Der europäische Automarkt hat 2017 ein solides Plus von 3,1 Prozent auf 15,57 Millionen Einheiten verzeichnet. SUVs legten an Stückzahlen zu, während Diesel deutlich verloren haben – und das besonders gegen Jahresende. Die Verkäufe von Autos mit alternativen Antriebe stiegen von niedriger Basis um fast 50 Prozent.

2017 war für die Automobilindustrie ein ordentliches Jahr. Das zeigen aktuelle Zahlen des Londoner Marktforschungsinstituts Jato Dynamics. Die europaweit verkauften 15,57 Millionen Fahrzeuge sind das beste Ergebnis seit 2007 mit damals 16,02 Millionen Einheiten. Am stärksten wuchs der Markt in den Regionen Ost- und Südeuropa mit 12,7 und 6,2 Prozent. Rückgänge verzeichneten nur Großbritannien (minus 5,7 Prozent) und Irland (minus 10,4 Prozent).

Deutliche Veränderungen bei Motortypen

Am auffälligsten am Zulassungsreport sind die Veränderungen bei Antrieben und Karosseriebauarten. Die Verkäufe von Autos mit Dieselmotor sind 2017 um 7,9 Prozent auf 6,76 Millionen Einheiten zurückgegangen (ohne Ungarn). Bedenklich dabei: Allein im Dezember 2017 stürzten die Dieselverkäufe um 20,5 Prozent ab, wobei dieser Monat traditionell verkaufsschwach ist. Der Marktanteil des Diesel geht damit auf 43,7 Prozent zurück. Davon profitieren die Benziner, die mit 10,9 Prozent mehr auf einen Anteil von rund 50 Prozent steigen. 4,8 Prozent aller Zulassungen entfielen auf Autos mit alternativen Antrieben einschließlich der Hybride. Diese legten um stattliche 46,1 Prozent auf 737.400 verkaufte Einheiten zu.

SUVs weiterhin stark im Trend

Nach Fahrzeugtypen betrachtet sind SUVs die Gewinner des Jahres 2017: Ihr Anteil stieg um satte 19,5 Prozent auf 29,3 Prozent aller Neufahrzeuge. Vor zehn Jahren betrug ihr Marktanteile gerade mal 8,5 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der Vans auf nur noch 15,1 Prozent gesunken – der geringste Marktanteil bisher in diesem Jahrhundert.

Der Volkswagen-Konzern konnte den Absatz um 3,7 Millionen Autos steigern, vor allem, weil die Marken Skoda und Seat bei SUV-Verkäufen um 74 beziehungsweise 254 Prozent zulegten. Der neue Unternehmensverbund aus Peugeot und Opel/Vauxhall blieb mit plus 0,7 Prozent unter dem Marktwachstum. Die erfolgreichsten Marken 2017 waren Suzuki mit dem Bestseller Ignis (plus 20,8 Prozent) und Toyota insbesondere dank des erfolgreichen Modells C-HR (plus 12,4 Prozent).

Drei dominieren das Premiumsegment

Das hochpreisige Marktsegment machen weiterhin die drei bekannten deutschen Hersteller mit einem Marktanteil von zusammen 79 Prozent unter sich aus. BMW ist davon der stärkste Anbieter, allerdings wächst die Kernmarke kaum. Mercedes konnte seine Verkäufe 2017 am stärksten steigern und löst damit Audi ab, die 2016 am meisten zulegten. Das europaweit meistverkaufte Auto ist und bleibt der VW Golf.  © 1&1 Mail & Media / CF