GMC hat mit dem Sierra Denali EV bereits Ende 2022 einen E-Pick-up vorgestellt. Die für 2024 angekündigte Großserienproduktion verzögert sich weiter.

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Bei General Motors debütierte im Oktober 2022 mit dem GMC Sierra Denali EV ein elektrisches Pick-up-Modell, das technisch eng verwandt mit dem zum Jahresanfang 2022 vorgestellten Chevrolet Silverado EV ist. Für die General Motors Marke GMC ist es gleichzeitig das dritte elektrische Großgerät nach den beiden Hummer-Modellen, mit denen sich der Sierra Denali EV auch die Ultium getaufte Plattform teilt.

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Diese Ultium-Plattform bringt auch dem GMC Sierra EV einige technische Besonderheiten, allen voran die mitlenkende Hinterachse. Damit erreicht der Riesen-Pick-up nicht nur einen vergleichsweise geringen Wendekreis, er beherrscht auch den sogenannten Crab-Walk. Damit lenken die beiden Hinterräder in die gleiche Richtung wie die Vorderräder, so kann der Denali EV praktisch seitwärts fahren, was in engen Umgebungen hilfreich sein kann. Ebenso bekommt der Denali EV eine Luftfederung, die neben der aerodynamisch besseren Absenkung bei höherem Tempo auch eine Höherlegung auf Knopfdruck für Geländefahrten ermöglicht.

Notstromversorgung für den Haushalt

Zur Akkugröße gibt es nach wie vor keine Informationen, sie dürfte bei rund 200 kWh liegen. Dafür gibt GMC bereits die durchschnittliche Reichweite an. Lag diese anfangs bei geschätzten 640 Kilometer, so sprechen die aktuellen Angaben sogar von bis zu 708 Kilometer. Der Elektro-Pick-up hat ein modernes 800-Volt-Netz und dadurch eine enorm hohe Ladeleistung, an Schnellladesäulen soll mit bis zu 350 kW Strom nachgefasst werden können. GMC verspricht ein Ladetempo von zehn Minuten für 160 Kilometer Reichweite im Idealfall. Der Onboard-Lader für Wechselstrom-Ladung hat eine Leistung von maximal 19,2 kW. Gleichzeitig soll der Truck als Stromversorgung für Maschinen oder gleich einen ganzen Haushalt dienen können, die Stromabgabe aus dem Fahrzeugakku ist mit einer Leistung von bis zu 10,2 kW über maximal zehn Steckdosen möglich. GMC rechnet vor, dass man im Idealfall einen Haushalt bis zu 21 Tage mit Strom aus dem Sierra-Akku versorgen kann.

Für den Antrieb gibt GMC höhere Leistungswerte an als Chevrolet mit dem Silverado EV (dort 664 PS). Allerdings nennt GMC hierfür einen "Max Power Mode", was nahelegt, dass es hier nur um eine kurzfristig verfügbare Spitzenleistung in einem speziellen Fahrmodus geht. Dann sollen maximal 562 kW/764 PS zur Verfügung stehen, das maximale Drehmoment gibt GMC mit 1.064 Newtonmeter an. Im Max Power Mode soll das Riesenschiff in 4,5 Sekunden aus dem Stand auf 60 mph (96 km/h) stürmen. Die maximale Anhängelast liegt bei 4,5 Tonnen, das ist eine Menge für ein Elektro-Fahrzeug. Nicht ganz so üppig ist es dagegen um die Zuladung bestellt, die bei lediglich 660 Kilo liegt. Angesichts der Fahrzeuggröße ist das erstaunlich wenig.

Riesendisplay mit 16,8 Zoll Diagonale

Im Gegensatz zum Chevrolet Silverado EV mit seinem breiten, bis zum Beifahrer reichenden Digitalcockpit setzt GMC beim Sierra EV auf zweigeteilte Displays für die Fahrinformationen und das Multimediasystem. Dabei kommt ein riesiger 16,8-Zoll-Touchscreen im Hochformat zum Einsatz, der sich in der Mitte des Armaturenbords auftürmt. Im Sierra Denali EV Edition 1, das Topmodell zum Verkaufsstart, ist außerdem das passende Luxus-Ambiente mit reichlich Holz und Leder Ehrensache.

Bei der Karosserie hat der GMC Sierra EV einige Besonderheiten zu bieten. Unter der Fronthaube gibt es einen abgeschlossenen "Frunk"-Laderaum, gerade bei Pick-ups mit der offenen Ladefläche ein praktisches Detail. Die Rückseite der Doppelkabine kann außerdem umgeklappt werden. Werden dann noch die Rücksitze umgeklappt, entsteht eine Ladefläche von über drei Meter Länge. Bei den künftigen Standardversionen als Option erhältlich und beim Edition 1 serienmäßig ist außerdem die "Multipro Midgate", dabei ist in der Ladeflächen-Heckklappe eine zweite Klappe integriert, die als Laderaumbegrenzung, Trittstufe und Zugangserleichterung genutzt werden kann. In diesem Beitrag haben wir das interessante System beim Chevrolet Silverado vorgestellt.

Autonomes Fahren serienmäßig

Neben den üblichen Sicherheitsassistenten hat der GMC Sierra Denali EV Edition 1 auch das Supercruise getaufte System für autonomes Fahren an Bord. M, mit dem auf dafür geeigneten Strecken (laut GMC bis Ende 2025 rund 1,2 Millionen Kilometer Straßennetz) in den USA und Kanada automatisiert gefahren werden kann, ein System speziell für lange Überlandstrecken.

GMC Sierra EV Marktstart und Preis

Das Edition 1 Sondermodell des GMC Sierra Denali EV konnte bereits unmittelbar nach der Vorstellung des Modells für kurze Zeit zum Preis von 107.000 Dollar vorbestellt werden, doch innerhalb weniger Stunden war die Bestellliste voll. In Folge waren nur noch Registrierungen für eine Warteliste möglich. Die Auslieferung der ersten Editionsmodelle startete im Sommer 2024. Der Preis ist mittlerweile auf 99.495 Dollar (umgerechnet rund 91.700 Euro) gesunken.

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Aktuell nicht in Sicht ist der Start weiterer und vor allem günstigerer Varianten des Elektro-Pick-up. Wann und ob überhaupt die angekündigte Standard-Version mit einem versprochenen Einstiegspreis von 50.000 Dollar erscheint, ist aktuell ungewiss. Im Juli 2024 hatte General Motors-CEO Mary Barra bei einer Finanz-Pressekonferenz bekanntgegeben, dass sich die Eröffnung der Produktion im Michiganer GM-Werk Orion Township erneut auf jetzt Mitte 2026 verschieben wird. Die aktuell ausgelieferten Edition 1-Modelle teilen sich die Fertigung mit dem Chevrolet Silverado EV und den beiden elektrischen Hummer-Modellen (SUV und Pick-up) in der Factory Zero in Detroit-Hamtramck.  © auto motor und sport

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