Unsere Gesundheit ist das höchste Gut. Durchaus ein Grund, sich bei Lebensmittelskandalen, Atomkatastrophen oder dem latenten Klimawandel Sorgen um die eigene Unversehrtheit zu machen. Aber auch normale Alltagsgegenstände können den Menschen krank machen.

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Krebserregende Stoffe in PC-Zubehör

Technische Produkte sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Fast täglich tippen wir auf unseren PC-Tastaturen, schieben die Maus über unseren Schreibtisch und manchmal benutzen wir noch ein Headset, um nebenbei zu telefonieren. Ein Test aus der aktuellen Zeitschrift "c´t" hat ergeben, dass das PC-Zubehör voller krebserregender Stoffe steckt, unter anderem konnte die verbotene Substanz SCCP nachgewiesen werden.

Solche Schockergebnisse sind nicht die einzige Bedrohung für unser körperliches Wohl. Tagtäglich haben wir mit Dingen zu tun, die schädlich für unsere Gesundheit sind. Dazu gehören auch Smartphones und Quietsche-Entchen. Warum? Hier erfahren Sie alles über die versteckten Krankmacher des Alltags.

Bakterien

Mobiltelefone benutzen wir meist täglich und das in nächster Nähe zu Nase, Ohren und Mund. Wer will da schon daran denken, dass sich darauf krankmachende Bakterien tummeln? Bei Tests wurden vor allem Fäkalbakterien in sehr hohem Maße nachgewiesen, berichtet das "Wall Street Journal" ("WSJ"). Experten vermuten, dass die Ergebnisse auf mangelnde Handhygiene zurückzuführen sind. Menschen können von Handys daher genauso krank werden wie vom Anfassen der Klinken von Toilettentüren, sagt Dr. Jeffrey Cain, Arzt an der Kinderklinik Colorado gegenüber dem "WSJ": Grippe, Bindehautentzündung oder Durchfall drohen.

Weichmacher

In Plastikspielzeug, Elektrogeräten und vielen Haushaltsutensilien sind meist Weichmacher enthalten. Sie machen Plastik elastisch und damit zu einem vielseitig verwendbaren Material. So sind sie zwar äußerst nützlich, leider aber auch alles andere als unbedenklich: Laut neuesten Erkenntnissen fördern die hormonellen Schadstoffe Übergewicht und Diabetes.

Hormone im Wasser

Praktische PET-Flaschen bestehen zwar ebenfalls aus Kunststoff, verzichten jedoch auf Weichmacher. Dafür gibt es hier ein anderes Problem: Das Material enthält hormonartige Stoffe. Diese gelangen in die Flüssigkeit und damit in den menschlichen Organismus. Das Bundesinstitut für Risikoforschung sieht die Mengen zwar als unbedenklich an, räumt aber ein, dass die Wirkweise einiger enthaltener Substanzen noch gar nicht bekannt ist. Die Gefahr für den Körper ist also bis dato nicht abzuschätzen.

Radon in Gebäuden

Ohne es zu merken, sind wir auch in Gebäuden häufig einer echten Gesundheitsgefahr ausgesetzt. Dann nämlich, wenn aus dem Baugrund radioaktives Radon ins Innere gelangt. Etwa fünf Prozent der Sterbefälle durch Lungenkrebs werden durch eine zu hohe Strahlenbelastung am Arbeitsplatz oder in der Wohnung verursacht. Die Radonkonzentration in Innenräumen lässt sich jedoch durch Lüften um ein Vielfaches reduzieren.

Vitaminpillen

Auch Dinge, die wir ganz bewusst konsumieren, können gesundheitlich bedenklich sein. Oft wissen wir jedoch nichts davon. Dazu gehören zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel. "Öko-Test" hat durch Untersuchungen herausgefunden, dass die Vitaminpillen für die Gesundheit nichts bringen - im Gegenteil: Viele Präparate dosieren Inhaltsstoffe über. Welche Auswirkungen das auf den Körper hat, ist nicht bekannt.

Kinderlebensmittel

Viele Eltern investieren viel Geld in Lebensmittel, die speziell für Kinder hergestellt sind. Damit tun sie ihrem Sprössling jedoch nichts Gutes: Die Verbraucherorganisation Foodwatch testete 1.514 Kinderlebensmittel. Das Ergebnis ist alarmierend und empörend: 73 Prozent der getesteten Produkte sind viel zu fett und zuckerhaltig. Sie tragen damit massiv zur Fehlernährung bei, die den Weg ebnet für Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Probleme.

Energiesparlampe

Die Abkehr von der Glühbirne zur Energiesparlampe bewirkt viel Gutes - zumindest für die Umwelt. Das Umweltbundesamt warnte jedoch unlängst vor erheblichen Gefahren für die Gesundheit. In den Birnen ist Quecksilber enthalten. Zerbrechen sie, kann das giftige Schwermetall über die Atemwege aufgenommen werden und richtig krank machen.

Haarfärbemittel

Giftige Dämpfe können auch beim Haarefärben entstehen, weil die meisten Produkte Chemikalien verwenden, die mitunter krebsauslösend wirken. Gegen diesen Strom schwimmen viele Hersteller, indem sie sich Stoffen aus der Natur bedienen - zumindest laut Etikett. Denn "Öko-Test" fand heraus, dass sich auch in Naturhaarfarben häufig konventionelle chemische Inhaltsstoffe verbergen.

Kassenbons und Kontoauszüge

Der Kassenbon ist etwas, mit dem viele von uns täglich zu tun haben. Wenn man sich auf jüngste Untersuchungen verlässt, muss man sagen: Leider! Das spezielle Papier von Kassenzetteln, Kontoauszügen oder auch Parktickets enthält die Chemikalie Bisphenol A. Sie gelangt über den Kontakt mit der Haut in den Körper und kann dort Krebs auslösen und das Erbgut schädigen.

Lärm

Nicht nur im direkten Kontakt können Dinge aus dem Alltag unser Wohlbefinden gefährden. Ob Verkehr, Flugzeuge, Baustellen, lästige Nachbarn oder die Kneipe nebenan: Lärm schädigt nicht nur das Gehör, sondern löst körperliche Stressreaktionen aus, die zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Krankheiten führen können.

Feinstaub

Wer an Hauptverkehrsstraßen wohnt, ist nicht nur einer immensen Lärmbelastung ausgesetzt. Feinstaub und Stickoxide verpesten die Luft. Einer Studie aus dem Jahr 2011 zufolge erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs drastisch.

Nanopartikel

Mit bloßem Auge sind Nanopartikel unsichtbar - trotzdem bedeuten sie eine potentielle Gefahr für die Gesundheit. Für die Industrie sind sie so praktisch, weil sie mit geringem Materialaufwand große Oberflächen abdecken. Anwendung finden die winzigen Teilchen in nahezu allen Bereichen unseres täglichen Lebens und sind in Textilien, Kosmetika, Autolacken und vielen anderen Produkten enthalten. Ihre Wirkung auf unsere Gesundheit ist noch nicht genau untersucht, jedoch umstritten. Weil die Teilchen so winzig sind, überwinden sie auch zahlreiche Barrieren im menschlichen Körper, zum Beispiel die Blut-Hirn-Schranke. Außerdem stehen Nanopartikel im Verdacht, schwere Lungenkrankheiten auszulösen.

Montageschaum

Beim Hausbau lauern allerlei Gefahren. Doch nicht nur Unfälle zählen zu den Gesundheitsrisiken. Wem sein körperliches Wohl am Herzen liegt, sollte auf bestimmte Produkte mit chemischen Inhalten besser verzichten. Montageschaum beispielsweise gilt als praktisch, um Hohlräume abzudichten - ist aber leider schädlich. Eine Untersuchung von "Öko-Test" ergab, dass Montageschäume Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat, abgekürzt MDI enthalten, das im Verdacht steht, Krebs zu verursachen.

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