Das US-Unternehmen Tesla wird von einem Skandal erschüttert. Dem Autobauer wird vorgeworfen, sich staatliche Subventionen erschlichen zu haben. Die "Auto Bild" hatte zuerst über den Verdacht berichtet.

Der Autohersteller Tesla genießt einen guten Ruf. Die US-Firma gilt als Pionier in Sachen Elektromobilität. Die Prämisse, mit der man bei Tesla antritt: Elektroautos dürfen ihren kraftstoffbetriebenen Kollegen in Sachen Komfort und Fahrvergnügen in Nichts nachstehen. Vor allem bei gut betuchten Menschen mit Umweltgewissen ist Tesla daher eine beliebte Marke.

Nun bröckelt dieser gute Ruf. Wie die "Auto Bild" berichtet, soll sich Tesla in Deutschland widerrechtlich staatliche Subventionen erschlichen haben.

Im Juli 2016 hatte die Bundesregierung eine Kaufprämie für Elektroautos beschlossen. 4.000 Euro kann ein Käufer dabei sparen, wenn er sich für ein Elektroauto entscheidet. Der Betrag wird je zur Hälfte von den Autoherstellern dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle übernommen. Die Prämie gilt allerdings nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro netto.

Der S 75D ist das einzige Tesla-Model, das in der Basisausstattung in diesen Rahmen fällt – weil auf technische Details wie Rückfahrkamera, Spurhalteassistent und Parksensoren verzichtet wird. Diese kann ein Käufer – angeblich optional – für 13.101 Euro dazu kaufen.

Wie Recherchen der „Auto Bild“ ergaben, ist das Basismodel jedoch für Käufer überhaupt nicht zu erwerben. Angeblich gehe es Tesla bei dem Produkt nur darum, für die Umweltprämie in Frage zu kommen.

Kunden, die versucht hatten, den S 75D im Basismodel zu kaufen, wurde gesagt, das Model gebe es nicht ohne Komfortpaket. Ein Tesla-Mitarbeiten soll bei einer Testbestellung von "Auto Bild" sogar zugegeben haben, es ginge nur darum „den Umweltbonus mitzunehmen“.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat bereits eine Maßnahme ergriffen. Der Autohersteller Tesla wurde aus der Liste förderfähiger Elektrofahrzeuge gestrichen.

Tesla hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. (ska)© 1&1 Mail & Media