Ein platter Reifen am Auto ist unangenehm und mitunter sogar gefährlich, muss aber kein wirkliches Unglück bedeuten. Der Schaden lässt sich häufig mit überschaubarem Aufwand beheben – auch ohne die Unterstützung von Pannendiensten.

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Nach dem Überfahren eines spitzen oder scharfen Gegenstandes entweicht die Luft nicht selten binnen einiger Minuten. Im Fahrzeuginnenraum macht sich das in der Regel durch ein lauter werdendes Abrollgeräusch und eine schwammige Lenkung bemerkbar. So ist Zeit genug, in Ruhe rechts ran zu fahren und sich die Bescherung anzusehen.

Seltener, aber gefährlicher ist ein Reifenplatzer. Dann entweicht die Luft schlagartig, das Auto wird schwerer zu lenken und droht womöglich auszubrechen. In einer solchen Situation heißt es Ruhe bewahren und geradeaus lenken. Denn auch mit geplatztem Reifen fährt der Wagen meist in die gleiche Richtung weiter, wenn der Fahrer nicht vor Schreck das Steuer verreißt.

Nach der Panne das Auto sichern

Wie auch immer es zu der Panne gekommen ist, danach wird das Auto wieder flott gemacht. Am sichersten geschieht dies auf einem Park- oder Rastplatz statt am Straßenrand. Ist solch ein ruhiger und sicherer Platz in der Nähe, können Sie ihn im Schritttempo anfahren.

Ist das nicht möglich, wird das Auto mit Warndreieck und Blinklicht gesichert. Wie es dann weitergeht, hängt von der Art des mitgeführten Pannenzubehörs ab.

Schnellste Hilfe leistet das Pannenspray

Am schnellsten wird das Auto mit einem Pannenspray aus der Dose wieder flott. Hierzu prüft man zunächst, ob ein spitzer Gegenstand als Ursache für den Schaden noch im Reifen steckt. Falls ja, sollte dieser entfernt und anschließend das Dichtmittel sowie Druckluft über das Ventil eingefüllt werden.

Danach lässt sich der Reifen wieder fahren. Aber nur bis 60 km/h und nicht lange, weil das Dichtmittel das Ventil verklebt. Eine andere Einschränkung ist, dass ein Spray nicht bei jeder Panne hilft. Lediglich Stiche und kleine Risse in der Lauffläche, also die häufigsten Pannenursachen, lassen sich damit abdichten.

Dichtmittel versagen bei großen Reifenschäden

Bei großen Rissen, gebrochenem Reifengewebe oder auch undichten Ventilen helfen die Sprays nicht weiter. Dann ist ein Abschleppwagen bzw. ein Ersatzrad erforderlich.

Ähnlich wie Pannensprays funktionieren Pannensets, die Autohersteller oft anstelle von Ersatzrädern mitliefern. Auch sie arbeiten mit Dichtungsmitteln. Häufig wird ein kleiner Kompressor mitgeliefert, durch den sich der Reifen richtig aufpumpen lässt. Durch Einfüllen des Dichtmittels und Aufpumpen mit dem Kompressor werden die Reifen bei kleineren Defekten schnell wieder fahrbereit.

Vollwertiges Ersatzrad für volle Mobilität

Wer in seinem Auto ein Ersatzrad mitführt, hat bei einer Reifenpanne mehr Arbeit, kann dafür aber auch länger fahren. Für den Radwechsel wird das Auto als Erstes durch einen eingelegten Gang und die angezogene Handbremse gegen Wegrollen gesichert.

Beim Aufbocken mit dem Wagenheber gilt es, eine verstärkte Stelle am Unterboden zu finden, um das Gerät richtig anzusetzen. Im Zweifel hilft das Handbuch weiter. Ist der Untergrund weich, verhindert ein Brett unter dem Wagenheber das Einsinken des Autos. Zum Lösen und Festziehen der Radschrauben beim Radwechsel bietet sich mitgeliefertes Werkzeug an.

Bei der Weiterfahrt sollten Autofahrer übrigens auch mit dem Ersatzrad ein niedriges Tempo anschlagen, weil das in der Regel einen zu geringen Luftdruck aufweist. Das kann zu ungewohnt schwammigem Fahrverhalten führen. Daher lohnt es sich, den Reifendruck des Reserverads an der nächsten Haltestelle zu prüfen.

Ist statt eines vollwertigen Ersatzrades ein Notrad vorhanden, sollte der Weg bald in eine Werkstatt führen. Für mehr als 50 Kilometer ist ein solcher Notbehelf nicht vorgesehen.  © 1&1 Mail & Media / CF