Wer irrtümlich den falschen Kraftstoff getankt hat, sollte auf keinen Fall spontan weiterfahren. Was zu tun ist, hängt vom getankten Kraftstoff ab. Bei voreiligem Handeln drohen schwere Motorschäden.

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Falsches Tanken ist schnell passiert: Einmal nicht aufgepasst, und schon fließt der falsche Kraftstoff in den Tank. Ist es erst zu solch einem Malheur gekommen, gilt als erste Regel: Auf keinen Fall den Motor anlassen.

Befindet sich der falsche Kraftstoff nur im Tank, lässt er sich relativ einfach abpumpen. Wurde der falsche Sprit jedoch erst mal in die Kraftstoffleitungen angesaugt, lässt er sich daraus nur mit großem Aufwand wieder entfernen. Mit dem falschen Sprit zu fahren, kann den Exitus des Motors bedeuten.

Wie gefährlich der falsche Kraftstoff ist, hängt vom Motor und der Spritsorte ab.

Benzin statt Diesel getankt

Ob der Diesel eine Beimischung von Benzin verträgt, hängt vom genauen Funktionsprinzip ab. Motoren älterer Bauart mit Wirbelkammer- oder Vorkammer-Einspritzung kommen bis zu einem gewissen Grad mit einer Beimischung von Benzin zurecht.

Das gilt jedoch nicht für moderne Motoren mit Common-Rail- oder Pumpe-Düse-Einspritzung. Bei denen löst das Benzin den Schmierfilm auf, was im Brennraum schnell zu schweren Motorschäden führen kann.

Gelangt das Benzin in die Einspritzanlage, muss eine aufwendige und teure Reinigung aller Teile durchgeführt werden.

Diesel statt Benzin getankt

In diesem Fall hängt es vom Motor und der eingefüllten Menge Diesel ab, wie zu verfahren ist. Womöglich finden Sie im Handbuch einen Hinweis zu falschem Kraftstoff.

Wenn nicht, sollte die Fachwerkstatt Ihres Vertrauens wissen, was zu tun ist. Nach Einschätzung des ADAC können bereits ab fünf Prozent Diesel im Benzin Schäden an Motor, Katalysator und Einspritzung entstehen.

Wer nur ein kleine Menge des falschen Sprits getankt hat, könnte vorsichtig losfahren und in kurzen Abständen Benzin nachfüllen.

E10 statt normalem Benzin getankt

E10 ist unbedenklich, wenn der Hersteller das Fahrzeug entsprechend freigegeben hat. Das ist inzwischen bei weit über 90 Prozent der Autos der Fall.

Bei den wenigen älteren Fahrzeugen, die nicht mit E10 kompatibel sind, stellen vor allem die Schläuche eine potenzielle Schwachstelle dar. Sie vertragen den dauerhaften Kontakt zu dem im E10 enthaltenen Bioethanol möglicherweise nicht.

Wurde der Tank nur teilweise mit E10 befüllt, reicht es aus, den Rest mit normalem Benzin aufzufüllen. Wurde der Tank komplett mit E10 befüllt, kann unter Umständen das Absaugen des Tankinhalts notwendig werden. In Zweifelsfällen sollten Autofahrer hierzu ihre Fachwerkstatt oder den Hersteller ihres Autos kontaktieren.

Super plus statt Super getankt

Super plus hat gegenüber Super eine höhere Klopffestigkeit. Dafür steht die höhere Oktanzahl von 98 bei Super plus statt 95 bei Super.

Motoren können einen Kraftstoff mit höherer Oktanzahl als notwendig problemlos verarbeiten. Ein nachweisbarer Leistungs- oder Verbrauchsvorteil entsteht dadurch in der Regel jedoch nicht.

Super statt Super plus getankt

Super hat eine um drei Oktan geringere Klopffestigkeit als die 98 Oktan von Super plus, die der Motor eigentlich braucht. Das Benzin abzupumpen, ist bei dieser Form der Fehlbetankung trotzdem nicht notwendig.

Fahrer sollten in solchen Fällen aber hohe Belastungen des Motors vermeiden, Volllast etwa. Bei nächster Gelegenheit gilt es zudem, den richtigen Kraftstoff nachzutanken. Auf diese Weise lässt sich die Klopffestigkeit wieder erhöhen.  © 1&1 Mail & Media / CF

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