Warum erkranken wir an Alzheimer? Die Ursache ist noch nicht geklärt. Amerikanische Forscher haben nun jedoch einen möglichen Zusammenhang zwischen Herpes-Viren im Gehirn und der Entwicklung von Alzheimer festgestellt.

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Ein Team der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York stieß bei seinen Forschungen eher zufällig darauf, dass Herpes-Viren die Alzheimer-Erkrankung auslösen könnten.

Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Neuron".

Virusstämme häufiger im Gehirn von Alzheimer-Patienten

Eigentlich suchte das Team nach so genannten molekularen Auffälligkeiten bei der Entstehung von Alzheimer. "Wir suchten nicht nach Viren, aber die Viren sprangen uns sozusagen an", sagte Ben Readhead von dem Forscherteam in einer Mitteilung der Arizona State University.

Wissenschaftler gehen schon länger davon aus, dass Viren die Ursache von Alzheimer sein könnten. Das US-Forscherteam fand nun heraus: In den Gehirnen von Alzheimerpatienten kommen Herpesviren häufiger vor als bei gesunden Menschen.

Der Alltag mit einem Alzheimer-Kranken ist für enge Angehörige ein unglaublicher physischer und emotionaler Kraftakt, tagtäglich. Eine der großen Herausforderungen: die Geduld nicht zu verlieren. Wir haben bei einer Expertin nachgefragt, was in solchen Situationen hilft.

Insgesamt wurden 1.000 Menschen untersucht. Die Ergebnisse bedeuten nun allerdings nicht abschließend, dass die Bläscheninfektion Herpes für Alzheimer verantwortlich ist.

Die Wissenschaftler waren sich nämlich nicht sicher, ob die Viren nun die Krankheit auslösen, oder ob erkrankte Gehirne lediglich anfälliger für Infektionen sind.

Herpes und Alzheimer - Forscher zeigen keine Kausalität auf

"Wir können die Frage nicht beantworten, ob Herpesviren eine primäre Ursache der Alzheimerkrankheit sind", räumte Studienleiter Joel Dudley ein. Klar sei jedoch, dass sie an Prozessen beteiligt sind, die das Gehirn in Richtung Alzheimer veränderten.

Auch deutsche Forscher haben sich bereits zu den Ergebnissen geäußert. Laut einem Bericht der "Welt" halten sie die Studie zwar für fundiert. Sie weisen aber auch darauf hin, dass keine direkte Beziehung nachgewiesen werden konnte. Es könne sich auch um eine "einfache Korrelation" handeln.

"Das ist die umfangreichste und ausführlichste Studie zu diesem Thema, die ich kenne", sagte Armin Giese, Experte vom Zentrum für Neuropathologie und Prionforschung der Universität München. "Allerdings haben die Forscher keine Kausalität gezeigt."

(pak)

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