• Auch Kinder, die bereits zur Schule gehen, können hin und wieder einnässen.
  • Eltern sollten ihren Nachwuchs jedoch nicht unter Druck setzen.
  • Was dann zu tun ist.

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Wenn der Nachwuchs bereits zur Schule geht, aber immer noch einnässt, sollten Eltern nicht in Panik ausbrechen. Schätzungen zufolge ist rund jedes zehnte Kind, das älter als fünf Jahre alt ist, von diesem Problem betroffen. Dennoch sollten Eltern dies beim Kinderarzt abklären lassen, rät Thomas Henne vom Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg. "Es gilt, die Ursache zu finden", so der Experte für Pädiatrische Nephrologie.

Ist die Blase ursächlich?

Denkbare Gründe seien zum Beispiel eine überaktive Blase oder eine verspannte Blasenentleerung, also organische Ursachen. Meist stecke aber eine Reifeverzögerung dahinter. Das betreffe das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Blase, das lange brauche, bis es sich gut eingestellt habe, erklärt Henne.

Doch selbst wenn das Zusammenspiel einmal funktioniert, kann es wieder aus dem Gleichgewicht geraten - durch Stress etwa. Dann nässt das Kind wieder ein, obwohl es schon "trocken" war.

Strafen setzen Kind unter Druck

Wann Kinder ihren Harndrang im Griff haben und keine Windel mehr brauchen, ist sehr unterschiedlich: Manche sind schon mit zwei Jahren trocken, andere erst mit vier Jahren - also in der Regel. Wenn Kinder älter sind und ihre Blase noch nicht voll unter Kontrolle haben, schämen sie sich oft und fühlen sich schuldig.

Darum ist es wichtig, dass Eltern hier Verständnis zeigen und dem Kind Zeit geben. Schimpfen und Strafen verunsichern nur noch mehr. Es gilt stattdessen, auch kleinste Erfolge zu belohnen. Es geht darum, dem Kind zu vermitteln, dass es in Ordnung ist, wenn es für das Trockenwerden etwas mehr Zeit braucht als Altersgenossen.

Diese W-Fragen können helfen

Drei einfache Fragen aus der Urotherapie, bei der Kinder lernen, auf ihren Körper zu hören und zu spüren, wann ihre Blase voll ist, lassen sich auch von den Eltern zu Hause anwenden. Sie lauten:

  • Wann musst Du? Das meint, dass man dem Kind vermittelt, dass es in Ruhe auf Toilette gehen soll, wenn es spürt, dass die Blase voll ist.
  • Wie oft musst Du? Hier geht es darum, dem Nachwuchs zu vermitteln, immer dann auf das Klo zu gehen, wenn man den Drang bemerkt - auch, wenn das Kind gerade mitten im Spiel ist und keine Lust auf eine Unterbrechung hat.
  • Wie sitzt Du auf der Toilette? Manche Kinder können es kaum erwarten, wieder von der Toilettenschüssel runter zu hüpfen. Hier sollte man vermitteln, dass das Kind sich Zeit lassen und die Blase in Ruhe entleeren soll.

(spot/dpa)

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