Das Augenlid schwillt an, wird rot, drückt und schmerzt: Wer schon einmal davon betroffen war, weiß, wie unangenehm ein Gerstenkorn oder ein Hagelkorn sein kann. Doch es gibt Abhilfe.

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Ein Gerstenkorn oder ein Hagelkorn kann sehr lästig sein. Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten: Wir erklären, wie sich die beiden Erkrankungen voneinander unterscheiden und was zu tun ist.

Was ist ein Gerstenkorn?

Mediziner bezeichnen ein Gerstenkorn auch als Hordeolum. Dabei sammelt sich Eiter in einem Knötchen am äußeren Rand des Augenlids. Es entsteht, wenn Bakterien in die Talg- und Schweißdrüsen gelangen und sich diese entzünden. Daraufhin schwillt das Lid an, wird rot und druckempfindlich. Ein Gerstenkorn ist auf andere übertragbar.

Wie entsteht ein Gerstenkorn?

Die Bakterien, die zu der Entzündung führen, sind zumeist Staphylokokken. Diese leben auf der Oberfläche der Haut und der Schleimhäute und gelangen über die Finger in die Augen.

In seltenen Fällen sind Talgdrüsen am inneren Augenlid betroffen. Ein Gerstenkorn ist häufig auf ein geschwächtes Immunsystem oder auf eine vorliegende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zurückzuführen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Normalerweise ist ein Gerstenkorn harmlos und öffnet sich nach ein paar Tagen von selbst, sodass der Eiter abfließen kann und die Entzündung abheilt. Wenn sich die Symptome nach einer Woche noch nicht bessern oder sogar verschlimmert haben, sollte man einen Augenarzt aufsuchen. Dieser verschreibt, wenn nötig, entzündungshemmende Salben oder Augentropfen.

Ärztlich abklären lassen sollte man auch, ob eine Zuckererkrankung vorliegt. Wenn sämtliche Maßnahmen nichts helfen, öffnet der Arzt das Gerstenkorn unter örtlicher Betäubung.

Das kann man selbst tun

In jedem Fall sollte man es vermeiden, selbst am Auge herumzudoktern. Das kann die Entzündung verschlimmern und auf das andere Auge übertragen. In akuten Situationen ist trockene Wärme hilfreich, um das Gerstenkorn zu öffnen. Dafür setzt man sich zwei bis dreimal täglich circa 15 Minuten vor eine Rotlichtlampe, jedoch mit geschlossenen Augen und in einem Abstand von 20 bis 40 Zentimetern.

Feucht-warme Anwendungen sind eher kontraproduktiv, weil sich dadurch die Bakterien ausbreiten können. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, regelmäßig die Hände zu waschen und eigene Handtücher zu benutzen. Kontaktlinsenträger sollten besonders auf hygienische Maßnahmen achten.

Was ist ein Hagelkorn?

Ein Hagelkorn, das leicht mit einem Gerstenkorn verwechselt werden kann, bezeichnet man in der Fachsprache als Chalazion. Dabei handelt es sich um eine Entzündung einer Drüse am Augenlid, die schleichend entsteht.

Es sind keine Bakterien beteiligt. Die Entzündung ist in den meisten Fällen nicht schmerzhaft und auch nicht ansteckend, nur optisch störend.

Wie entsteht ein Hagelkorn?

Ein Hagelkorn entsteht, wenn ein Drüsengang des Augenlids verstopft ist. Sekret sammelt sich darin, ein nicht schmerzender Knoten ist die Folge. Häufig betroffen ist die sogenannte Meibom-Drüse, die dafür verantwortlich ist, fetthaltigen Talg für den Tränenfilm zu produzieren.

Bei zunehmender Größe kann ein Hagelkorn die Sehfähigkeit beeinträchtigen, da sich der Druck auf die Hornhaut verstärkt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Genau wie ein Gerstenkorn ist ein Hagelkorn in den meisten Fällen ein gutartiger Knoten, der sich nach einiger Zeit von selbst zurückbildet. Jedoch sollte man bei einem Augenarzt die Ursachen abklären und eine Zuckererkrankung ausschließen lassen.

Unter Umständen verschreibt ein Arzt Augensalben oder -tropfen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen oder entfernt in einer kleinen Operation das entzündete Gewebe, sofern keine Besserung eintritt.

Was kann man selbst tun?

Hilfreich sind hier ebenfalls Wärmeanwendungen, etwa die Bestrahlung mit Rotlicht. Auch ein sauberer Waschlappen oder Kompressen, die in warmes Wasser getaucht werden und anschließend auf das geschlossene Lid gelegt werden, bringen Linderung.

Das muss man wissen

Sowohl bei einem Gerstenkorn als auch bei einem Hagelkorn liegt eine Entzündung am Augenlid vor, die sich durch Schwellung und Rötung äußert. Während ein Gerstenkorn schmerzt und durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen wird, wird ein Hagelkorn nicht durch Keime ausgelöst und ist in der Regel schmerzfrei.

Zudem entsteht ein Gerstenkorn rasch und ist ansteckend, ein Hagelkorn hingegen entsteht schleichend und ist nicht übertragbar.

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