Was die Ausstattung von Kraftfahrzeugen angeht, ist heute eine breitgefächerte Vielfalt auf dem Markt zu entdecken. Der Begriff Radialreifen ist jedoch für viele neu.

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Ob Winterreifen, Sommerreifen, grobstollige Pneus oder Slicks – in Sachen Reifen und Kfz gibt es eine breitgefächerte Auswahl. Vermehrt kommen inzwischen aber auch sogenannte Radialreifen zum Einsatz. Wie diese aufgebaut sind, weiß ein Experte.

Bis Ende der 1940er-Jahre wurden Reifen für Pkw und Lkw in der sogenannten Diagonalbauweise hergestellt: Mehrere einander kreuzende Lagen gummierter Baumwollfäden bildeten das Gerüst für eine entsprechende Lauffläche.

"Das war einfach zu fertigen, relativ robust und reparaturfähig, jedoch nur von begrenzter Laufleistung und geringer Eignung für steigende Anforderungen an die Fahrdynamik moderner Fahrzeuge", erläutert Dekra-Reifenexperte Christian Koch.

Mehr Stabilität durch Stahl

Ein großer französischer Reifenproduzent erhielt dann von einem Fahrzeughersteller den Auftrag, einen Reifen zu entwickeln, der modernen Antriebskonzepten Rechnung tragen sollte - zum Beispiel einem Frontantrieb und dem damit einhergehenden starken Reifenverschleiß an der Vorderachse. Das war die Geburtsstunde des Radialreifens.

Bei dem neuen Reifentyp verliefen die sogenannten Karkassfäden nicht mehr diagonal, sondern quer zur Rollrichtung. "Die verminderte Stabilität wurde dadurch ausgeglichen, dass zwei aus Stahlcorden bestehende sogenannte Gürtellagen über den Reifenumfang verliefen", erläutert Koch. Stahlcorde sind, vereinfacht ausgedrückt, eine spezielle Art von Drahtseilen.

Der so entstandene Radial-Gürtelreifen stellt bis heute das grundlegende Konstruktionsprinzip moderner Reifen dar.

Radialreifen halten mehr aus

Die Überlegenheit dieser Konstruktion zeigt sich auch noch mehr als 70 Jahre nach ihrer Erfindung. "Der Radial-Gürtelreifen ist in der Lage, sowohl hohe Lasten zu tragen - bis zu mehreren Tonnen bei schweren Nutzfahrzeugen -, als auch hohen Geschwindigkeiten von über 400 km/h auf entsprechenden Fahrzeugen Stand zu halten", sagt Koch.

Entscheidend ist: Der Radialreifen kann seine Eigenschaften nur dann erfüllen, wenn er ausreichenden Fülldruck aufweist. Dem versuchen aktuell mehrere Reifenhersteller mit Entwicklungen entgegenzuwirken, die komplett ohne Fülldruck auskommen, aber dennoch die erwähnten technischen Eigenschaften aufweisen. (spot/dpa)

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