Die glamouröse Show Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2017 in Berlin ist von einem Eklat überschattet worden. Die Entwickler der Firma Mimimi Productions aus München weigerten sich am Mittwochabend kommentarlos, ihre mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung in Empfang zu nehmen.

Gamedesigner Dominik Abé lehnte auf der Bühne die Annahme des Preises mit einem kurzen Satz und ohne weitere Begründung ab. Auch am Donnerstag gab es zunächst aus der Entwicklerschmiede keine weitere Erklärung.

Das Spiel "Shadow Tactics: Blades of the Shogun" war zuvor in zwei Kategorien nominiert, für das beste Gamedesign, wofür nun das Preisgeld winkte, jedoch auch für das beste deutsche Spiel.

Gerüchte über Manipulationen

Hintergrund des überraschenden Auftritts dürften Unstimmigkeiten in der Hauptjury gewesen sein. Schon im Vorfeld der Preisverleihung seien "Gerüchte ins Kraut" geschossen über angebliche Manipulationen oder gar Betrug bei der Stimmabgabe, schreibt die Journalistin und Jury-Mitglied Petra Fröhlich auf ihrem Blog "GamesWirtschaft".

Wie Fröhlich ausführt, greifen die Vorwürfe jedoch weitgehend ins Leere. Befeuert worden seien sie durch eine vermeintlich vertrauliche Mail des mitveranstaltenden Game Bundesverbands, die an mehrere Medien ging.

Auch am Donnerstag gab es zunächst weder vom Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware (BIU) noch vom Game Bundesverband, beide Ausrichter des Spielepreises, eine erklärende Stellungnahme dazu. Auch Mimimi Productions klärte die Lage nicht näher auf.

Viel Prominenz besucht Show in Berlin

"Der Vorgang hinterlässt eine gewisse Ratlosigkeit und viel zerschlagenes Porzellan", resümiert Fröhlich. Die Verhandlungen über eine Fortführung des Computerspielpreises stünden damit unter keinem guten Stern. Die Journalistin war Mitglied in der Fachjury, die die Kategorie Bestes Gamedesign betreute, sowie Teil der 25-köpfigen Hauptjury.

Zur Verleihung war viel Prominenz aus Politik und Show-Business gekommen: Barbara Schöneberger, die Hamburger Drag-Queen Olivia Jones, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und der Komiker und Schauspieler Kurt Krömer.  © dpa

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