Immer wieder kommt es auf unseren Autobahnen und Schnellstraßen zu schweren Unfällen mit Lkw - teils mit Todesopfern wie in den jüngsten Fällen auf der A5 und A3. Längst nicht immer tragen daran allein die Brummifahrer die Schuld. Und doch gehen von ihnen zwangsläufig erhöhte Risiken aus. Welche das sind, und warum das so ist, wollen wir hier klären.

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Am Montag konnte der Fahrer eines Lkw auf der Autobahn A5 nicht mehr rechtzeitig bremsen und schob zwei Autos unter einen weiteren davor haltenden Lastwagen. Vier Menschen kamen bei diesem Unglück ums Leben.

Nur wenige Stunden später krachte auf der A3 bei Limburg ein anderer Lkw an einem Stauende in einen vollbesetzten Flixbus. Mindestens drei Menschen starben, mehrere wurden teils schwer verletzt.

Vor allem Stauenden haben sich in der Vergangenheit als Gefahrenschwerpunkte für schlimme Unfälle mit Lkw herausgestellt. Autofahrern wird dabei die im Vergleich mit den Lastwagen deutlich geringere Masse ihrer Fahrzeuge zum Verhängnis.

Wie Pappkartons schiebt ein ungebremst auffahrender 40-Tonner die Autos dann vor sich her, und im Zweifel damit auf weitere Autos oder gar unter den Auflieger eines vorausfahrenden Lasters. Insbesondere Letzteres geht oftmals mit verheerenden Folgen einher.

Risikofaktor Mensch: Termindruck und Übermüdung

Die Transportbranche ist ein hart umkämpftes Geschäft, das von einem erheblichen Preis- und Termindruck geprägt ist. Immer neue Akteure, etwa aus Osteuropa, drücken die Preise weiter (mitunter auf Kosten der Angestellten und des technischen Zustands der Fahrzeugflotten). Bestehende Unternehmen und deren Fahrer gelangen so allzu schnell in eine Negativspirale.

Spediteure und Unternehmer wollen die Arbeitszeit der Fahrer so effizient wie möglich ausnutzen. Heraus kommen dabei oftmals extrem knapp kalkulierte Dispositionen, die sich in der Realität nur selten umsetzen lassen. Die innere Uhr der Fahrer kommt aufgrund des oft ungleichmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus auf mehrtägigen Touren völlig aus dem Takt.

Verstärkt wird dies durch die anhaltende Problematik um die Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten: Fahrer müssen oft unzählige Raststätten, Autohöfe und Parkplätze abklappern, bis sie einen freien Stellplatz gefunden haben. Das führt seinerseits wieder zu gefährlichen Folgen.

Nicht selten ist beispielsweise zu beobachten, dass Trucker ihre Laster notgedrungen im Bereich der Einfahrt zu einem Parkplatz oder einer Raststätte abstellen - teilweise bis in den Bereich des Verzögerungsstreifens hinein.

Ablenkung und unsachgemäß gesicherte Ladung

Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Phasen, in denen sich Fahrer langweilen, beispielsweise wenn es mehrere Stunden am Stück einfach nur geradeaus geht. Unkonzentriertheit und Ablenkung durch Zeitschriften, Smartphones, Tablets und Co. können dann von einem Moment auf den anderen zu gefährlichen Situationen führen - vor allem dann, wenn der nötige Sicherheitsabstand nach vorne nicht eingehalten wird.

Hinzu kommt, dass Polizei und Zoll immer wieder Sattelzüge aufgreifen, bei denen die Ladung gar nicht oder nicht ausreichend gesichert ist. Hierdurch entstehen nicht nur unmittelbare Gefahren durch Ladung, die sich unkontrolliert vom Fahrzeug lösen könnte, sondern auch Beeinträchtigungen der Fahrstabilität des Lkw.

Längst nicht immer müssen aus den hier genannten Faktoren heraus Unfälle entstehen. Kommt es aber zu einer unglücklichen Verkettung, kann das schnell fatale Folgen haben.

Technik soll künftig für mehr Sicherheit sorgen

Die Unfallzahlen mit großen Lkw gehen derweil seit Jahren eher zurück, als dass sie steigen. Und das, obwohl der Gütertransport auf der Straße gleichzeitig stark zugenommen hat. Für Politik, Verkehrsexperten und Industrie ist das in Anbetracht der immer wieder auftretenden schweren Unfälle aber kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen.

Einen großen Fortschritt in Sachen Sicherheit versprechen sich viele Beteiligte von zukunftsweisenden Fahrerassistenzsystemen, die den Fahrer unterstützen und bei Bedarf sogar eingreifen.

Derartige Systeme, etwa ein Bremsassistent, der automatisch rechtzeitig eine Notbremsung einleitet, sind bereits verfügbar - aber in vielen älteren Lastern noch nicht verbaut oder noch nicht ausgereift genug.

Vor allem die politischen Organe auf europäischer Ebene dürften bezüglich einer Weiterentwicklung der vorhandenen Technologien sowie eines verbindlichen Updates der Fahrzeugflotten weiter gefragt sein. Zudem gilt es für EU-Kommission und Co. verschiedenen Unfallforschern zufolge, die Vorgaben für Lenk- und Ruhezeiten zu reformieren.

Viele Hoffnungen ruhen deshalb auf Lösungen für das teil- oder sogar vollautonome Fahren. Derartige Systeme, zum Beispiel im Rahmen sogenannter Kolonnenfahrten, könnten den Fahrer nicht nur im Notfall helfen, sondern generell entlasten.

Die besonderen Tücken des Winters

Gerade auf Autobahnen ist zu geringer Abstand zum Vordermann fatal, besonders bei Lkw. Deren Bremsweg ist deutlich länger als der von Personenkraftwagen. Wenn diese stehen, ist der Brummi noch in Fahrt.

Das Ergebnis ist eine Kollision, die gerade für kleinere Fahrzeuge und deren Insassen manchmal katastrophal ausgeht. Ursache ist auch in solchen Fällen abermals der Zeitdruck.

In der kalten Jahreshälfte sollten sowohl Berufskraftfahrer als auch andere Verkehrsteilnehmer übrigens noch vorsichtiger im Umgang mit den Lastwagen sein.

Die Stichworte lauten hier Schnee und Eis. Wer wurde nicht schon einmal von herumfliegenden Eisbrocken überrascht, die sich plötzlich während der Fahrt von der Oberseite eines Lkw gelöst haben.

Hinzu kommt, dass Sattelzüge in der Regel bei Schnee und Eis mit den gleichen schwach profilierten und tendenziell recht harten Reifen unterwegs sind, auf denen sie auch im Sommer bei 30 Grad und mehr ihre Waren von A nach B transportieren.  © 1&1 Mail & Media / CF

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