Eine Umgehungsstraße um den Husumer Stadtteil Rödernissen hatte bundesweit für Irritationen gesorgt. Zwei Jahre nach der Einweihung zeigte die Piste durch eingesackten Untergrund ein abenteuerliches Wellenmuster. Jetzt soll die Strecke saniert werden.

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Die als "Buckelpiste" bekannt gewordene Strecke soll den Husumer Außenhafen mit der B5 verbinden und die Stadt insbesondere von Schwerverkehr entlasten. 2013 wurde die für 4,2 Millionen Euro gebaute Straße eingeweiht, doch schon 2015 musste sie wegen starker Wellenbildung gesperrt werden.

Nach dreijährigem Rechtsstreit haben sich die beteiligten Baufirmen und Behörden geeinigt: Die Straße wird umgehend gründlich saniert.

Straßenbau auf Moor ging schief

Schuld an den Verwerfungen ist der moorig-torfige Untergrund, der nachgab und den Asphalt in Wellenform einsacken ließ. Dabei hatten die Baufirmen viel Aufwand betrieben, um genau das zu verhindern.

Auf einem Teil der Strecke haben sie 2.000 Betonsäulen im Abstand von zwei Metern als Stützen der Fahrbahn im Boden verankert. Auf weiteren 500 Metern legten die Bautrupps den Untergrund mit Pumpen trocken, um ihn danach zu verdichten.

Dennoch klappte es nicht. "Der Fehler lag in einer technisch sehr anspruchsvollen Berechnung, die nur hoch spezialisierte Fachleute verstehen und prüfen können", so der Kreis Nordfriesland in einer Presseerklärung.

Nach drei Jahren über Kostenverteilung geeinigt

Schon kurz nach der Eröffnung zeigte die Straße zunehmend Unebenheiten. Daraufhin wurde die Höchstgeschwindigkeit immer weiter begrenzt: auf 70, 50 und schließlich 30 km/h.

Im April 2015 wurde die Straße schließlich ganz gesperrt. Seitdem rollt der Schwerverkehr vom Außenhafen wieder durch den Husum Stadtteil.

Inzwischen haben sich die Baufirmen und der Kreis Nordfriesland außergerichtlich auf die Verteilung der Sanierungskosten geeinigt. Den größten Teil der Kosten von voraussichtlich 2,1 Millionen Euro trägt der Versicherer der Bauunternehmen.

Mit 200.000 Euro ist der Landkreis dabei. Diesen Kompromiss ist der Kreis eingegangen, um einen jahrelangen Prozess zu vermeiden.

Bei der Sanierung gehen die Baufirmen dieses Mal auf Nummer sicher. Zwischen die weiterhin vorhandenen und stabilen Betonsäulen werden Stahlbetonplatten gesetzt. Auf die legen die Baufirmen die Deckschichten aus Sand und Teer.

Die Fahrbahndecke muss ohnehin neu aufgetragen werden. Denn bei der anderen Hälfte der Fahrbahn, die mit Pumpen trockengelegt worden war, hatte sich die Straße einige Zentimeter tiefer abgesenkt als erwartet.  © 1&1 Mail & Media / CF

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