Manch einem mag das Smartphone lebenswichtig erscheinen - doch ist das Gerät wichtiger als ein Arm? Wohl eher nicht. Trotzdem stieß eine Frau mit bionischem Arm auf keine Hilfsbereitschaft, als sie eine Auflademöglichkeit für ihre Prothese suchte.

Der 28 Jahre alten Angel Giuffria ist etwas passiert, was viele Smartphone-Besitzer nur zu gut kennen dürften: ihrem Akku ging der Saft aus. Allerdings war davon nicht ihr Telefon, sondern ihre Armprothese betroffen.

Sie hatte vergessen, ihre bionische Arm über Nacht aufzuladen. Auf dem Medien-Event South by Southwest (SXSW) im texanischen Austin suchte Angel Giuffria deshalb nach einer Möglichkeit, das künstliche Körperteil aufzuladen.

Doch Ladeplätze sind unter den Veranstaltungsbesuchern offenbar heiß begehrt – jedenfalls traf das Hilfegesuch der Schauspielerin auf taube Ohren.

#CyborgProblems

Via Twitter berichtet Angel Giuffria nun von ihrem Erlebnis: "Die Leute bei diesem SXSW-Panel haben sich geweigert, das Laden ihrer Smartphones aufzugeben, damit ich meinen Arm aufladen kann. Aber ich habe einen Anschluss am anderen Ende des Raums gefunden, also: Lade mich auf."

Die Follower der jungen Aktrice zeigten sich empört über die mangelnde Hilfsbereitschaft.

Giuffria selbst scheint nicht nachtragend zu sein: "Ich bin nicht böse auf sie", zwitscherte die Aktivistin weiter. "Ich fand es lustig (weil da noch ein anderer Anschluss in der Nähe war). So weit ich weiß, waren sie verwirrt von der Situation, denn alle hier auf der SXSW scheinen zu glauben, mein Arm wäre ein Videospiele-Fashion-Statement oder ein fancy beleuchteter Handschuh, keine Prothese."

Leben mit High-Tech-Arm

Seit der Geburt fehlt Angel der untere linke Arm ab dem Ellbogen. Im Alter von sechs Jahren begann sie laut eigener Aussage, Prothesen zu testen.

Heute wirbt die junge Frau sogar für die fortgeschrittene Technologie ihres "Bebionic"-Arms, der von "Arm Dynamics" und "Ottobock" für sie hergestellt wurde.

Als Aktivistin setzt sie sich zudem gegen Vorurteile gegenüber Menschen mit körperlichen Behinderungen ein.   © 1&1 Mail & Media / CF

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