Lange Zeit galt das Automatikgetriebe als ein Garant für Mehrverbrauch, Trägheit und einen saftigen Aufpreis beim Neuwagenkauf. Doch ist das heute immer noch so? So entscheiden Sie sich für das richtige Getriebe!

Lange Zeit gab es feste Regeln für Automatik- und Schaltgetriebe. Wollte man sportlich und darüber hinaus besonders effizient vorankommen, hatte man nur eine Möglichkeit: selbst schalten. Wer dagegen lieber von einem Automat die Gänge wechseln lassen wollte, musste mit einem satten Aufpreis und einem erhöhten Spritverbrauch rechnen. Außerdem konnte er sich einer Stammtischparole sicher sein: Automatik-Fahrer können einfach nicht richtig Auto fahren. Viele dieser vermeintlichen Nachteile der selbst schaltenden Getriebe sind heute längst überholt. Die Frage, für welches Getriebe man sich entscheidet, ist heute jedoch immer noch aktuell.

Sind Automatikgetriebe immer noch langsamer?

Wenn Sie sportlich fahren wollen, muss das Automatikgetriebe heute kein K.-O.-Kriterium mehr sein. Ganz im Gegenteil: Moderne Doppelkupplungsgetriebe schalten so schnell, dass es sich sogar beim Sprint auf Landstraßentempo bemerkbar macht: Bis zu drei Zehntelsekunden können auf diese Weise beim Ampelstart herausgefahren werden. Ein weiterer Vorteil bei den Doppelkupplern: Viele von ihnen können auch per Schaltpaddle am Lenkrad betätigt werden und tragen damit erheblich zum sportlichen Fahrgefühl bei.

Darüber hinaus können Sie sich als Automatikfahrer bei zurückhaltender Fahrweise sogar über einen leicht geringeren Kraftstoffverbrauch freuen. Der Grund dafür sind die individuell wählbaren und optimierten Schaltprogramme der Getriebe, die dafür sorgen, dass schnell hochgeschaltet wird und die Drehzahl des Motors so nicht unnötig hochschnellt. Zwar ist ein Auto mit Automatik nach wie vor schwerer, bei bis zu neun Gängen kann der Verbrauch und das Geräuschniveau dennoch niedrig gehalten werden.

Mehr Komfort beim Automatikgetriebe

Ein weiterer Vorteil moderner Automatiken liegt im erhöhten Komfort. Ob Stop-and-go-Verkehr auf der Autobahn oder dichter Stadtverkehr: Wer schalten lässt, kann sich voll auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren und kommt entspannter an sein Ziel.

Gegenüber einem manuellen Schaltgetriebe müssen Sie beim Neuwagenkauf mit unterschiedlichen Aufpreisen rechnen. Das erwähnte, moderne Doppelkupplungsgetriebe kann schnell mit zusätzlichen Kosten von 1.500 bis 2.000 Euro zu Buche schlagen. Ein einfaches, oft in Kleinwagen erhältliches, automatisiertes Getriebe können Sie dagegen schon ab einem Aufpreis von 300 Euro bekommen.

Handschaltung weiterhin beliebter als Automatik

Somit gibt es für das manuelle Getriebe letztlich nur noch zwei Argumente: Der niedrigere Preis beim Neuwagenkauf sowie das puristische Fahrgefühl, das Auto "in der Hand zu haben". Dennoch sind Schaltwagen in Deutschland laut einem DAT-Report des Branchenverbands "Deutsche Automobil Treuhand" immer noch sehr beliebt: Knapp 82 Prozent der Neuwagen werden mit einem Schaltknüppel ausgeliefert. Der Trend geht jedoch in Richtung der Automatikgetriebe. Der ADAC rechnet damit, dass bereits in 20 Jahren 50 Prozent der Autofahrer automatisch schalten lassen werden.  © 1&1 Mail & Media / CF