Die Beseitigung von Schäden am Auto muss nicht immer teuer sein. Kleine Dellen oder Kratzer lassen sich oft durch eine sogenannte „Smart Repair“ wieder richten. Die Kosten betragen in der Regel höchstens ein Drittel der üblichen Reparaturmethoden.

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Beulen und Kratzer sind schnell passiert. Die Reparatur selbst kleinster Makel kann allerdings schnell so richtig ins Geld gehen. Denn für perfekte Arbeit ist meist der Austausch der Teile einschließlich Lackierung im richtigen Farbton fällig. Da wird nach leichtem Kontakt zu einer Mauer gerne der ganze Kotflügel ausgetauscht. So entstehen auch durch Bagatellschäden Rechnungen von mehreren Hundert oder gar Tausend Euro.

Mit Smart Repair Geld sparen

Günstiger wird es in der Regel mit „Smart Repair“. Unter diesem Oberbegriff werden mehrere Methoden zusammengefasst, die kleine bis mittelgroße Schäden mit vergleichsweise geringem Aufwand beheben sollen. Außer für Blechschäden gibt es solche „smarten“ Reparaturmaßnahmen auch für Glas, Polster und Kunststoffe. Die Kosten für diese Reparaturen liegen oft im zweistelligen Bereich und betragen selten viel mehr als 100 Euro.

Am häufigsten wird Smart Repair bei kleinen Blechschäden angewandt. Zur Reparatur von Dellen sind zwei unterschiedliche Methoden üblich: das „Drücken“ und das „Ziehen“. Beiden ist gemeinsam, dass die Lackierung dabei nicht oder wenig beschädigt wird.

Schonendes Drücken entfernt Dellen ohne Lackschäden

Bei der Drückmethode wird Spezialwerkzeug verwendet, um eine Beule von innen nach außen herauszudrücken. Die Reparaturspezialisten führen in das Auto Stangen ein, mit denen sie von unten gegen die Beulen drücken. Durch vielfache, „massierende“ Bewegungen wird die Beule schonend entfernt, ohne dass der Lack Schaden nimmt. Diese Methode lässt sich überall anwenden, wo Reparateure das Blech von hinten erreichen können.

Die Alternative, die auch an schwer von hinten zugänglichen Stellen funktioniert, ist die Ziehmethode. Bei ihr wird meist ein Stahlstift auf das Blech geschweißt und dann vorsichtig an ihm gezogen. Ist das Blech wieder in Form, kann man den Stift entfernen und die kleine Stelle neu lackieren. Das Ziehen ist zwar aufwendiger als die Drückmethode, aber in der Regel immer noch deutlich günstiger als der Austausch eines Teils samt kompletter Neulackierung.

Spot Repair gut geeignet für kleine Defekte

Ein nur wenige Zentimeter breiter Schaden ist der richtige Anwendungsfall für die „Spot Repair“ genannte Reparaturmethode. Hierbei wird gezielt die beschädigte Stelle neu lackiert. Die Umgebung wird dafür sorgfältig abgeklebt. Vor der Lackierung schleift der Reparateur die defekte Stelle ab; eventuell wird sie mit etwas Spachtelmasse verfüllt. Nach dem anschließenden Lackieren ist der Defekt in der Regel kaum noch zu sehen.

Lack bei älteren Autos oft schwer auszubessern

Schwieriger wird die Lackierung bei älteren Autos, wo der Lack schon etwas verwittert ist. Bei denen würde eine Lackierung im originalen Farbton auffallen. Da helfen nur professionelle Kameras mit entsprechender Software, die den in die Jahre gekommenen Farbton genau bestimmen können. Anhand dieser Daten können Experten den richtigen Farbton anmischen.

Neben Blech und Lack gibt es weitere Autoteile, die sich mit smarten Methoden reparieren lassen: Glas, Felgen, Kunststoffteile im Fahrzeuginnenraum sowie Polstersitze.

Vorsicht ist bei der Reparatur von Felgen angebracht. Kleine, oberflächliche Defekte lassen sich reparieren. Sollte sich jedoch Rissbildung abzeichnen, muss die Felge unverzüglich ausgetauscht werden.

Wie gut die Fachwerkstätten bei Smart Repair arbeiten, hat der ADAC im Jahr 2014 anhand von 20 Stichproben untersucht. Ergebnis: Bei der Beseitigung von Lackkratzern fielen die Ergebnisse der Werkstätten sehr unterschiedlich aus. Die Beseitigung von Dellen gelang jedoch fast allen.  © 1&1 Mail & Media / CF

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