Getönte Scheiben sehen gut aus und schützen vor übermäßiger Sonneneinstrahlung. Aber nicht jede Methode der Scheibentönung bringt gleich gute Ergebnisse. Außerdem sind einige Rahmenbedingungen zu beachten, damit die getönten Scheiben den Vorschriften entsprechen.

Getönte Scheiben waren früher vor allem bei jugendlichen Fahrern beliebt – Stichwort „Baumarkttuning“. Inzwischen gehören sie immer öfter zur Serienausstattung. Gerade in heißen Sommern sind getönte Scheiben eine große Hilfe als Schutz vor starker Sonneneinstrahlung übermäßiger Wärmeentwicklung. Daneben bieten abgedunkelte Scheiben einen wirksamen Sichtschutz, sichern also die Privatsphäre. Langfingern erschweren sie zudem den Blick ins Wageninnere. Bei Verwendung von Sonnenschutzfolie wird obendrein UVA- und UVB-Strahlung fast vollständig herausgefiltert.

Keine Tönung der vorderen Scheiben

Zugelassen ist die Tönung nur für die Scheiben ab der B-Säule. Das heißt, die Frontscheibe und die beiden Scheiben seitlich vom Fahrer müssen frei bleiben, um die Sicht nicht zu behindern. Lediglich ein schmaler Streifen am oberen Rand der Frontscheibe (etwa 10 Prozent der Gesamtfläche) darf ebenfalls abgedunkelt werden.

Theoretisch dürfen abgedunkelte Scheiben ganz blickdicht sein. Üblich sind jedoch Werte für die Lichtdurchlässigkeit von 3 bis 30 Prozent. Weil die Scheiben eine unterschiedliche Tönung aufweisen dürfen, ist es zulässig, die Heckscheibe lichtdurchlässiger zu machen als die Seitenscheiben. So stört die Tönung der Heckscheibe nicht beim Einparken, aber von der Seite ist voller Sicht- und Sonnenschutz gegeben.

Nur Folien mit ABE verwenden

Die Tönung von Autoscheiben wird meistens durch eine Folierung erreicht. Folien sind vergleichsweise preisgünstig – und es gibt sie in vielen Abstufungen. Erlaubt sind nur Folien, die eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) haben. Diese ABE müssen Autofahrer stets mit den Fahrzeugpapieren mitführen. Zudem muss die Teilenummer auf der Folie aufgedruckt sein.

Autobesitzer können die Folierung bei einer Werkstatt in Auftrag geben oder selbst in Angriff nehmen. Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, sollte vielleicht besser Profis ranlassen. Denn die saubere Verarbeitung einer Folie ist keine einfache Sache. Eine ungleichmäßige Folierung mit eingeschlossenen Falten und Blasen wertet schnell den Gesamteindruck des Autos ab.

Werkstattkosten ab etwa 150 Euro

Die Folierung eines Kleinwagens führen Werkstätten zu Preisen ab 150 Euro durch. Je nach Größe und Form der Fensterflächen reichen die Kosten bis über 300 Euro, etwa für einen Van oder ein großes SUV. Im Gegenzug können Kunden professionelle Arbeit erwarten, dass heißt weitgehend perfekte Passform der Folie und die blasenfreie Verklebung.

Wer die Verklebung selbst durchführt, kann einiges sparen. Denn die Tönungsfolien sind zu Kursen um 10 Euro pro Quadratmeter erhältlich – die Kosten bestehen somit zum größten Teil aus Arbeitslohn.

DIY möglich, aber nicht einfach

Zum Anbringen in Eigenregie benötigt man neben der Folie auch Utensilien und Werkzeug wie eine Rakel, eine Sprühflasche mit Wasser und Spülmittel sowie einen Föhn nebst Stromanschluss. Im Netz gibt es zum genauen Vorgehen einige Anleitungen.

Am aufwendigsten ist es, bei der gewölbten Heckscheibe Falten zu vermeiden. Solche Falten sind unter Zuhilfenahme des Föhns mit dem Rakel herauszustreichen, damit als Ergebnis eine makellos glatte Folierung entsteht. Wer für diese Arbeit nicht die Geduld hat, lässt besser den Fachbetrieb ran. Die relativ planen Seitenscheiben dagegen lassen sich einfacher folieren.

Eine Alternative zur Klebefolie ist das Einsetzen getönter Scheiben in der Werkstatt. Das ist im Grunde die perfekte Lösung, allerdings auch die teuerste: Kosten im dreistelligen Bereich sind hier keine Seltenheit.  © 1&1 Mail & Media / CF