Es gibt neue Hoffnung für Parkinson- und Schizophreniepatienten. Bei einem Experiment am California Institute of Technology erreichten Wissenschaftler erstmals einen bestimmten Teil des Mittelhirns. Die Testpersonen wurden dahingehend beeinflusst, dass sie andere Personen als attraktiver wahrnahmen. Nun hoffen die Forscher, diese Erkenntnisse auch medizinisch anwenden zu können.

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"Bisher konnte man Veränderungen dieser Art nur mithilfe von Medikamenten erreichen", sagt Vikram Chib, der das Experiment leitete. Allerdings sei das Problem mit Arzneimitteln, dass sie sich auf das gesamte Gehirn auswirken und daher unerwünschte Nebeneffekte beinhalten könnten oder bei manchen Patienten überhaupt nicht funktionierten.

Bei dem Experiment sollen die Testpersonen die Gesichter von Menschen nach Attraktivität bewerten, jeweils bevor und nachdem ihnen zwei Elektroden mit zwei Milliampere am Kopf befestigt wurden. Mit diesem Vorgehen sollte erstmals ein tieferer Teil des Mittelhirns angesprochen werden. Frühere Behandlungen dieser Art seien nur auf die äußeren Bereiche des Gehirns beschränkt gewesen, die nicht mehr als einen Zentimeter tief gingen. Außerdem wurden die Gehirnaktivitäten während der Bewertung mit einer funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) gemessen.

Während die Mitglieder der Testgruppe, denen die Elektroden ohne Stromfluss angeheftet wurden, im zweiten Durchgang keine Veränderung der Bewertung gezeigt hätten, fanden die Teilnehmer der Hauptgruppe die Menschen auf den Bildern nach der Behandlung attraktiver als davor. Zusätzlich hätten die fMRT-Aufnahmen gezeigt, dass die angesprochenen Teile des Gehirns durch die Stimulation eine stärkere neurale Verbindung aufgewiesen hätten.

Anwendung auf medizinischer Ebene

Die Wissenschaftler hoffen nun, mit dieser Technik denjenigen Teil des Mittelhirns erreicht zu haben, der für die Ausschüttung von Dopamin zuständig ist. Dieses Hormon sei verantwortlich für die veränderte Wahrnehmung und steht in Verbindung mit mehreren psychischen und neurologischen Krankheiten wie Parkinson, Schizophrenie und Depressionen. Sollte dies der Fall sein, könnten sich daraus neue Behandlungsmöglichkeiten gegen diese Krankheiten entwickeln lassen.

Um diese Vermutung zu bestätigen, sei nun der nächste Schritt, Dopamin sichtbar nachzuweisen, was mit der fMRT-Aufnahme nicht möglich ist. Anschließend könne man anfangen, diese Behandlung auf medizinischer Ebene zu testen.

(mse)

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