Mit seiner Rolle als Mafiaboss in der preisgekrönten Serie "Sopranos" schaffte James Gandolfini den Durchbruch. Nun verstarb der Schauspieler völlig überraschend auf einer Urlaubsreise in Rom. Ursache: Herzstillstand infolge eines Herzinfarkts. Der Golden-Globe-Gewinner wurde nur 51 Jahre alt. Wie kommt es zum plötzlichen Herztod? Welche Risiken gibt es und bei welchen Symptomen sollten die Alarmglocken schrillen?

Der Herzinfarkt zählt in den Industrienationen zu einer der Haupttodesursachen. Allein in Deutschland erleiden rund 250.000 Patienten jährlich einen Herzinfarkt. 30 bis 40 Prozent davon sterben, bevor sie das Krankenhaus erreichen. Besonders problematisch: Viele Patienten ignorieren oder unterschätzen erste Anzeichen.

Risikofaktoren und Symptome

Zu den klassischen Risikofaktoren zählen Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes oder familiäre Vorbelastung. Hauptursache ist also die Lebensweise. Der Herzinfarkt ist kein Männerleiden. Auch Frauen kann ein Infarkt treffen, allerdings mindern Östrogene die Wahrscheinlichkeit. Bis bei Frauen die Menopause einsetzt, sind Männer also häufiger vom Herzinfarkt betroffen. Nach der Menopause ist die Wahrscheinlichkeit bei Männern und Frauen gleich. Typisches Vorzeichen für ein Herzinfarktrisiko bei Männern sind Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm ausstrahlen. Bei Frauen äußern sich die Symptome unspezifisch: Magenschmerzen, Rückenschmerzen, starkes Schwitzen oder Übelkeit können erste Indizien sein. Häufig gibt es aber auch gar keine Alarmsignale. Bei der Deutschen Herzstiftung können Sie Ihr persönliches Herzinfarktrisiko testen.

Schleichender Prozess oder plötzlicher Herztod

Manche Menschen leiden jahrelang an gleichartigen Brustschmerzen, einer stabilen Angina Pectoris. Die Verengung der Herzkranzarterien ist dann noch nicht so weit ausgeprägt, dass sie bedrohlich ist. Es gibt aber auch Fälle, bei denen ein Gefäß unvermittelt reißt und es überraschend zum Infarkt kommt. Der typische Zeitpunkt für einen Herzinfarkt liegt in den Morgenstunden, denn das Stresshormon Cortisol bildet sich morgens in besonders hoher Dosis.

Auslöser Stress

Stress ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Manche Menschen können Stress gut mit Yoga, Meditation oder Sport kompensieren. In der Kombination mit anderen Faktoren kann eine chronische Belastung durch Stress aber einen akuten Infarkt auslösen.

Schnell handeln

Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Außerhalb eines Krankenhauses überleben nur rund 50 Prozent einen Infarkt. Wird man frühzeitig, also bei Bewusstsein, in eine Klinik eingeliefert, steigt die Wahrscheinlichkeit zu überleben auf etwa 90 Prozent.