Busse sind eigentlich sichere Verkehrsmittel. Doch an Haltestellen kommt es immer wieder zu Unfällen. Durch umsichtiges Verhalten können Autofahrer helfen, die Situation zu entschärfen.

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In den großen und schweren Bussen sind Fahrgäste vergleichsweise sicher. Dennoch geschehen jährlich rund 6.000 Unfällen mit Bussen, meist im Linienverkehr. "Vor allem an den Haltestellen kommt es zu schweren Unfällen, wenn Fahrgäste direkt nach dem Aussteigen vor oder hinter dem Bus die Fahrbahn überqueren wollen. Diese Situation ist für Fußgänger wie Autofahrer ganz schwer zu überblicken", so Dekra-Unfallforscherin Stefanie Ritter. So verunglückten 2017 laut Statistik 706 Personen, davon kamen zwei ums Leben.

Aussteigen aus dem Bus schafft unübersichtliche Situationen

Besonders Schulbusse und Linienbusse mit jüngeren Schülern mahnen zur Vorsicht. Denn Kinder verlassen den Bus oft in Gruppen und sind dabei häufig so abgelenkt, dass sie den Verkehr nicht richtig wahrnehmen. So kommt es auch vor, dass Kinder nach dem Aussteigen spontan über die Straße laufen.

Deswegen dürfen Autofahrer an haltenden Bussen nur vorsichtig und mit Abstand vorbeifahren. Bei unübersichtlichen Situationen ist es geboten, ganz anzuhalten. Der Gegenverkehr muss ebenfalls langsam fahren, denn auch hinter dem Bus können Fahrgäste plötzlich hervortreten. Diese Regel gilt laut Straßenverkehrsordnung für alle Haltestellen mit dem grün-gelben Haltestellenschild.

Warnblinklicht an gefährlichen Haltestellen

Was viele Fahrer nicht wissen: Wenn ein Bus das Warnblinklicht einschaltet, während er an eine Haltestelle heranfährt, dürfen andere Fahrer den Bus nicht überholen. Erst, wenn der Bus an der Haltestelle steht und nur rechts blinkt, ist das Vorbeifahren erlaubt, aber auch nur im Schritttempo. Mit "Schritttempo" ist eine Geschwindigkeit von 4 bis 7 km/h gemeint.

Das Warnblinklicht wird beim Heranfahren nur dann angeschaltet, wenn die zuständige Straßenverkehrsbehörde diese Haltestelle als gefährlich eingestuft hat. Das ist meistens an Schulen oder Unfallschwerpunkten der Fall. Das Schild solcher Haltestellen wird mit einem speziellen Zeichen markiert, häufig mit einem roten Dreieck oder einem roten Punkt.

Regeln für Bushaltestellen nicht allgemein bekannt

Wie wenig solche Bestimmungen bekannt sind, stellte bereits 2014 der Auto Club Europa (ACE) fest. Der hatte im Sommer 2014 ehrenamtliche Verkehrsbeobachter an 340 Bushaltestellen platziert. Die haben das Verhalten von 5.468 Verkehrsteilnehmern aufgeschrieben und ausgewertet. Das Ergebnis ist bedenklich: Über 60 Prozent der Fahrer überholten trotz Verbot Busse, die mit eingeschaltetem Warnblinklicht an die Haltestelle heranfuhren. Wenn die Busse standen und rechts blinkten, fuhren sogar 74 Prozent der Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit vorbei – also erkennbar mehr als den erlaubten 7 km/h.

"Erschreckend viele Autos und Motorräder überholen den Bus noch schnell, obwohl sich dieser mit eingeschalteter Warnblinkanlage der Haltestelle nähert", so die Beobachtung des Hannoveraner ACE-Vertrauensanwalts Gerhard Mencke.

Richtiges Verhalten mit Kindern üben

Einen Beitrag zur Sicherheit an Bushaltestellen können Eltern leisten, die mit ihren Kindern das richtige Ein- und Aussteigen üben. So gilt es die Regel zu vermitteln, dass man zuerst die Fahrgäste aus dem Bus aussteigen lässt und zum Einsteigen ansteht, ohne zu drängeln. Sonst kann die Situation zu leicht zu Stolpern oder einem Sturz führen. Außerdem sollte dem Nachwuchs vermittelt werden, dass ein schnelles Wechseln der Straßenseite vor oder hinter dem Bus sehr gefährlich ist. Stattdessen sollte eine nahe gelegene Ampel oder ein Zebrastreifen genutzt werden.  © 1&1 Mail & Media / CF

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