• Bauchschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben, doch werden sie besonders stark und krampfartig, könnte es sich um eine Gallenkolik handeln.
  • Diese tritt auf, wenn sich Gallensteine im Körper gebildet haben.
  • Wir sagen Ihnen, auf welche Symptome Sie achten sollten und was im Falle eines Falles zu tun ist.

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Zu viel gegessen, Magen-Darm-Probleme oder andere Ursachen: Wer von Bauchschmerzen geplagt wird, weiß oft, woher die Beschwerden rühren. Doch das ist nicht immer der Fall. Viele Menschen haben etwa Gallensteine und wissen nichts davon. Denn in vielen Fällen sorgen sie nicht für schmerzhafte Beschwerden, sondern werden erst bei Routineuntersuchungen im Ultraschall entdeckt. Doch rund ein Viertel der Betroffenen leidet unter starken Schmerzen, die dringend behandelt werden müssen. In einem solchen Fall kann es sich nämlich um eine Gallenkolik handeln.

Welche Symptome treten bei Gallensteinen auf?

Eine Gallenkolik kann sich durch plötzlich auftretende, krampfartige und sehr starke Schmerzen im rechten Oberbauch bemerkbar machen. So eine Schmerzattacke tritt in Wellen auf und kann bis in die rechte Schulter oder bis in den Rücken ausstrahlen. Oftmals ist einem übel oder man muss aufstoßen. An der Dauer der Schmerzen lässt sich leider nicht festmachen, ob es sich um eine Gallenkolik handelt oder nicht: Eine Kolik kann nach zehn Minuten vorbei sein - sie kann aber auch Stunden dauern.

"Wer Anzeichen einer Gallenkolik bei sich feststellt, sollte dies schnellstmöglich ärztlich abklären lassen, gegebenenfalls auch in der Notaufnahme eines Krankenhauses", sagt der Gastroenterologe Prof. Heiner Wedemeyer aus Hannover. Denn je nachdem, wie groß die Gallensteine und wie fortgeschritten die Gallenkolik, desto schneller muss reagiert werden. Ob Gallensteine der Auslöser der Beschwerden sind, lässt sich mit einer Ultraschall- und Blutuntersuchung herausfinden, so Wedemeyer.

Gallensteine müssen operativ entfernt werden

Liegt tatsächlich eine Gallenkolik - also heftige, krampfartige Schmerzen - vor, werden zunächst Schmerzmittel verordnet. Zur Beseitigung der Gallensteine reicht das allerdings nicht aus: "Nur in seltenen Fällen kommen Medikamente zum Einsatz, um die Gallensteine zu entfernen", sagt der Gastroenterologe Christoph Schramm aus Essen. So gibt es Tabletten mit dem Wirkstoff Ursodeoxycholsäure (UDCA), die Gallensteine auflösen können.

Üblicherweise werden die Gallensteine, die den Gallengang verstopfen, daher operativ entfernt. "Dies geschieht zumeist mithilfe eines Endoskops", sagt Wedemeyer. Nach einer endoskopischen Gallensteinbergung sollte die Gallenblase möglichst zeitnah innerhalb von Tagen entfernt werden, wenn sich noch weitere Steine in der Gallenblase befinden, rät Wedemeyer.

Der Grund: Es kann passieren, dass Gallensteine erneut Beschwerden verursachen und dies womöglich mit einer Entzündung der Gallenblase einhergeht. Um dieses womöglich schwerwiegende Risiko auszuschließen, werde zumeist die Gallenblase herausgenommen, so der Mediziner.

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Wie entstehen Gallensteine überhaupt?

Die Galle unterstützt die Verdauung von fetthaltigen Nahrungsmitteln. Die Gallenflüssigkeit besteht aus verschiedenen Komponenten, erklärt Christoph Schramm. Dazu zählen neben Wasser als ihr Hauptbestandteil unter anderem Cholesterin, Gallensäuren, spezielle Fette und Eiweiße.

Diese im Wasser gelösten Stoffe sind normalerweise in einem bestimmten Gleichgewicht. Geraten sie außer Balance, bilden sich Kristalle, sprich: Gallensteine. Sie blockieren den Galleabfluss. Der folgende Druckanstieg in den Gallenwegen verursacht Schmerzen.

Ist nun der Gallengang wegen eines oder mehrerer Steine blockiert, kann sich die Gallenblase entzünden. "Da wird's akut", sagt Heiner Wedemeyer. Denn wenn es schlecht läuft, gelangt die Gallenflüssigkeit durch Risse in der Gallenblase in den Bauchraum und verursacht dort womöglich eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung.

Ursachen für Gallenkoliken

Für die Bildung von Gallensteinen gibt es laut Christoph Schramm verschiedene Risikofaktoren. Dazu zählen ein höheres Lebensalter, Übergewicht und mangelnde Bewegung. "Frauen trifft es offenbar eher als Männer." Zudem gibt es eine genetisch bedingte Veranlagung.

"Auch im Zuge von Radikaldiäten kann es passieren, dass sich Gallensteine bilden", sagt Heiner Wedemeyer. Wer sein Körpergewicht um zehn Kilogramm und mehr reduzieren will, sollte dies nicht innerhalb von zwei oder drei Wochen tun.

Gallensteine sorgen im Körper aber nicht immer für Probleme. Solange sie keinerlei Beschwerden verursachen, ist auch keine Therapie nötig.

Wie lässt sich vorbeugen?

Damit möglichst gar keine Gallensteine entstehen, sollte man sich ausgewogen ernähren, auf regelmäßige Bewegung achten, Normalgewicht anstreben und - wie erwähnt - Radikaldiäten vermeiden.

Auch Kaffee zu trinken reduziere das Risiko, dass sich Gallensteine bilden, sagt Wedemeyer. Das hätten zahlreiche Studien gezeigt. In der Regel gilt hier sogar: viel hilft viel. Der Experte: "Drei bis fünf Tassen Filterkaffee am Tag wären optimal." (ncs/dpa)

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