Unsere Kopfhaut ist sehr empfindlich, wird bei der Pflege aber oft vernachlässigt. Trockenheit, Entzündungen und vermehrte Schuppung können die Folgen sein. Wir klären mit einem Experten, was man dagegen tun kann und welche Hausmittel helfen.

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Unsere Haut erneuert sich regelmäßig. Dabei schuppt sich die oberste Hautschicht ab, das ist ganz normal. Sind Hautschüppchen am Kopf aber deutlich zu erkennen, juckt die Kopfhaut oder ist sogar entzündet, können neben falscher Haarpflege auch Erkrankungen, Allergien oder Hefepilzbefall die Ursache sein.

Trockene oder fettige Schuppen

"Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Schuppen. Entweder treten sie bei trockener oder fettiger Kopfhaut auf", sagt Dr. med. Hans-Georg Dauer, Dermatologe in Köln, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wer trockene Kopfhaut hat, hat häufig mit Trockenheits-Schüppchen zu kämpfen. Typisch sind Spannungsgefühl und kleine silbrig schimmernde Schuppen, die sich über die gesamte Kopfhaut verteilen.

Führt fettige Kopfhaut zu Schuppen, sind diese selbst fettig und eher gelblich. Die Schuppen können zentimetergroß ausfallen und kommen meist über den Kopf verteilt an verschiedene Stellen vor.

Die Ursachen für Kopfhaut-Probleme sind vielfältig. Zu häufiges und zu heißes Föhnen oder auch Sonneneinwirkung ohne Kopfschutz können die Kopfhaut austrocknen und Veränderungen verursachen. Aber auch Pilze, Bakterien oder Parasiten regen die Schuppenbildung an.

Schuppen durch chronische Hauterkrankungen

"Schuppen und Juckreiz können auch die Folge von chronischen Hauterkrankungen sein. Ab etwa Mitte 30 sind diese Erkrankungen an der Kopfhaut deutlich zu erkennen", erklärt der Experte. Neurodermitis tritt am ganzen Körper, auch an der Kopfhaut auf. Betroffene klagen meist über Trockenheit, Juckreiz oder sogar Aufplatzen der Haut.

Auch Schuppenflechte, bei der sich die Hautzellen häufiger teilen als sie sollten, können an der Kopfhaut auftreten. Um die Grunderkrankung richtig therapieren zu können, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Allergien können zu Reizungen führen

Oft steckt hinter juckender und trockener Kopfhaut eine allergische Reaktion oder eine Unverträglichkeit auf bestimmte Stoffe in Pflegeprodukten. Die Kopfhaut rötet sich, bildet Blasen und fühlt sich unangenehm an. "Haarfärbemittel oder silikonhaltige Haarshampoos können Reizungen auslösen, vor allem, wenn man sie nicht richtig auswäscht", sagt Dauer.

Deshalb die Haare nach dem Färben oder Waschen immer gründlich mit Wasser ausspülen, bis keine Produktreste mehr auf der Kopfhaut vorhanden sind.

Richtige Behandlungsmethoden

"Man sollte zunächst herausfinden, welche Ursache oder Erkrankung vorliegt, um die Probleme richtig therapieren zu können", sagt der Dermatologe. Bei Hauterkrankungen am Kopf kann zum Beispiel auch Kortison verschrieben werden.

Wer die Ursache von Schuppenbildung und Juckreiz nicht kennt, kann versuchen, die Beschwerden mit handelsüblichen Anti-Schuppen-Shampoos zu lindern. Sie enthalten beruhigenden und schuppenlösende Substanzen. "Etwas falsch machen kann man dabei nicht. Die Schuppen können sich höchstens verstärken. Bei Pilzbefall oder Ekzemen rate ich aber zu Shampoos aus der Apotheke", sagt der Experte.

Trockene Haut etwa ist in fortgeschrittenem Alter ganz normal, da der Feuchtigkeitsgehalt der Haut nachlässt. Wenn es hier zu Haarschuppen kommt, helfen Shampoos mit Kamille oder Arganöl.

Hausmittel gegen Schuppen

Es müssen nicht immer Produkte aus der Apotheke zum Einsatz kommen. Auch natürliche Hausmittel können helfen, die Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wer hauptsächlich unter trockener Haut leidet, kann mit Honig entgegenwirken. "Honig fettet die Kopfhaut, beruhigt und nimmt mögliche Bakterien ab", sagt der Dermatologe.

Wenn die Ursache unklar ist oder man noch keinen Arzt aufgesucht hat, rät Dauer zu einer Maske aus Oliven- und Rizinusöl: "Am besten im Verhältnis 30 zu 70 mischen und über Nacht einwirken lassen." Die Kopfhaut wird dabei intensiv gepflegt und bekommt einen natürlichen Hautschutz.

Frauen häufiger betroffen

Grundsätzlich treten Trockenheit, Juckreiz oder Schuppen an der Kopfhaut sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf. Frauen in den Wechseljahren klagen allerdings häufiger über Probleme mit der Kopfhaut als Männer im gleichen Alter. Denn aufgrund der Hormonumstellung wird die Haut von Frauen trockener, Beschwerden können häufiger auftreten.

Auch die Tatsache, dass Frauen ihr Haar häufiger und umfangreicher pflegen als Männer, stellt ein Risiko dar. Denn je mehr Produkte man verwendet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Reizungen auftreten.

Mit Kindern zum Arzt gehen

Da Schuppen vor allem bei Kleinkindern nicht normal sind, sollte man immer einen Hautarzt aufsuchen und die Kopfhaut des Kindes maximal mit Olivenöl beruhigen. Meist liegt bei Kindern nämlich ein Parasitenbefall - etwa Kopfläuse - oder eine Erkrankung vor. Bei Jugendlichen nach der Pubertät kommen Schuppen häufiger vor, dann sind meist Kosmetikprodukte die Ursache.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit Dr. med. Hans-Georg Dauer, Dermatologe in Düsseldorf
  • gesundheit.de: Juckende Kopfhaut: Das hilft!
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