Zum ersten Mal seit 20 Jahren verdient Opel wieder Geld. Damit zeigt die Sanierung durch den neuen französischen Besitzer Wirkung. Ganz ausgestanden ist die Schrumpfkur allerdings noch nicht.

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Im ersten Halbjahr 2018 konnte Opel 502 Millionen Euro als Geschäftsergebnis einfahren. Für Opel ist das ein echter Hoffnungsschimmer nach langer Krise: Unter der Regie von General Motors haben die Rüsselsheimer seit 1999 rote Zahlen geschrieben und dabei einen Verlust von 20 Milliarden Euro aufgetürmt.

Opel beschert Peugeot steigende Kurse

Auch für den PSA-Konzern sind die schwarzen Zahlen aus Rüsselsheim eine frohe Botschaft. Sie schrauben den Gewinn der Franzosen in neue Höhen. An der Pariser Börse schoss die PSA-Aktie um fast 13 Prozent nach oben – auf ein Zehnjahreshoch von zwölf Euro.

Für Opel bedeutet der Gewinn von 502 Millionen bei einem Umsatz von 10 Milliarden Euro eine Gewinnmarge von fünf Prozent. Das ist ein guter Anfang für einen Autohersteller.

Auch wenn Peugeot im gleichen Zeitraum weitere 244 Millionen Euro an Umstrukturierungskosten für Opel vermeldet: Der Trend geht eindeutig nach oben.

Die Börse feiert den Sanierungserfolg

"Die Zahlen sind beeindruckend", schrieb ein Experte der Investmentbank Jefferies. Ein Branchenanalyst von. J.P. Morgan sprach vom "schnellsten Umschwung", den er in der Autoindustrie "in vielen Jahren" gesehen habe.

Der Erfolg gilt zu einem großen Teil als Ergebnis der Arbeit des aus Portugal stammenden PSA-Chefs Carlos Tavares, der als harter Sanierer gilt.

Opel hat starken Personalabbau hinter sich

Die Mitarbeiter von Opel mussten indes einige Einschränkungen hinnehmen, um zur Sanierung beizutragen.

Rund 3.700 Mitarbeiter oder 20 Prozent der Belegschaft sind im Zuge der Umstrukturierung gegangen. Das erfolgte durch Vorruhestand und Kündigungen, die durch Abfindungen versüßt wurden. Immerhin ging der Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne.

Allerdings hat es den Anschein, dass die Sanierung noch nicht ganz beendet ist. So spricht der PSA-Chef davon, dass es noch "erzwungene Doppelstrukturen" zwischen PSA und Opel gebe, die er auflösen wolle.

Das könnte auch einen wichtigen Kern von Opel betreffen – das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim.

Hat Opel weiteren Personalabbau vor sich?

Am 3. Juli schreckte eine Information aus Paris die Opelaner auf, dass die Geschäftsführung von PSA den Verkauf großer Teile des Entwicklungszentrums plane.

Ursache war eine Veröffentlichung der Zeitschrift "Le Monde". Der bekannte Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer bezichtigte PSA-Chef Carlos Tavares darauf hin in einem TV-Interview mit ntv der Lüge.

Denn der hatte bei der Übernahme von Opel versprochen, dass der Konzern ein eigenständiger Automobilbauer bleiben solle.  © 1&1 Mail & Media / CF