meinung dazu, wer für die aktuelle Diesel-Krise die Verantwortung zu tragen hätte. So gibt der Autoclub zu Protokoll, dass man weiterhin die Hersteller in der Pflicht sieht, neben den Software-Updates auch technische Lösungen für die Hardware betroffener Pkw anzubieten.

Die derzeitigen "Umweltprämien" die allerorten von den Fahrzeugherstellern beworben werden, sieht man hingegen äußerst kritisch, stünden sie doch in krassem Widerspruch zum Vorhaben, die Problematik der dreckigen Diesel mit Software-Updates größtenteils zu lösen. Stefan Heimlich bringt diese Kritik auf den Punkt, indem er verlautbaren lässt: „Erst bauen die Autohersteller keine sauberen Autos, dann erklären sie, dass mit einem Software-Update plötzlich aus dreckigen Autos saubere Autos werden und ein paar Tage später, folgt eine Kaufoffensive für angeblich sauberere Fahrzeuge. Das passt nicht zusammen.“  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet