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(lifeline/cze) - Von der Angst vor Spinnen oder vor Ärzten haben die meisten schon einmal gehört. Aber wer weiß schon, dass es auch eine Angst vor der Zahl 8, vor Clowns und sogar vor langen Wörtern gibt?

Bei vielen Menschen lösen bestimmte Dinge oder Situationen Unbehagen aus. Sind diese Ängste ins Krankhafte gesteigert, spricht man von einer Phobie. Ein normales Leben ist für die Betroffenen häufig nicht mehr möglich.

Ein gewisses Maß an Angst ist überlebenswichtig und schützt den Menschen vor Leichtsinn in gefährlichen Situationen. Phobien (abgeleitet vom altgriechischen "phobos" = Angst oder Furcht) hingegen sind irrational, unbegründet und krankhaft. Den Betroffenen ist dies oft selbst klar, allerdings stellen sie sich ihren Ängsten in den wenigsten Fällen. Sie meiden deren Ursachen, indem sie beispielsweise das Haus nicht mehr verlassen und legen damit ein so genanntes Angstvermeidungsverhalten an den Tag.

Dabei sind Phobien in den allermeisten Fällen gut zu behandeln. Häufig kommt die Verhaltenstherapie zum Einsatz, bei der die Betroffenen mit der Ursache der Phobie konfrontiert werden. Arachnophobiker nehmen also Spinnen auf die Hand und Aviophobiker werden in einen Flugsimulator gesetzt. Aber auch Entspannungsverfahren und Medikamente können helfen. Die Therapiemöglichkeiten sind von Fall zu Fall unterschiedlich.

Die Ursachen von Phobien sind noch weitgehend unbekannt. Eine Deutungsmöglichkeit liefert die Psychoanalyse. Sie besagt, dass der Betroffene eine innere Angst nach außen verlagert - die eigentliche Angst wird verdrängt und auf ein Objekt oder eine Situation projiziert.

Ein weiteres Entstehungsmodell ist der Lerntheorie entliehen. Hierbei hat der Phobiker seine Angst im Laufe des Lebens erlernt. Außerdem gehen Forscher davon aus, dass auch eine genetische Disposition vorliegen muss. In einem Punkt sind sich die Wissenschaftler jedoch einig: Bei der Entwicklung einer Angststörung wirken zumeist mehrere Faktoren zusammen.

Insgesamt sind mehr als 400 Phobien dokumentiert, man geht davon aus, dass in Deutschland zwischen 10 und 20 Prozent der Bevölkerung an einer Angststörung leiden. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Genaue Zahlen sind allerdings schwer zu ermitteln, da viele Betroffene gar nicht erst Hilfe suchen.

Auf den nächsten Seiten haben wir bekannte, unbekannte und auch kuriose Phobien zusammengestellt - von der Arachnophobie bis zur Zemmiphobie.

Schrecken der Natur

Die wohl bekannteste Form der Tierphobie ist die Arachnophobie - die Angst vor Spinnen. Sie ist ein beliebtes Thema von Tierhorrorfilmen, und den meisten läuft beim Anblick der Achtbeiner in der Tat zumindest ein kalter Schauer über den Rücken. Viele Menschen empfinden beim Anblick von Kröten Ekel, bei den wenigsten wächst sich diese Abscheu jedoch zu einer Bufonophobie aus.

Bei Hunden verhält es sich ebenso: Für die einen sind sie die besten Freunde des Menschen, für die anderen die Auslöser von Panikattacken - in diesem Fall spricht man von Canophobie. Auch mit Katzen können viele aufgrund ihrer Unberechenbarkeit wenig anfangen, richtiggehend Angst vor ihnen haben aber nur Menschen, die an Ailurophobie respektive Elurophobie leiden. Die wohl ungewöhnlichste Form der Tierphobie ist die Zemmiphobie - die Betroffenen fürchten sich hierbei vor Nacktmullen (siehe Bild). Ganz allgemein spricht man bei Angst vor Tieren von Zoophobie.

Doch auch andere Bereiche der Natur lösen bei manchen Menschen krankhafte Ängste aus. So haben Anthrophobiker Angst vor Blumen, Dendrophobiker fürchten sich vor Bäumen, Xylophobiker vor ganzen Wäldern, und bei einer Bathonophobie erstreckt sich die Angst auf Pflanzen im Allgemeinen.

Nicht erst seit Hollywood-Katastrophenfilmen mit Titeln wie "Twister" oder "Erdbeben" ist die Angst des Menschen vor den Naturgewalten bekannt. Angesichts der Zerstörung, die ein Tornado anrichten kann, ist eine Lilapsophobie durchaus nachvollziehbar. Eine Ancraophobie oder Anemophobie ist da schon weitaus seltener - hierbei handelt es sich ganz allgemein um die Angst vor Wind. Ebenfalls einen Film machte Hollywood aus der Homichlophobie oder Nebulaphobie - in dem Streifen "The Fog - Nebel des Grauens" suchen Geister aus dem Nebel eine Kleinstadt heim. Fehlt nur noch "The Cloud - Wolke des Schreckens" - bei Nephophobikern würde dieser Film aber wohl keinen Anklang finden.

Angst vor dem Arzt

Wie oft hört man den Satz: "Ich hab Angst vor dem Zahnarzt"?! Beschränkt sich diese Furcht nicht auf ein flaues Gefühl im Magen, wenn der Bohrer anspringt, spricht man von einer Dentophobie oder Odontophobie. Eine allgemeine Angst vor Ärzten oder Arztbesuchen nennt man Iatrophobie.

Ein Problem im Falle einer Krankheit haben Hydrargyophobiker, sie haben nämlich Angst vor Medikamenten. Noch schlimmer geht es im Ernstfall Nosocomephobikern - sie wollen nicht ins Krankenhaus gehen. Und sollte womöglich sogar ein chirurgischer Eingriff notwendig werden, bekommen es Tomophobiker im wahrsten Sinne des Wortes mit der Angst zu tun. Eine Phobie in diesem Bereich, die hingegen viele Menschen nachempfinden können, ist die Belonophobie oder Enetophobie - die Angst vor Nadeln.

Konkrete Krankheiten oder sonstige körperliche Beschwerden können bei manchen Menschen ebenfalls Angstzustände auslösen. Bei einer Ankylophobie hat der Betroffene Angst davor, ein Gelenk würde unbeweglich, bei der Defecaloesiophobie vor schmerzhaften Organbewegungen, der Epistaxiophobiker hat Angst vor Nasenbluten, der Luiphobiker vor Syphilis, der Scotomaphobiker vor Erblindung, und der Maniaphobiker fürchtet, wahnsinnig zu werden.

Angst vor anderen Menschen

Menschen, die an einer sozialen Phobie leiden, entwickeln Ängste, die in Zusammenhang mit anderen Menschen und deren Gesellschaft stehen. Allgemein nennt man dies Soziophobie oder Anthropophobie. Tritt die Phobie erst auf, wenn sich viele Menschen in einem eng begrenzten Platz ansammeln, spricht man von Demophobie oder Enochlophobie oder auch Ochlophobie. Das gegenteilige Problem haben Autophobiker oder auch Monophobiker - sie haben Angst, alleine oder auf sich alleine gestellt zu sein.

Angst vor Auftritten vor einem großen Publikum ist Schauspielern als Lampenfieber bekannt und ist bei der Konzentration oft hilfreich, Glossophobikern hingegen ist es ein Gräuel, in der Öffentlichkeit sprechen zu müssen. Auch Menschen, die an Scopophobie oder Ophthalmophobie leiden, haben große Probleme mit öffentlichen Auftritten, da sie Angst haben, angestarrt zu werden. Ähnlich geht es Catagelophobikern oder Karagulophobikern, befürchten sie doch, verspottet oder lächerlich gemacht zu werden.

Am liebsten zu Hause

Flugangst in unterschiedlichen Ausprägungen ist eine weit verbreitete Phobie. In der Fachsprache nennt man sie Aviophobie. Flüge lassen sich unter Umständen noch vermeiden, schwieriger wird es da schon, wenn man an Siderodromophobie leidet - der Angst vor Eisenbahnen - oder gar an Ochophobie, wenn man überhaupt keine Fahrzeuge besteigen kann. Auch die Hodophobie hindert am Verreisen, in diesem Fall haben die Betroffenen nämlich Angst vor Straßen. Da hilft es leider auch nicht, wenn man nicht unter Amaxophobie leidet, also der Angst vor dem Selberfahren von Vehikeln.

Und sollte er dann doch einmal verreisen, kommt der Tachophobiker nicht allzu schnell voran, er fürchtet sich nämlich vor hohen Geschwindigkeiten. In Venedig angekommen, hat er schlechte Karten, wenn er auch noch Gephyrophobiker ist - dann kann er keine Brücken überqueren. Leidet er zusätzlich noch an Dromophobie, ist ein Vorankommen in der Stadt beinahe unmöglich: schließlich hat er in diesem Fall Angst davor, über die Straße zu gehen.

Der Körper als Ursache der Angst

Seit einigen Jahren stehen Modemacher in der Kritik, die extremes Schlanksein zum gesellschaftlichen Schönheitsideal gemacht haben. Steigert sich die Angst vor Gewichtszunahme ins Krankhafte, spricht man von Obesophobie oder Pocrescophobie. Gesundheitlich unbedenklicher, aber für die Betroffenen nicht weniger schwerwiegend ist eine Chaetophobie oder Hypertrichophobie oder auch Trichophobie - hierbei handelt es sich um die Angst vor Haaren. Eine besondere Form davon ist die Pogonophobie, bei der Bärte im Mittelpunkt stehen. Damit hat der Peladophobiker kein Problem, dafür aber mit Kahlköpfigen.

Auch vor bestimmten Körperteilen haben manche Menschen Angst, der Chirophobiker beispielsweise vor Händen und der Genuphobiker vor dem Knie. Ein wenig bizarr muten dagegen die Dextrophobie und die Levophobie an - hierbei hat der Betroffene Angst vor Dingen, die sich an der rechten respektive der linken Körperhälfte befinden.

Allerlei andere Ängste

Fußgängerzonen mit peruanischen Straßenmusikanten können Menschen mit einer Aulophobie nicht betreten - haben sie doch Angst vor Flöten. Sollte dann noch ein Zirkus in der Stadt sein, der seinen Clown losgeschickt hat, um Reklame zu machen, ist der Besuch für den Coulrophobiker unmöglich geworden.

Dass sich Freitag, der Dreizehnte, mittlerweile als Unglückstag etabliert hat und es auch eine dazugehörige Phobie gibt - die Paraskavedekatriaphobie - kann man noch nachvollziehen. Auch dass die 13 alleine als Unglückszahl gilt, ist bekannt - hier heißt die Angst Triskaidekaphobie. Weniger bekannt ist jedoch, dass auch die Zahl acht offensichtlich bei vielen Menschen Angstzustände auslöst - auf jeden Fall nennt man dies Octophobie.

Ein großes Problem in der heutigen Zeit dürften Chrometophobiker und die Ergophobiker haben - sie leiden nämlich unter Angst vor Geld und Arbeit. Im Rennen um die kurioseste Phobie liegen allerdings andere vorne: So haben Arachibutyrophobiker Angst davor, dass ihnen Erdnussbutter am Gaumen klebenbleibt, Barophobiker können ihrer Angst nie entkommen, ist doch die Schwerkraft ihr größter Feind, und Hippopotomonstrosesquippedaliophobiker haben schon ein Problem mit dem Namen ihrer Phobie - sie leiden nämlich an Angst vor langen Wörtern.

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